Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Medienbranche Nach jahrelanger Schlammschlacht: Shari Redstone wird Verwaltungsratschefin nach Fusion von CBS und Viacom

US-Milliardärin Shari Redstone hat jahrelang an der Wiedervereinigung der Medienunternehmen CBS und Viacom gearbeitet. Nun ist sie am Ziel – nach einer Schlammschlacht.
Kommentieren
Die Milliardärin gilt als ebenso charmant wie kämpferisch. Quelle: Reuters
Shari Redstone

Die Milliardärin gilt als ebenso charmant wie kämpferisch.

(Foto: Reuters)

New York Mit der Wiedervereinigung der Medienunternehmen CBS und Viacom geht Shari Redstone als Siegerin einer jahrelangen Schlammschlacht hervor. Die 65-jährige Gründer-Erbin wird als Chefin des Verwaltungsrats dem neuen Medienkonzern vorsitzen. Damit führt sie unter dem Namen ViacomCBS zwei Unternehmen zusammen, die sie bereits zu je 80 Prozent kontrollierte.

Die Geschichte um die Wiedervereinigung von CBS und Viacom, die sich bis zu diesem Happy End abgespielt hat, besitzt alle Zutaten einer guten Seifenoper: Es geht um Geld und Macht. Es gibt einen alternden Patriarchen, eine kampfeslustige Tochter und einen CEO mit einem Sexskandal.

Shari Redstone ist die Tochter des 96 Jahre alten, schwer kranken Patriarchen Sumner Redstone, der bis vor drei Jahren die Geschäfte führte. Sumner Redstone hatte einst aus dem väterlichen Unternehmen „National Amusements“ einen weltweiten Medienkonzern geschmiedet, dem heute Shari Redstone als Präsidentin vorsitzt. Unter anderem übernahm er in einer feindlichen Übernahme den Kabelsender Viacom, den Fernsehsender CBS und das Filmstudio Paramount Pictures.

Von ihm stammte der Satz „Content ist King“. Die Redstones hatten Vertrieb und Inhalte unter einem Dach. Genau das aber rief die Aufsichtsbehörden auf den Plan, und so mussten die Redstones das Geschäft von CBS und Viacom ab 2006 getrennt führen.

Doch seitdem haben sich die Zeiten geändert: Mit der Konkurrenz der Streamingdienste und den sinkenden Kabelfernseh-Abos hat sich vor allem das Geschäft von Viacom mit MTV und Nikelodeon eingetrübt. Für Shari Redstone und ihren Vater war dies das zentrale Argument dafür, die Kräfte wieder zu vereinen.

Der Feind im eigenen Haus

Jahrelang kämpfte vor allem Shari dafür, CBS und Viacom, an denen die Familien-Holding National Amusement mit je 80 Prozent beteiligt war, zusammenzulegen. Ihr größter Widersacher war dabei der mächtige CBS-Vorstandsvorsitzende Leslie Moonves. Der weigerte sich und klagte sogar gegen seine Großaktionäre, um der Familie die Stimmrechte zu nehmen.

Doch das stachelte die berüchtigte Streitlust der Redstones nur noch mehr an. In der US-Unternehmerszene gelten sie als ebenso charmante wie kämpferische Zeitgenossen. So wie Sumner Redstone, der sich in den 70er-Jahren durch ein Hotelfeuer schwere Verbrennungen zuzog und entgegen allen Arztprognosen anschließend wieder ein normales Leben führte, so bewies auch Shari in Krisenmomenten stets Zähigkeit.

Als Präsidentin von National Amusements hatte sie das Sagen. Die studierte Juristin, deren Verhältnis zum Vater lange angespannt war, hat schon oft gekämpft. Als eine damalige Gefährtin des schon zweimal geschiedenen Vaters sie verklagte, weil Shari den Vater angeblich manipulierte, schlug sie zurück: Sie klagte gegen die jüngere Partnerin des Vaters mit dem Vorwurf, sie habe ihn um dreistellige Millionenbeträge erleichtert.

Als dem CBS-CEO Les Moonves sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden, klagte sie gegen das Management, weil es für die interne Kommunikation selbstzerstörende Nachrichten einer App namens „TigerText“ verwendet habe, um keine Beweismittel zu hinterlassen.

In ihrem Duell mit Les Moonves kam ihr zuletzt der Sexskandal zugute. Der mächtige Mann von CBS musste im September zurücktreten, was den Weg zur Wiedervereinigung deutlich erleichterte.

Nachdem die Mutter dreier erwachsener Kinder ihr Ziel erreicht hat, wird sie nach Einschätzungen von Beobachtern möglicherweise die nächste Übernahme vorbereiten, um dem Unternehmen den alten Glanz zurückzugeben.

„Man muss Shari dafür loben, dass sie eine klare Meinung hat, eine strategische Vision und dass sie darauf basierend sehr vorsichtig agiert“, kommentierte Jessica Reif Ehrlich, Analystin der Bank of America Merrill Lynch. „Sie hatte einige unglaubliche Hürden, und sie hat sie alle genommen.“

Mehr: Die Unternehmen haben entschieden, wie viele CBS-Anteilsscheine Viacom-Aktionäre für jede ihrer Aktien erhalten. Auch der Name des neuen Konzerns steht nun fest.

Startseite

Mehr zu: Medienbranche - Nach jahrelanger Schlammschlacht: Shari Redstone wird Verwaltungsratschefin nach Fusion von CBS und Viacom

0 Kommentare zu "Medienbranche: Nach jahrelanger Schlammschlacht: Shari Redstone wird Verwaltungsratschefin nach Fusion von CBS und Viacom"

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.

Serviceangebote