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Medienbranche Bertelsmann fährt beim operativen Gewinn einen Rekordwert von 1,3 Milliarden Euro ein

Der Medienkonzern schließt das erste Halbjahr erfolgreich ab: Bertelsmann erreicht beim Gewinn vor Abzügen einen Rekordwert – dank des anziehenden Digitalgeschäfts.
Update: 29.08.2019 - 13:40 Uhr Kommentieren
Bertelsmann schließt das erste Halbjahr erfolgreich ab Quelle: Reuters
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe

Der Medienkonzern Bertelsmann hat Umsatz und Gewinn gesteigert und dabei auch vom anziehenden Digitalgeschäft profitiert.

(Foto: Reuters)

Berlin Einen Tag nach TV-Tochter RTL Group hat auch das Mutterunternehmen Bertelsmann seine Halbjahreszahlen an diesem Donnerstag bekanntgegeben: Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 4,6 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro, das operative Ebitda erreichte mit 1,3 Milliarden Euro ein Rekordergebnis. Unterm Strich blieb dem Familienunternehmen aus Gütersloh ein Konzernergebnis von 502 Millionen Euro – eine Million Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Alle unsere Divisionen haben gut performt“, sagte Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, dem Handelsblatt. Das Familienunternehmen teilt sein Geschäft in acht Unternehmensbereiche auf, darunter die TV-Tochter RTL Group, der Dienstleister Arvato, die Buchsparte Penguin Random House und das Verlagshaus Gruner + Jahr.

Für das Gesamtjahr 2019 zeigte sich Rabe – trotz der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung – zuversichtlich, was das eigene Geschäft betrifft. Er rechnet damit, dass der Umsatz oberhalb von 18 Milliarden Euro liegen werde.

Größter Umsatz- und Gewinnbringer ist die RTL Group mit Sitz in Luxemburg. Das börsennotierte Unternehmen, an dem Bertelsmann einen Anteil von 75 Prozent hält, erhöhte den Umsatz im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro und das operative Ebitda um 3,4 Prozent auf 665 Millionen Euro. Großes Augenmerk liegt daher auf dem TV-Konzern, dessen Chefsessel Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender Rabe im April 2019 in Personalunion übernommen hat.

Sein Vorgänger, der Niederländer Bert Habets, hatte das Unternehmen kurz zuvor überraschend verlassen. Am Mittwoch hatte Rabe angekündigt, die oberste Führung der RTL Group auf ein Trio umzubauen: Finanzvorstand Elmar Heggen wird neuer COO, an seine Stelle rückt der bisherige Bertelsmann-Manager Björn Bauer. Ein insgesamt sechsköpfiges Managementteam, zu dem auch RTL-Deutschlandchef Bernd Reichart zählt, soll dem TV-Konzern die nötigen Impulse geben.

Rabe will einen größeren Kulturwandel bei Bertelsmann vollziehen und hat dazu im vergangenen Mai die neuen Unternehmenswerte „Kreativität und Unternehmertum“ vorgestellt. Im Rahmen dieser Initiative will Rabe konzernweit unnötige Hierarchien abbauen, wie er sagte. Bei RTL ist er schon mitten im Umbau. Auch das in Luxemburg angesiedelte Corporate Centre steht auf dem Prüfstand und soll verkleinert werden.

Für ihn seien die neuen Essentials ein „kontinuierlicher Verbesserungsprozess“, sagte Rabe. In einer Mitarbeiterbefragung will er die Einstellung seiner rund 117.000 Beschäftigten dazu eruieren.

Auch das Thema Kooperation steht hoch oben auf Rabes Agenda. Seit diesem Frühjahr gibt es bei Bertelsmann die Content Alliance, die unter der Führung der Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel die Zusammenarbeit zwischen den Tochterunternehmen stärken soll. „Die Content Alliance übertrifft meine Erwartungen bei weitem“, zog Rabe eine erste Bilanz. „Sie entwickelt weit mehr Ideen als wir tatsächlich umsetzen können.“

Vor allem wirke die Content Alliance nicht nur auf der jeweils obersten Managementebene, sondern ziehe sich durch die ganzen Unternehmen. „Wenn ein Lektor von Penguin Random House zum Beispiel einen guten Stoff für eine Verfilmung bekommt, ruft er bei der entsprechenden Stelle der Filmproduktionsfirma Ufa an“, erzählte Rabe. Pro Jahr investiert Bertelsmann zwei Milliarden Euro in kreative Inhalte. „Tendenz steigend“, meinte der Konzernchef.

Eine besonders hohe Investition war im vergangenen Jahr der Erwerb der Rechte an den beiden Büchern, die Michelle und Barack Obama schreiben. Im November 2018 erschien die Autobiografie der früheren US-Präsidentengattin – und es war schnell klar, dass sich die Investition auszahlen würde. Bislang wurden 11,5 Millionen Exemplare des Buches verkauft.

Das hob den Umsatz von Penguin Random House an: Die Buchtochter steigerte ihren Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 11,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Das operative Ebitda stieg um ein Drittel auf 227 Millionen Euro. Als „exzellent“ bezeichnete Rabe die Entwicklung des Geschäfts, das von New York aus CEO Markus Dohle führt.

Für den wirtschaftlichen Erfolg der Bertelsmann-Buchtochter waren nicht nur die zugkräftigen Bestseller verantwortlich, sondern auch ein Wachstum der Audioformate sowie Zukäufe. Zu den Akquisitionen gehörten der britische Kinderbuchverlag Little Tiger Group und der US-Verlag Sourcebooks. „Wir wollen in diesem Bereich auch weiterhin investieren“, kündigte Rabe an.

Mehr: RTL hat seine Erlöse im ersten Halbjahr um mehr als vier Prozent gesteigert. Der Sender bestätigt seinen Ausblick. Björn Bauer wird neuer Finanzchef.

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