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Medienberichte Murdoch will Sky Deutschland verkaufen

Der Medienmogul Rupert Murdoch ordnet sein Firmenimperium neu: Die TV-Aktivitäten will er unter dem Dach des britischen Senders BSkyB bündeln. Ein Verkauf der deutschen Tochter Sky Deutschland steht offenbar kurz bevor.
21.07.2014 Update: 21.07.2014 - 15:33 Uhr Kommentieren
Vor dem Verkauf? Sky-Mehrheitseigner Murdoch will sein Medienimperium neu ordnen, darunter der deutsche Pay-TV-Sender. Quelle: Reuters

Vor dem Verkauf? Sky-Mehrheitseigner Murdoch will sein Medienimperium neu ordnen, darunter der deutsche Pay-TV-Sender.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die europäischen Bezahlfernsehsender aus dem Imperium von Rupert Murdoch sollen offenbar schon bald unter einem Dach vereinigt werden. Schon in den kommenden zwei Wochen könnte die britische BSkyB Übernahmeangebote für Sky Deutschland und Sky Italia vorlegen, berichtete die Zeitung „Sunday Times“. Das daraus entstehende Unternehmen käme auf 20 Millionen Abonnenten in Großbritannien, Italien und Deutschland. Insgesamt könnte die Doppel-Übernahme Analysten zufolge sieben bis zehn Milliarden Euro schwer werden. Allein Murdochs 55-Prozent-Anteil an Sky Deutschland ist 3,1 Milliarden Euro wert. Für den Medienzaren, dessen US-Holding 21st Century Fox auf beiden Seiten des Verhandlungstischs sitzt, könnte das ein lukratives Geschäft werden.

BSkyB hatte die Übernahmepläne bereits im Mai bestätigt, die mögliche Struktur des neuen Konzerns aber offengelassen. Schon damals hatten die Briten betont, dass die Kleinaktionäre von Sky Deutschland nur den gesetzlich geforderten Mindestpreis erwarten könnten, wenn BSkyB ein Pflichtangebot vorlegen müsse, das bei der Übernahme von Murdochs Beteiligung fällig wäre. Papiere von Sky Deutschland legten am Montag 3,2 Prozent zu, während BSkyB-Aktien 1,6 Prozent nachgaben. Mehr Licht ins Dunkel könnte BSkyB am Freitag bringen, wenn der britische Pay-TV-Anbieter seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vorlegt. Sky und Fox wollten sich zum Zeitplan nicht äußern.

Fox hält die Mehrheit an der chronisch defizitären Sky Deutschland, die aber verstärkten Abonnenten-Zulauf registriert, seit Murdoch die ehemalige Premiere AG enger an die Kandare genommen hat. Nachdem der Medienmogul das deutsche Pay-TV-Geschäft jahrelang mit Milliarden gepäppelt hat, scheinen nun Gewinne in Reichweite. An der Börse ist Sky Deutschland 5,6 Milliarden Euro wert. Sky Italia gehört Fox komplett.

Eine Übernahme von BSkyB hatte die britische Regierung blockiert, weil sie Murdochs Macht beschränken wollte. Das könnte ihm nun zupasskommen: Denn so würde Fox den Preis für die Beteiligungen in Deutschland und in Italien einstreichen, während BSkyB die Zukäufe per Kredit finanzieren könnte. Das Geld, das er bekommt, könnte Murdoch gut für die angestrebte, rund 80 Milliarden Dollar teure Übernahme von Time Warner gebrauchen. Die Analysten von Credit Suisse halten es sogar für möglich, dass Fox seine BSkyB-Anteile nach einem Kauf von Time Warner abstößt.

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    Uneins sind sich Analysten, ob sich der Aufbau eines paneuropäischen Pay-TV-Konzerns mit 95 Millionen potenziellen Kunden auch für BSkyB selbst lohnen würde. Einer der größten zehn BSkyB-Investoren, der namentlich nicht genannt werden wollte, signalisierte bereits Zustimmung: „Die Gelegenheit ist zu groß, um sie zu ignorieren“, sagte er Reuters. Berenberg-Analystin Sarah Simon sieht keine nennenswerten Einspareffekte, während die UBS Synergien von bis zu 380 Millionen Pfund im Jahr für möglich hält.

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