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Google-Suche

Wer nach dem Begriff „Idiot“ sucht, bekommt derzeit Bilder von US-Präsident Trump angezeigt.

Manipulation der Suchmaschine Warum Donald Trump bei Google ein Idiot ist

Wer bei Google „Idiot“ eingibt, bekommt Bilder von Donald Trump angezeigt: Wie Aktivisten sich über den US-Präsidenten lustig machen.
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DüsseldorfInternetnutzer konsultieren Google in allen Lebenslagen: Wen sie wählen sollen, was der Kalte Krieg ist und warum sie überhaupt so häufig zur Toilette müssen – all diese Fragen geben sie in die Suchmaschine ein (neben vielen anderen Dingen).

Wer in diesen Tagen wissen möchte, wie ein Idiot aussieht – warum auch immer –, bekommt ein Ergebnis angezeigt, das manchen überraschen, manchen bestätigen mag: Die Bildersuche zeigt auf sämtlichen oberen Plätzen Fotos des US-Präsidenten Donald Trump.

Dabei handelt es sich nicht um politischen Aktivismus des Internetkonzerns, der im liberalen Silicon Valley beheimatet ist. Vielmehr sei es Aktivisten gelungen, den Algorithmus zu manipulieren, berichtet das Blog „Search Engine Land“. Ihre Aktion verdeutlich, dass sich die Technologie manchmal austricksen lässt.

Reddit beeinflusst Google-Suchergebnisse

Wie kommt es, dass Google den Begriff „Idiot“ mit dem Bild des Präsidenten verbindet? Die Algorithmen des Konzerns werten bei der Erstellung der Ergebnisliste Tausende Faktoren aus: das Vorkommen von Schlüsselbegriffen, die Zahl der Besucher, die dort verbrachte Zeit, aber auch die Verschlüsselung des Datenverkehrs und die Anpassung an mobile Geräte.

Nur ein Begriff toppt „Bundestagswahl“
Kategorie: Internationale Anfragen, Platz 4
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„North Korea“: Nordkorea bewegt vor allem mit dem Test seiner Interkontinentalrakete im Juli 2017 die Weltgemeinde. Zu beachten ist beim Google-Ranking: Für die Platzierung ist entscheidend, welcher Begriff am meisten zulegte – nicht die Häufigkeit des Abrufes.

(Foto: Reuters)
Internationale Anfragen, Platz 3
2 von 12

„Las Vegas Shooting“: Am 01. Oktober erschießt ein Attentäter auf einem Festival beim Mandalay-Bay-Casino in Las Vegas 58 Menschen und verletzt 500 Weitere. Nicht nur in den USA suchen die Menschen nach Informationen über das ungeheuerliche Geschehen.

(Foto: AFP)
Kategorie: Internationale Anfragen, Platz 2
3 von 12

8„Bitcoin“: Heißt es nun der oder die Bitcoin? Darüber lässt sich diskutieren, aber für die Finanzwelt ist die Digitalwährung so oder so das Mega-Thema 2017. Um 1.800 Prozent hat sie seit Jahresbeginn zugelegt, und selbstverständlich beschäftigt dieser Boom auch die Google-Nutzer.

(Foto: dpa)
Kategorie: Internationale Anfragen, Platz 1
4 von 12

„Hurricane Irma“: In Orten wie Cudjoe Key in Florida zeigt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung, das Hurrikan Irma im September 2017 anrichtet. Die ganze Welt erkundigt sich nach den Verwüstungen, die der Sturm der Kategorie 4 in der Karibik anrichtet – und so ist sein Name der international meistgesuchte Begriff bei Google.

(Foto: Reuters)
Kategorie: Personen-Suche, Platz 3
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„Kader Loth“: Im Dschungelcamp, an dem die 44-Jährige Anfang des Jahres 2017 teilnimmt, wählen die Zuschauer das Fotomodell häufig in die sogenannten „Dschungel-Prüfungen“. Das Google-Ranking zeugt davon, dass das Interesse an dem Reality-Star auch abseits der Sendung groß ist.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Kategorie: Personen-Suche, Platz 2
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„Shirin David“: Langst ist die 22-jährige Hamburgerin ein Star auf der Internetplattform Youtube. Mittlerweile hat sie auch bei Instagram (3,9 Millionen) und Twitter (1,3 Millionen) zahlreiche Anhänger – und zahlreihe weitere suchen ihren Namen im Netz. Nur eine Person interessiert die deutschen Internetnutzer 2017 noch mehr....

(Foto: dpa)
Kategorie: Personen-Suche, Platz 1
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ntr... und zwar „Donald Trump“: Der US-Präsident verzeichnet in seinem ersten Amtsjahr bei den Nutzern in Deutschland den stärksten Anstieg in Suchanfragen. Antreiben dürften die Suchenden auch die Tweets des Präsidenten – Stichwort #covfefe.

(Foto: dpa)

Von herausragender Bedeutung ist jedoch, wie viele andere Websites mit welcher Reputation auf eine Seite führen. Ähnlich wie in der Wissenschaft gilt: je zahlreicher und glaubwürdiger die Verweise, desto besser. Google-Mitgründer Larry Page, heute Chef des Mutterkonzerns Alphabet, entwickelte dieses Verfahren 1996 an der Stanford-Universität, daher heißt es Page Rank.

Diese Mechanismen haben sich Aktivisten auf dem Portal Reddit zunutze gemacht: Sie veröffentlichen Bilder des US-Präsidenten, die mit seinem Namen und dem Schimpfwort versehen sind. Da viele Nutzer diese Beiträge positiv bewerteten, erschienen sie prominent auf dem Portal, das jeden Monat 500 Millionen Menschen erreicht.

Für die Suchroboter von Google entstand so ein Zusammenhang zwischen dem Begriff „Idiot“ und dem Bild von Donald Trump, was sich in der Ergebnisliste niederschlug. Dieser Effekt verstärkt sich derzeit noch, weil nun Medien und Blogs über diese Aktion berichten, Portale von hoher Relevanz also.

Für Reddit-Verhältnisse war es ein harmloser Scherz. Auf der Plattform geht es oft hart zur Sache. In einigen Foren, Subreddits genannt, sind Verleumdung und Hetze an der Tagesordnung. Selbst der Chef der Firma, Steve Huffman, hält es Berichten von US-Medien zufolge für praktisch unmöglich, derartige Inhalte einzudämmen.

Googlebombing schadete auch schon George W. Bush

Es ist nicht das erste Mal, dass Nutzer den Algorithmus des Internetkonzerns austricksen. Es gibt sogar einen Begriff dafür: „Googlebombing“ wird die Manipulation im Netzjargon genannt. 2003 stand damalige US-Präsident George W. Bush zwischenzeitlich oben auf der Ergebnisliste, wenn man „miserable failure“ (deutsch: schlimmes Versagen) suchte.

Ein Trotz für die Fans von „The Donald“: Die Ergebnisliste wird vermutlich nicht lange so aussehen. Google habe viel Erfahrung damit, derartige Tricks mit Änderungen am Algorithmus zu verhindern, meint Suchmaschinenspezialist Fili Wiese von „Search Engine Land“.

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