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Marketingvorstand von Schalke 04 Jobst: „Fußballmarken müssen sich Richtung Entertainment orientieren"

Schalkes Marketingvorstand sieht das Fußballgeschäft im Umbruch. Alexander Jobst über Digitalisierung, E-Sport und das Vorbild Silicon Valley.
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Der Marketingvorstand des FC Schalke 04 verantwortet im Klub auch den Bereich E-Sport und lenkt die digitale Innovation. Quelle: Jann Höfer für Handelsblatt
Alexander Jobst

Der Marketingvorstand des FC Schalke 04 verantwortet im Klub auch den Bereich E-Sport und lenkt die digitale Innovation.

(Foto: Jann Höfer für Handelsblatt)

Gelsenkirchen Der Marketingvorstand des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, Alexander Jobst, sieht das Geschäftsmodell des Sports im Wandel. „Die Gewichtung der Markenpositionierung der Klubs wird sich in den nächsten zehn Jahren, eher früher, dahingehend verändern, dass die großen Fußball-Brands auch Entertainment-Marken werden“, sagte Jobst im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Fußball bleibe zwar das Kerngeschäft, „die Säulen Expansion und Gewinnmodelle werden sich aber in Richtung Entertainment verschieben.“ Große Fußballmarken wie Schalke müssten sich zumindest dorthin orientieren, um auch in Zukunft bekannte Marken zu bleiben.

Das Thema Digitalisierung sieht Jobst inzwischen in der Bundesliga angekommen, wenn auch in einem beschränkten Kreis. „Die Erkenntnisse konzentrieren sich aber sehr stark und umfassen noch nicht einmal alle Erstligisten“, sagte er in Hinblick darauf, dass nicht jedem Verein die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung stünden, um ausreichend in Bereiche abseits des direkten Spielbetriebs zu investieren.

Schalke begreift Jobst in dieser Hinsicht auf einem guten Weg, aber anders als im Marketing-Bereich noch nicht als Innovationsführer. Gerade mit dem E-Sport-Engagement und dem millionenschweren Einstieg zeigt sich das Vorstandsmitglied „sehr zufrieden“.

Neben dem klaren Bekenntnis zur E-Sport-Sparte kündigte Jobst auch weitere Investitionen im Bereich Digitalisierung an. Die Profiklubs dürften sich etwa Trends aus dem Silicon Valley nicht verschließen. „Das Valley kann ein Vorbild sein für Entwicklungsbereitschaft, Mut und Willen zur Innovation“, sagte Jobst.

Den Einstieg des Fußball-Bundesligisten in die E-Sport-Liga „ League of Legends European Championship (LEC)“ wertet er nach knapp einem Dreivierteljahr als Erfolg. „In der ersten Saison haben wir bereits reine Sponsoring-Erlöse im siebenstelligen Bereich erzielen können“, sagte Jobst im Gespräch mit dem Handelsblatt. Dies läge über den eigenen Erwartungen für das Startjahr.

Insgesamt bewege sich der Klub wirtschaftlich in dem Korridor, den der Businessplan vorgebe. „Und das ist die direkte Amortisation innerhalb der ersten Hälfte der Laufzeit des Franchise“, erklärte Jobst.

Schalke hat keinerlei Pläne, den Platz in der Liga aufzugeben, selbst wenn die Teilnahmelizenz eine finanzielle Sicherheit darstellt. „Der Wert unseres Startplatzes ist bereits um ein Vielfaches gestiegen“, sagte der Vorstand. Indirekt helfe das E-Sport-Engagement auch, im Kerngeschäft große Sponsoren weiter an den Klub zu binden.

Insgesamt soll sich der Bereich zunächst nachhaltig konsolidieren, bevor eine Expansion auf weitere Spiele oder Standorte angestrebt wird. Langfristig kann sich Jobst durchaus auch regelmäßige E-Sport-Events in der Schalker Veltins-Arena vorstellen.

Schalke hatte in die zunächst auf fünf Jahre angelegte Teilnahme an dem geschlossenen Ligasystem des Computerspielherstellers Riot Games rund acht Millionen Euro investiert. Zum E-Sport zählen Video- und Computerspiele, die über das Internet von mehreren Personen mit- und gegeneinander als Wettbewerb ausgetragen werden. Das Strategiespiel „League of Legends“ ist mit einer Spielerzahl im hohen zweistelligen Millionenbereich einer der erfolgreichsten Titel der Branche.

Viele Unternehmen, darunter Vodafone, Mercedes Benz und McDonalds, haben den E-Sport inzwischen als Markt für Sponsoring-Aktivitäten für sich entdeckt. „Ein großer Unterschied in der Sponsorenbedienung und -betreuung liegt darin, dass wir viel mehr Service und Beratungsleistungen bieten können und wollen, als das im klassischen Kerngeschäft Fußball der Fall sein kann“, erklärte Jobst.

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