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Mark Zuckerberg stiftet Milliarden „In den USA gibt es keine Neidkultur“

Facebook-Gründer Zuckerberg will fast sein ganzes Vermögen spenden. Stiftungsexperte Helmut Anheier erklärt, warum ihm wahrscheinlich weitere Hyper-Milliardäre folgen werden und ob man mit Geld tatsächlich helfen kann.
02.12.2015 - 15:15 Uhr

Nach Geburt der Tochter: Zuckerberg spendet 99 Prozent der eigenen Facebook-Aktien

Düsseldorf Helmut Anheier ist kurz davor ein Flugzeug zu besteigen, das ihn nach Brasilien bringen soll. Der Dekan der Hertie School of Governance ist international gefragter Experte. Als Professor für Soziologie an der Universität Heidelberg hat er das dortige Center for Social Investment mitbegründete und leitet es immer noch als Akademischer Direktor. Seit Jahren befasst er sich mit gemeinnützigen Organisationen weltweit. Angesichts der Ankündigung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg, ein Milliardenvermögen in eine Stiftung zu überschreiben, nimmt er sich trotz des Termindrucks Zeit für Fragen.

Herr Anheier, wie bewerten Sie die Ankündigung von Mark Zuckerberg und seiner Ehefrau Priscilla Chan, 99 Prozent ihrer Facebook-Aktien in eine gemeinnützige Stiftung zu überschreiben?
Es ist eine zu begrüßende Fortsetzung der „Giving Pledge“-Kampagne, die die reichsten Menschen dazu ermuntern will, einen Großteil ihres Reichtums zu spenden. Die Ankündigung von Zuckerberg war so fast zu erwarten. Ich denke, dass sich in den kommenden Jahren noch weitere der Hyper-Milliardäre entsprechend verhalten werden - auch um weiterhin das Wohlwollen des US-Kongresses in der Steuerpolitik zu haben.

Der Stiftungsexperte ist Präsident und Dekan der Hertie School of Governance.
Helmut K. Anheier

Der Stiftungsexperte ist Präsident und Dekan der Hertie School of Governance.

Ist diese Form des Spendens Teil der amerikanischen Kultur?
Sie passt sehr gut in die Kultur des Landes und hat seit den Rockefellers und Carnegies Tradition, die ja auch politisch unterstützt wird. Denken wir an die Initiativen der letzten drei Präsidenten, Philanthropie hervorzuheben und zu unterstützen. Es gibt in den USA auch keine „Neidkultur“.

Ist das in Deutschland anders?
In Deutschland ist dies alles weniger spektakulär und Reichtum als auch der Akt des Stiftens selbst wird generell weniger zur Schau gestellt.  Das deutsche Stiftungswesen ist das zweitgrößte der Welt. Aber wir haben weniger richtig große Stiftungen wie etwa die Bill & Melinda Gates Foundation, sondern eher die kleinen, lokalen Stiftungen.

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    Ist eine Stiftung denn das richtige Mittel um zu helfen?
    Ja, aber nur zu bestimmten Zwecken und Bedingungen: als Risikokapital für soziale Unternehmer, um Unabhängigkeit zu gewährleisten oder Interessen zu verwirklichen, die nicht öffentlich finanzierbar sind. Eben um Sachen anzustoßen, die weder Staat noch Markt kümmern.

    Inwiefern lässt sich mit Geld überhaupt helfen – und hilft mehr Geld mehr?
    Das würde ich anders formulieren: Das gesamte Ausgabenvolumen der Stiftungen ist ein Rundungsfehler zur Finanzkraft des Staates oder auch großer Nicht-Regierungsorganisationen. Stiftungen sollen nur das machen, was weder Staat noch andere Institutionen leisten können oder wollen. Da hilft Geld schon, wenn es als Investition verstanden wird.

    Diese Tech-Ikonen verschenken ihre Milliarden
    Mark Zuckerberg
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    Die Geburt seiner Tochter hat den Facebook-Gründer dazu inspiriert, 99 Prozent seiner Facebook-Aktien zu spenden. Der 31-Jährige und seine Ehefrau Priscilla Chan kündigten in einem langen Brief an ihre Tochter Max an, sie wollten das Vermögen von aktuell rund 45 Milliarden Dollar für die Lösung dringender Probleme auf der Welt ausgeben. Im Fokus der „Chan Zuckerberg Initiative“ sollen zunächst unter anderem Bildung und der Kampf gegen Krankheiten stehen, sowie das Ziel, „Menschen zu verbinden“. Zuckerberg hält gut 420 Millionen Aktien des weltgrößten Online-Netzwerks, sie machen fast sein gesamtes Vermögen aus. Doch er ist mit dieser Initiative nicht der Einzige in der Tech-Welt.

    (Foto: AFP)
    Sheryl Sandberg
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    Die mächtigste Frau in Zuckerbergs Konzern ist ebenfalls dabei: Die Topmanagerin und ihr mittlerweile verstorbener Mann Dave Goldberg schlossen sich 2014 der Initiative „The Giving Pledge“ an. Die beiden verpflichteten sich, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu Lebzeiten oder nach ihrem Tode für wohltätige Zwecke zu spenden. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt Sandbergs Vermögen auf rund 950 Millionen Dollar (690 Millionen Euro). Ihr Geld steckt vor allem in Facebook-Aktien.

    (Foto: AFP)
    Dustin Moskovitz
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    Auch ihn machte Facebook reich: Moskovitz war einst der jüngste Self-Made-Milliardär der Geschichte. Der dritte Angestellte in der Geschichte von Facebook hat sich im Rahmen von „The Giving Pledge“ verpflichtet, mindestens die Hälfte seines Vermögens zu spenden. Gemeinsam mit seiner Frau Cari Tuna finanziert und leitet er die wohltätige Stiftung „Good Ventures“.

    (Foto: dapd)
    Bill Gates
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    Er ist der Vorreiter in Sachen Wohltätigkeit. Der Microsoft-Gründer rief 2010 gemeinsam mit Warren Buffett „The Giving Pledge“ ins Leben. Bereits mehr als 180 superreiche Familien beteiligen sich daran. Mit der rund 29 Milliarden Dollar schweren „Bill & Melinda Gates Foundation“ kämpft er unter andrem gegen Kinderlähmung und Malaria.

    (Foto: AFP)
    Paul Allen
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    Gates' früherer Geschäftspartner, mit dem zusammen er den Software-Riesen Microsoft gründete, beteiligt sich auch an „The Giving Pledge“. Der Großteil seines rund 17 Milliarden Dollar fassenden Vermögens soll in seine Familienstiftung und in wissenschaftliche Forschung fließen.

    (Foto: AFP)
    Tim Cook
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    Auch der Apple-Chef will sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke spenden. Zuvor werde er allerdings noch die College-Ausbildung seines heute zehnjährigen Neffen finanzieren. Durch die Auszahlung von Optionen könnte es sich bei seiner Spende mit der Zeit um eine Summe im Milliarden-Bereich handeln.

    (Foto: ap)
    Richard Branson
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    Der Brite zählt ebenfalls zu den „Giving Pledge“-Unterzeichnern. Der Unternehmer ist für seine Firmengruppe „Virgin“ bekannt, die unter anderem auch in ausgefallene Projekte wie private Raumfahrt investiert. „Dinge bringen kein Glück. Familie, Freunde, Gesundheit und die Zufriedenheit, einen positiven Unterschied gemacht zu haben, ist das, was wirklich zählt“ schrieb er 2013.

    (Foto: ap)

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