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Der Medien-Kommissar Buch forever

Bertelsmann will den weltgrößten Buchkonzern Penguin Random House am liebsten allein besitzen. Doch Pearson braucht derzeit nicht dringend das viele Geld aus Gütersloh.
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Pro Sieben Sat 1: Die Telenovela im Vorstand – Medien-Kommissar
Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Zum Buchgeschäft hatte Bertelsmann schon immer eine ganz besondere Zuneigung. Sie gehört quasi zur DNA der Eigentümer-Familie Mohn. Schließlich gründete bereits 1835 Carl Bertelsmann, ein kleiner Druckereibetreiber, in Gütersloh seinen pietistischen Verlag. Das Buch machte Bertelsmann groß. Es war jedoch nicht immer nur erbauliche Literatur. Weit vor dem Nazi-Verlag Eher, wird Bertelsmann zu „Hitlers bestem Lieferanten“, wie es der Historiker und Bertelsmann-Kenner Saul Friedländer ausdrückt.

Die in hohen Stückzahlen produzierten Titel heißen „Feuer Marsch!“, „Jagdgeschwader Schumacher räumt auf“ oder „Glühender Tag“ brachten schließlich gute Renditen. Heinrich Mohn, der Großvater des heutigen Aufsichtsratschefs Christoph Mohn, gehörte schließlich zum Förderkreis der SS und wollte seinen Verlag zu einer Art nationalsozialistischem Musterbetrieb machen. Das war vor 70 Jahren. Alles vergessen.

Heute ist Bertelsmann ein Musterbetrieb für die analoge und digitale Buchwirtschaft. Zusammen mit dem britischen Medienkonzern Pearson betreibt er den weltgrößten Buchkonzern Penguin Random House. Das Joint-Venture läuft rund. Bei einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro erzielte es einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 452 Millionen Euro.

Nun setzt Vorstandschef Thomas Rabe im Auftrag der Mohn-Familie an, das gemeinsame Unternehmen komplett zu übernehmen. Das „Manager Magazin“, das in Gütersloh bisweilen als Hauspostille genutzt wird, hatte gemeldet, dass Rabe den bisherigen Anteil von 53 Prozent an Penguin Random House am liebsten auf 100 Prozent erhöhen möchte. Laut dem Bericht soll die Übernahme scheibchenweise erfolgen. In einem ersten Schritt soll Rabe weitere 17 Prozent von Pearson hinzukaufen.

Rabe ist ein Kontroll-Freak. Teilen ist nicht seine Sache. Der CEO, der im Nebenjob auch noch den Finanzvorstand macht, will die Macht stets allein habe. Das gilt für alle Bereiche, auch für die Buchtochter. Im Herbst läuft ohnehin die Haltefrist ab. Dann können Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Rabes Meisterstück?
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