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Line-Sharing soll billiger werden Telekom will Mieten für Konkurrenten senken

Die Deutsche Telekom will ihren Konkurrenten aus freien Stücken entgegenkommen und so weiteren Ärger mit der EU-Kommission vermeiden: Die monatlichen Mietpreise für eine Vorleistung, mit der die Wettbewerber ihren Kunden schnelle Internetzugänge via DSL-Technik anbieten, werden daher deutlich sinken.

sce/slo BRÜSSEL/DÜSSELDORF. Darauf habe sich der Konzern mit EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti geeinigt. Das teilte die EU-Kommission gestern Abend in Brüssel mit. Mit diesem Schritt würde zudem die Untersuchung der bisherigen Preise beendet, die Konkurrenten durch ihre Beschwerden ausgelöst hatten.

Das entsprechende Vorleistungsprodukt wird im Fachjargon Line-Sharing genannt. Das bedeutet: Ein Telekom-Konkurrent kann die Telefonleitung des Ex-Monopolisten auch nur teilweise mieten – nicht nur komplett, wie es bisher stärker verbreitet ist. Line-Sharing macht es möglich, den Internetzugang bei einem anderen Anbieter zu haben und dennoch über die Telekom zu telefonieren.

Bisher kostet Line-Sharing 4,77 Euro pro Monat. Hinzu kommen Einmalgebühren von insgesamt knapp 150 Euro. Telekom-Konkurrenten wie die Kölner QSC AG kritisierten diese Preise als zu hoch, so dass Line-Sharing nicht genutzt wird.

Wie hoch der künftige Preis ausfallen soll, stehe bisher noch nicht fest, heißt es in Telekom-Kreisen. Nur soviel sei klar: Der Konzern wolle die Vermarktung von DSL-Anschlüssen auch mit günstigeren Preisen bei Line-Sharing anschieben. Zudem habe sich die Kostenstruktur in der Zwischenzeit geändert, so dass die halbe Mietleitung ohnehin billiger angeboten werden könne.

Einen entsprechenden Antrag wird die Telekom im April bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post stellen. Ab 2005 sollen die neuen Preise gelten. In der Zwischenzeit – April bis Dezember – werden die Mieten nach Angaben aus EU-Kreisen wohl auf Null abgesenkt.

Richtschnur für die neuen Preise soll laut Monti sein: Die Konkurrenten der Telekom müssen ihren Kunden ein preislich wettbewerbsfähiges Produkt anbieten können. Das sei bei einem Monatspreis von etwa 2,50 Euro möglich, hieß es.

Das entspricht etwa den Forderungen der Wettbewerber. Sie wollen aber auch : „Die Einmalentgelte müssten ebenfalls gesenkt werden“, hieß es bei QSC. In der Branche wird eine Halbierung dieser Summe gefordert.

Einen anderen Schritt, um die DSL-Vermarktung anzukurbeln, kündigte die Telekom bereits vergangene Woche an: Sie senkte die Endkundenpreise für DSL und will diese Anschlüsse auch als Großhandelsprodukt an die Konkurrenz verkaufen (Resale), die sie dann unter eigenem Namen verkaufen kann.

Insgesamt ändert die Telekom mit diesem Vorgehen ihre Haltung gegenüber den Wettbewerbern, denn bisher war der Konzern bei Resale und Line-Sharing weniger kooperativ. Der Manager eines Konkurrenzunternehmen erklärt das so: „Die Telekom hat gemerkt, dass ihre Marketing- und Vertriebskraft nicht ausreicht, um das Wachstumspotenzial bei DSL allein abzudecken.“ Die Telekom hat 4 Millionen DSL-Kunden, die Konkurrenten etwa 400 000.

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