Live-Youtube für Gamer Ein Herz für Zocker

Google gegen Amazon: Beide Internetgiganten wollen das Herz der Gamer für sich gewinnen. Mit Live-Übertragungen von Spielen anderen Gamer wollen sie Profite der boomenden Branche abschöpfen.
  • Jennifer Garic
Viele Profispieler, wie hier auf der Gamescom in Köln, haben eine große Fangemeinde. Quelle: dpa
Profigamer

Viele Profispieler, wie hier auf der Gamescom in Köln, haben eine große Fangemeinde.

(Foto: dpa)

DüsseldorfKlicken statt Kicken lautet das Lebensmotto vieler Jugendlicher heute. Die Gamer werden immer professioneller. Computerspiele sind längst zum festen Wirtschaftszweig im Internet geworden. Die Suchmaschinenkonzern Google forciert nun seine Aktivitäten in diesem Bereich. Mit der neuen Internetseite und der Smartphone-App „Youtube Gaming“ greift die Google-Tochter Youtube direkt Twitch an. Die Amazon-Tochter ist für ihre Livestreams bekannt und hat bisher in Deutschland das Monopol darauf gehalten. Das soll sich ändern.

Ziel der Google-Initiative ist es, Computerspieler – auch Gamer genannt - vom Konkurrenten Twitch auf die Video-Plattform Youtube zurückzuholen. Fast die Hälfte aller Deutschen spielt am Computer oder am Smartphone. Das bestätigt eine repräsentative Umfrage des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) aus dem vergangenen Jahr. Doch nicht alle spielen selber, einige schauen anderen dabei nur zu – auf Youtube oder Twitch.

Klicken statt Kicken
12 500 Zuschauer kamen im Juni 2014 zum «ESL One»-Turnier nach Frankfurt, um den E-Sportlern beim «Dota 2»-Spielen zuzusehen. Foto: eslgaming.com/Helena Kristiansson
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12.500 Zuschauer kamen im Juni 2014 zum ESL One-Turnier nach Frankfurt, um den E-Sportlern beim Dota 2-Spielen zuzusehen.

Die Stars der weltweiten E-Sports-Szene können vom Spielen leben. Der Südkoreaner Kim «sOs» Yoo Jin gewann für seinen Sieg in einem «Starcraft 2»-Turnier in Katowice 100 000 US-Dollar. Foto: eslgaming.com/Helena Kristiansson
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Starspieler Kim «sOs» Yoo Jin

Volles Haus in Shenzhen/ China: Bei den Intel Extreme Masters geht es um Preisgelder in sechsstelliger Höhe. Foto: eslgaming.com/Helena Kristiansson
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Volles Haus in Shenzhen/ China: Bei den Intel Extreme Masters geht es um Preisgelder in sechsstelliger Höhe.

Controler statt Blutgrätsche: Auch «Fifa 15» eignet sich gut für digitale Duelle vor Publikum. Foto: Electronic Arts
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Klicken statt kicken: «Fifa 15»

Der Space-Strategietitel «Starcraft 2» gehört zu den beliebtesten E-Sport-Spielen. Foto: Activision
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Beliebtes E-Sport-Spiel: «Starcraft 2»

Das Fantasy-Spiel «League of Legends» ist in der E-Sports-Szene beliebt. Das Spiel kann kostenlos herunter geladen werden. Einige Extras sind dagegen kostenpflichtig. Foto: Riot Games
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Fantasy-Spiel «League of Legends»

Auf Twitch können Spieler sich selbst und ihr Spiel filmen und live ins Netz übertragen. Andere können ihnen dann dabei zuschauen, per Chat Kommentare abgeben und untereinander darüber diskutieren. Auch große E-Sport-Turniere, bei denen professionelle Computerspieler gegeneinander in großen Arenen antreten, werden live gezeigt. Die zwischendurch eingeblendete Werbung während der Live-Sendungen finanziert die Internetseite.

Twitch, die erfolgreichste weltweite Live-Streaming-Plattform für Gamer, wurde 2014 für fast eine Milliarde Dollar von Amazon übernommen. Medienberichten zufolge soll auch Google um Twitch mitgeboten haben. Als Amazon den Deal mit Twitch besiegelte, war klar, wieviel Internetplattformen an den Zockern verdienen können und wieviel Potenzial in Live-Übertragungen von E-Sport-Events liegt. „Broadcasting und Spiele Anschauen sind ein globales Phänomen, und Twitch hat eine Plattform entwickelt, die Millionen von Menschen zusammenbringt, die Milliarden Minuten pro Monat Spiele angucken.“, begründete Amazon-Chef Jeff Bezos den Kauf.

2014 waren pro Monat fast 60 Millionen Nutzer auf Twitch. Über die Hälfte dieser schaut nach Unternehmensangaben pro Woche über 20 Stunden anderen beim Spielen zu. Dementsprechend sehen sie auch die Werbung – ein lukratives Geschäft. Wie lukrativ es wirklich ist, verraten Unternehmen wie Twitch und Youtube aber nicht.
Klar ist aber, dass auch die Spieler selbst Geld mitverdienen. Der Youtube-Star mit den meisten Abonnenten ist zum Beispiel der Schwede Felix Kjellberg, bekannt als Pewdiepie. Er spielt Computerspiele, filmt sich dabei und stellt die Videos zum Abruf ins Netz. Beinahe jedes seiner Videos wurde mehr als eine Millionen Mal angeklickt.

Allein 2014 soll er rund 7,5 Millionen Dollar durch die Werbeanzeigen vor und während seiner Videos verdient haben. Kjellberg darf das nach den Statuten von Youtube nicht bestätigen, wie auch sonst kein Youtuber. In Deutschland ist der Gamer Erike Range unter seinem Pseudonym Gronkh der meistabonnierte „Youtuber“.

E-Sport hat ein Millionenpublikum
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