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Liat Ben-Zur Diese Managerin von Microsoft hat es auf die Suchmaschine Google abgesehen

Microsoft-Managerin Liat Ben-Zur will den Browser Edge und die Suchmaschine Bing reanimieren – und damit die Vorherrschaft des US-Riesen Alphabet brechen.
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Die Microsoft-Managerin soll Google angreifen. Quelle: Sportsfile/Getty Images
Liat Ben-Zur

Die Microsoft-Managerin soll Google angreifen.

(Foto: Sportsfile/Getty Images)

Lissabon Als Liat Ben-Zur in Lissabon die Bühne betritt, sticht sie sogar auf der bunten Tech-Konferenz „Web Summit“ heraus: Die weiß und lila gefärbten Haare hat sie zu einer modischen Variante des Irokesenschnitts aufgestellt; sie trägt Skinny-Jeans, Sneaker.

Nein, die 42-jährige Amerikanerin entspricht so gar nicht dem Klischee vom langweiligen Microsoft-Manager – und wohl auch deshalb hat der IT-Konzern die Ingenieurin vor gut einem Jahr von Philips abgeworben.

Bei Microsoft soll sie die siechenden Web-Produkte, den Browser Edge und die Suchmaschine Bing, neu beleben. Für die Aufgabe ist ein Imagewechsel dringend nötig: Bing kommt gerade einmal auf fünf Prozent Marktanteil, selbst passionierte Windows-Nutzer deaktivieren den Edge-Browser meist als Erstes, um Google Chrome zu installieren. Microsoft verspricht 2020 einen Neustart für die Produkte – und Ben-Zur ist das Gesicht dafür.

Auf Europas größter Web-Konferenz präsentiert sie Phase eins des Imagewandels: Microsoft will seine Unternehmenskunden von Edge und Bing überzeugen, bevor im Frühjahr die Werbung für Konsumenten startet. Der Browser bekommt dafür einen Kern aus dem Open-Source-Projekt Chromium, auf dem auch die Konkurrenz von Google basiert.

Sind unsere Daten sicher? Ist unsere Privatsphäre geschützt, wenn wir im Internet surfen? Liat Ben-Zur (Microsoft-Managerin)

Ben-Zur, bei Microsoft ausgestattet mit dem klingenden Titel Vizepräsident Modernes Leben, erzählt, was Edge gegenüber Google besser machen soll: Neulich habe sie wegen ihres Umzugs von Amsterdam nach Seattle eine Toilettenschüssel kaufen wollen und per Google danach gesucht. Wenig später sei Werbung für WCs ausgerechnet bei einer Vorstandspräsentation aufgepoppt. Ob erlebt oder gut erfunden, die Botschaft „Edge schützt die Privatsphäre“ bleibt hängen.

Auch sonst überzeugt Ben-Zur mit Offenheit. In ihrem Blog berichtet sie zum Beispiel von ihren Versuchen als Rap-Texterin. Gewidmet ist die Online-Textsammlung ihrer Großmutter, einer Auschwitz-Überlebenden, die auch den Blog-Titel beisteuerte: den jiddischen Erstaunens-Ausruf „Oy, Gevalt!“.

Mehr: Mit diesem Vorhaben will ein deutscher Familienunternehmer Amazon und Microsoft herausfordern

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