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Medien Werbeeinahmen bei RTL brechen ein – Gewinn halbiert sich

Die Bertelsmann-Tochter spürt die Coronakrise. Die Werbeeinnahmen gehen deutlich zurück. Trotzdem bleibt die RTL Group beim Ausblick optimistisch.
13.08.2020 - 14:05 Uhr Kommentieren
Die RTL Mediengruppe Deutschland leidet unter der Coronakrise. Quelle: dpa
RTL-Zentrale

Die RTL Mediengruppe Deutschland leidet unter der Coronakrise.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Bei TV-Shows ist die neue Normalität bereits angekommen: Masken tragen, Abstand halten, Hände desinfizieren. Erfolgsformate wie die Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ stellen bei neuen Aufzeichnungen eine großzügige Kulisse bereit, zwischen den Kandidaten stehen Plexiglaswände auf dem Tisch.

In den Sendungen scheint die Coronakrise beherrschbar, bei den Werbeeinnahmen der TV-Konzerne sieht es anders aus. Am Donnerstag stellte der TV-Konzern RTL Group, der zum Medienunternehmen Bertelsmann gehört, seine Halbjahreszahlen vor – und berichtete von einem spürbaren Einbruch.

Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten des Jahres um 16,4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zurück. Hauptgrund für den Rückgang sind die ausbleibenden Werbebuchungen im zweiten Quartal. So reduzierte sich der Umsatz des Unternehmens zwischen April und Juni gar um 28,3 Prozent.

„Wie erwartet ist unser größter Erlösstrom – der TV-Werbeumsatz – im zweiten Quartal 2020 stark gesunken, dennoch konnten wir 50 Prozent des Umsatzrückgangs kompensieren“, sagte Thomas Rabe, CEO der RTL Group und zugleich Vorstandsvorsitzender des Mutterkonzerns Bertelsmann, am Donnerstag. Er verwies auf Marktanteilsgewinne und auf steigende Abonnentenzahlen des eigenen Streamingdienstes TV Now.

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    Der Gewinn des TV-Konzerns ging entsprechend zurück: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) sank binnen Jahresfrist dramatisch von 538 auf 258 Millionen Euro. Damit hat sich der Gewinn des TV-Konzerns mehr als halbiert. Die Marge fiel auf 9,7 Prozent.

    Der Aktienkurs ist seit Monaten im Sinkflug. Vor sechs Monaten lag er bei über 40 Euro, aktuell rangiert er unterhalb von 30 Euro. Nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen gab die im MDax notierte Aktie leicht nach.

    Der Ausblick auf das Gesamtjahr 2020 fiel verhalten aus. Die RTL Group erwartet, dass sich der Rückgang der TV-Werbemärkte im dritten Quartal 2020 verlangsamen wird. Für den Zeitraum Juli bis September rechnet der TV-Konzern mit einem Rückgang des TV-Werbeumsatzes von etwa minus zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal dieses Jahres war der Werbemarkt etwa um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal eingebrochen.

    Unsicherheit über viertes Quartal

    Dennoch bleibe ein hohes Maß an Unsicherheit im Bezug auf den TV-Werbeumsatz im vierten Quartal 2020, hieß es am Donnerstag. „Wenn sich die Erholung der Wirtschaft weiter fortsetzt, würden wir aktuell im vierten Quartal ebenfalls mit einem Minus von etwa zehn Prozent bei den TV-Werbeumsätzen rechnen“, sagte Rabe. Doch dieses Szenario sei davon abhängig, ob es eine zweite Coronawelle geben wird.

    Das Unternehmen gab daher keinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 – außer, dass „der Umsatz und das Adjusted Ebitda für das Gesamtjahr 2020 signifikant unter dem Niveau von 2019 und anderen früheren Jahren liegen wird“.

    CEO Rabe verwies auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld. „Die RTL Group hat auf die weltweite Ausbreitung des Coronavirus schnell reagiert und sich auf vier Themen fokussiert: die Sicherheit unserer Mitarbeiter, die Kontinuität unserer Geschäfte, Liquidität sowie Kosten- und Cashflow-Management“, sagte der RTL-Chef.

    Rabe betonte, das Unternehmen wolle die geplanten Investitionen in Streamingdienste trotz des schwierigen Umfelds nicht reduzieren. Der Ausbau des Streaminggeschäfts steht im Fokus des Unternehmens. Mit dem Dienst TV Now in Deutschland und Videoland in den Niederlanden hat die RTL Group aktuell 1,77 Millionen zahlende Abonnenten, das ist ein Plus von 45,2 Prozent.

    Rabe hält an den mittelfristigen Zielen das Streamingangebots fest. Die Abonnentenzahl soll in den nächsten fünf Jahren auf fünf bis sieben Millionen Nutzer steigen, der Streamingumsatz soll auf 500 Millionen Euro steigen. „Den Break-even von TV Now und Videoland erwarten wir für das Jahr 2025“, sagte Rabe. Bis dahin werde sich das Geschäft in der Verlustzone befinden. Mit dem Streaminggeschäft sucht die RTL Group stärkere Unabhängigkeit von dem schwankenden Werbegeschäft der TV-Sender (RTL, Vox, N-TV, RTL2).

    Der TV-Manager setzt dabei auf ein hybrides Modell. Die Einnahmen sollen sich aus Abonnementverkäufen und Werbebuchungen zusammen setzen. „Mittelfristig sollen die Abos den größeren Teil der Einnahmen darstellen“, sagte Rabe.

    Kooperationen gewinnen an Bedeutung

    Ähnlich schlechte Quartalszahlen hatte der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 vor wenigen Wochen präsentiert. So ging der Umsatz des Münchener Unternehmens zwischen April und Juni um 25 Prozent auf 709 Millionen Euro zurück. Im ersten Quartal ging es trotz erster Corona-Auswirkungen noch um ein Prozent nach oben. Auch das bereinigte Ebitda sackte im zweiten Quartal von 213 auf 23 Millionen Euro ab.

    Der Konzernüberschuss lag bei minus 52 Millionen Euro, Pro Sieben Sat 1 ist also in die Verlustzone gerutscht. Beim Wettbewerber RTL Group hat sich das Konzernergebnis des ersten Halbjahres zwar auch reduziert, lag mit 156 Millionen Euro allerdings noch in der Gewinnzone.

    Vor diesem Hintergrund gewinnt für CEO Rabe das Thema Kooperationen in der Medienbranche an Bedeutung. Bereits auf verschiedenen Ebenen arbeitet der TV-Konzern bereits mit anderen Medienhäusern zusammen, etwa in der Vermarktungseinheit Ad Alliance mit Axel Springer oder bei der Werbebuchungsplattform D-Force mit Pro Sieben Sat.1.

    „Kooperationen werden nach der Coronazeit noch viel wichtiger für uns sein, um im Wettbewerb mit den amerikanischen Plattformen zu bestehen“, sagte Rabe. Konzerne wie Facebook und Google werden in der Mediennutzung der Menschen und damit bei den Werbekunden immer bedeutsamer.

    Die europäischen Medienunternehmen seien durch die Coronazeit hingegen erheblich geschwächt worden. sagte Rabe. Er hofft auf ein Umdenken beim Kartellamt, das bislang diverse Zusammenschlüsse untersagt hatte.

    Mehr: Filmproduktionen im Stresstest: Gehen Sendern und Streamingdiensten bald die Inhalte aus?

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