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Medien Berliner Verlag streicht 40 Arbeitsplätze

Die Umsatzeinbußen des Berliner Verlags fordern personelle Konsequenzen. Zunächst sollen 40 Arbeitsplätze gestrichen werden. Doch damit ist der Schrecken nicht vorbei. Weitere Stellen stehen schon auf der Kürzungsliste.
Update: 29.11.2012 - 18:17 Uhr Kommentieren
Beim Berliner Verlag sollen mehrere Dutzend Stellen gestrichen. Quelle: dpa

Beim Berliner Verlag sollen mehrere Dutzend Stellen gestrichen.

(Foto: dpa)

KölnDer von Umsatzeinbußen gebeutelte Berliner Verlag streicht 40 Jobs. Wie der Mutterkonzern M. DuMont Schauberg am Donnerstag in Köln mitteilte, sind 27 Arbeitsplätze in der Verwaltung und 13 Stellen in der Redaktion des Boulevardblatts „Berliner Kurier“ betroffen. Der Spiegel-Verlag kündigte unterdessen einen Sparkurs an und schloss auch Stellenabbau nicht aus.

Eine zweite Streichrunde beim Berliner Verlag mit dem Abbau weiterer 46 Stellen könnte laut DuMont Schauberg folgen - dies hängt von der Zukunft der mehrheitlich ebenfalls zum Konzern gehörenden „Frankfurter Rundschau“ ab, die Mitte November Insolvenz angemeldet hatte. Große Teile der „FR“ werden in Berlin produziert.

DuMont Schauberg zufolge ist der Umsatz des Berliner Verlags, der auch die „Berliner Zeitung“ herausgibt, im Anzeigen- und Beilagengeschäft bereits im Jahr 2011 um 4,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Auch dieses Jahr werde der Umsatz voraussichtlich weitere fünf Millionen Euro niedriger ausfallen.

Der Berliner Verlag ist eine Tochter von M. DuMont Schauberg und des Heinen-Verlags. Bei dem Verlag ist auch eine DuMont-Autorengemeinschaft angesiedelt, die für vier Zeitungen produziert, darunter die „FR“. Über die Zukunft der „FR“ sei noch nicht entschieden, erklärte DuMont. Sollte die Zulieferung für das Traditionsblatt am Main eingestellt werden, würden nach Angaben des Konzerns in der Hauptstadt die weiteren Arbeitsplätze wegfallen.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte das Vorgehen von DuMont als "geplanten Stellenkahlschlag". Für den Berliner Verlag seien weder Plan noch überzeugende Perspektive erkennbar, erklärte deren Konzernbetreuer Matthias von Fintel.

Auch der Hamburger Spiegel-Verlagsgruppe sieht sich mit sinkenden Umsätzen konfrontiert. „Wir müssen sparen und die Kostenstrukturen so gestalten, dass die Spiegel-Gruppe trotz rückläufiger Umsätze solide Ergebnisse erwirtschaftet“, sagte Geschäftsführer Ove Saffe der „Süddeutschen Zeitung“. Dazu gehöre, „dass wir den Personalaufwand reduzieren müssen.“ Bei der Tochter „Spiegel TV“ seien bereits 40 von 150 Stellen gestrichen worden.

Der Gesamtumsatz der Spiegel-Gruppe wird laut Saffe dieses Jahr um sechs Prozent auf 307 Millionen Euro sinken. Das sei das Niveau von 2003. Da sich der Strukturwandel der Medienlandschaft fortsetze, erwarte der Verlag auch für 2013 sinkende Erlöse in Werbung und Vertrieb.

In der deutschen Medienbranche häufen sich die schlechten Nachrichten. Nach der Insolvenz der „FR“ hatte vergangene Woche der Hamburger Verlag Gruner + Jahr das Aus für die "Financial Times Deutschland" verkündet, was mehr als 360 Jobs kosten soll. In der Insolvenz befindet sich ferner die Nachrichtenagentur dapd. Dort war am Mittwoch 98 Mitarbeitern gekündigt worden.

 
  • afp
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