Kurssprung bei Aktie Springer verkauft Regionalzeitungen an Funke-Gruppe

Paukenschlag auf dem Zeitungsmarkt: Axel Springer verkauft einen Großteil des Regionalangebots, darunter das Hamburger Abendblatt, an die Funke Mediengruppe, zu der auch die „WAZ“ gehört. Die Finanzierung des Geschäfts ist ungewöhnlich.
Update: 25.07.2013 - 11:48 Uhr 13 Kommentare
Axel Springer hatte erst kürzlich angekündigt, die Redaktionen der Berliner „Bild“ mit der „B.Z.“ zusammenzulegen. Quelle: dapd

Axel Springer hatte erst kürzlich angekündigt, die Redaktionen der Berliner „Bild“ mit der „B.Z.“ zusammenzulegen.

(Foto: dapd)

BerlinInternet statt Regionalblätter: Der Axel-Springer-Verlag verkauft mehrere traditionsreiche Zeitungen und Zeitschriften. Springer teilte am Donnerstag völlig überraschend mit, die Funke Mediengruppe übernehme für 920 Millionen Euro die „Berliner Morgenpost“ und das „Hamburger Abendblatt“ sowie mehrere Programm- und Frauenzeitschriften, darunter „Hörzu“.

Die Nachricht sorgte für ein Kursfeuerwerk bei der Axel-Springer-Aktie: Die Papiere legten bis zum Mittag um mehr als zwölf Prozent auf rund 39 Euro zu und notierten damit auf dem höchsten Stand seit April 2012. Sie waren auch der mit Abstand größte Gewinner im MDax. Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe sprach von einer „sehr guten Nachricht“ für das Unternehmen. „Ich habe nicht erwartet, dass Springer sich so schnell von solchen Traditionsmarken trennen würde.“

Die Finanzierung des Verkaufs ist durchaus ungewöhnlich: Laut Ad-hoc-Mitteilung von Springer werden 660 Millionen Euro beim Vollzug, spätestens aber am 30. Juni 2014, fällig. Für den restlichen Kaufpreis in Höhe von 260 Millionen Euro gewährt Springer der Funke Gruppe ein Darlehen mit mehrjähriger Laufzeit.

Zu Funke gehören im Wesentlichen die Blätter der WAZ-Gruppe, die wegen der Zeitungskrise seit Jahren umstrukturiert werden und kräftig Personal abgebaut haben. Außerdem wollen beide Verlage Gemeinschaftsunternehmen für Vermarktung und Vertrieb von gedruckten sowie digitalen Medien gründen, in denen Springer die unternehmerische Führung bekomme, hieß es.

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13 Kommentare zu "Kurssprung bei Aktie: Springer verkauft Regionalzeitungen an Funke-Gruppe"

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  • Die Funke Gruppe muss umbauen. Von den 40 Zeitungen die sie hat genügen zum Beispiel 5-10 mit überregionalen Redaktionen für Politik, Wirtschaft und anderes. Diese Redaktionen könnten auch unterschiedliche politische Richtungen vertreten. Die anderen Zeitungen befassen sich mit regionalen Themen und bedienen sich aus dem überregionalen Nachrichten Pool in freier Wahl. Um jüngere Bevölkerungsschichten zu erreichen sollte die Funke Gruppe ihr regionales und überregionales online Angebot für diese Zielgruppe ausbauen.

  • Hoffentlich geht jetzt auch Springer pleite. Schlecker, General Motors und Chrysler (die wurden zwar subventioniert)zeigen, dass auch solche Imperien nicht unendlich lang währen. Weg mit diesen aufdringlichen Springer-Pin-Up-Girls und den dicken Panik-Sclagzeilen!

  • vor nem jahr oder warns zwei ,wollte der döpfner noch WAZ anteile kaufen.

    keine strategie ist auch eine

  • doepfner rettet die 13er bilanz in die schwarzen zahlen und damit seine außergewöhnlichen boni

    weiterer ausverkauf an der rudi dutschke straße

    der größte medienmanager potsdams und berlins zieht blank und ist am ende mit seinem medienlatein

    die resterampefinanzierung steht sicher auch im zusammenhang mit verkäufergarantien , ohne die ein abverkauf nicht möglich wär

  • es geht garnicht um print oder nichtprint:
    Doepfner vertickt weil er den Online-Auftritt vom Abendblatt komplett versemmelt hatte.

  • Man solllte schon mal Transfergesellschaften andenken imao.
    WAZ kennt sowas schon.

  • Bis die WAZ-Gruppe sich an dem Brocken verschluckt und dann erstickt, werden wir also mit noch mehr rot-grün-philen Einheitsnachrichten zugemüllt werden.

  • M.E. ging es ab dem Zeitpunkt "abwärts", zu dem dieser ehemalige BAMS Chefredakteur (wie hieß der noch gleich...)das Ruder beim Abendblatt übernahm. Der ist - glaube ich - zwar auch schon wieder Geschichte, aber ich habe nicht gehört, daß es besser geworden ist. Mal sehen, was der neue Eigentümer draus macht.

  • Wer kauft heute noch eine Print Zeitung?

  • Ich hatte das Abendblatt immer am Samstag gekauft, weil mich die Jobangebote interessierten. "Versehentlich" habe ich dann mal die Süddeutsche Zeitung erwischt und muss sagen, für mich war die Süddeutsche qualitativ besser.
    Anscheinend sehen das die anderen Kommentatoren genauso. Ich weiß aber nicht, was die Ursache des Qualitätsverlustes beim Abendblatt ist.

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