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Der Medien-Kommissar Das Putin-Interview war eine Sternstunde im Ersten

Das Gespräch von NDR-Autor Seipel mit Kreml-Chef Putin wurde als zu zahm kritisiert. Doch die Kritiker liegen falsch. Mit dem Interview hat die ARD gezeigt, wie spannend Politik im Fernsehen sein kann.
17.11.2014 - 14:12 Uhr 51 Kommentare
Pro Sieben Sat 1: Die Telenovela im Vorstand – Medien-Kommissar
Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Politik und Fernsehen – das ist keine Liebe. Selten gehen Interviews mit Politiker in die Tiefe. Nur in Ausnahmefällen haben Entscheidungsträger ausreichend Zeit, komplexe und komplizierte Sachverhalte dazustellen und ihre Position abzuleiten. Eine Ausnahme macht nun die ARD mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin. Im Ersten wurde dem Kreml-Chef reichlich Zeit gegeben, endlich seine Sicht der Dinge ausführlich darzustellen. Interviewer Hubert Seipel gelang es, einen Dialog abseits von pseudo-kritischen Allerlei zu entwickeln. Der Russland-Experte war endlich einmal ein Fragesteller und kein Selbstdarsteller. Das tat der Sache gut, auch wenn Putins Argumente für einen Verstoß gegen das Völkerrecht durch die Annexion der Halbinsel Krim schwer erträglich sind.

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Die kritische Auseinandersetzung mit auch manch alten Argumenten erfolgte danach unter der ausnahmsweise geglückten Regie von Günther Jauch. Die Runde mit dem stets klugen Historiker Heinrich August Winkler und der nie um ein klares Wort verlegenen WDR-Chefredakteurin Sonia Seymour Mikich fast ideal besetzt. Selbst Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erwies sich diesmal als sinnvolle Ergänzung, um die Folgen des Ukraine-Konfliktes zu diskutieren.

Fernsehen kann nicht die Diplomatie ersetzen. Doch um eine neue Spirale der Gewalt zu vermeiden, ist es wichtig, dass Deutschland und Russland im Gespräch bleiben. Dazu gehören natürlich internationale Konferenzen und Treffen auf Regierungsebene, aber eben auch die Kommunikation über Massenmedien. Vor diesem Hintergrund war das Interview mit Putin und die anschließende kritische Analyse seiner Aussagen eine Sternstunde im Ersten.

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    51 Kommentare zu "Der Medien-Kommissar: Das Putin-Interview war eine Sternstunde im Ersten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Daniel Mayer wenn Sie das Assoziierungsabkommen gelesen hätten, insbesondere Artikel 7 - militärische Zusammenarbeit-, dann wüssten Sie, dass ein Verbleib der Russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim nicht möglich gewesen wäre.

    • @Herr J. Falle

      Aber viele deutsche Minister(innen) haben das nicht realisiert.

      Richtig. Sie haben es auch deshalb nicht realisiert, weil ihre politische Karriere und ihre Bezahlung davon abhängen, dass sie es nicht realisieren.

    • Es war doch eine Wohltat für den Zuschauer, nicht die von den USA gesteuerten Zeitungsartikel und Interviews
      zu hören, sondern auch mal eine faire Tatsachenbestimmung.
      Die USA ist schon lange nicht mehr die Nr. 1, weder wirtschaftlich noch politisch. Aber viele deutsche Minister(innen) haben das nicht realisiert.
      Ein Zitat von Otto von Bismarck, 1884, 28.01.
      Sie müssen nicht glauben, dass man dadurch, dass man Minister wir, sofort wesentlich klüger wird.

    • Und bitte wo, wenn Sie ein so intimer Kenner von Frau Merkels Motivationen und ihre Politik sind?

      Klären Sie uns auf , werter Marvin.

    • "...China ist längst aus dem Stadium des Kopierens herausgetreten..."

      Verstehe ich auch nicht, dass es Zeitgenossen geben soll, die das noch nicht kapiert haben. USA ist bereits von China abhängig. Bei Deutschland verstärkt sich das zusehens.

    • Die Nato hat die letzten Jahre dauernd die Grenzen verschoben. Und nein, die Nato keine "demokratische Organisation" ... ;-)

    • "...dass es hier Pressefreiheit ..."
      Die Russland-Demagogie beweist momentan das Gegenteil.

    • Wenn die Alantikerin Seymour Mikich sanfte Töne angeschlagen hatte, dann war das nur Heuchelei, um Ihren Unsinn, der ausschliesslich auf Vermutungen und Hörensagen basiert, als Wahrheit zu verkaufen. Darauf fallen nur Milchbubis und Milchmädchen rein - nicht war Mayr (alias Krassnick, alias ...).

    • Die Chinesen regeln ihre Angelegenheiten nach dem uralten
      Regelwerk des Konfuzianismus.Da sind vertrauensvolle "Beziehungen" das ein und alles. Nicht Beziehungen mit dem unangenehmen Beigeschmack den wir haben, wenn wir dieses Wort verwenden, sondern im Idealfall mit echten und sehr stabilen Bezeihungen, die die Grundmelodie in China ist.

      Natürlich gibt es als schwarze Rückseite des Mondes Korruption in erheblichem Ausmaß, die allerdings kein Hindernisgrund dafür ist, dass das System insgesamt ziemlich gut funktioniert.

    • @Herr Daniel Mayr
      Russland als Bittsteller und womöglich auf den Knien daher rutschen.
      So hätte man das wohl gern doch da wird der kapitalistische Westen bis an den Stankt Nimmerleinstag warten müssen.
      Russland hat auch seinen Stolz.
      Dass sich die Kapitalisten im kapitalistischen Westen nicht gerade darüber freuen, dass sie sich nicht weiterhin wie unter Jelzin, die Filet Stücke zum Spott Preis einverleiben können ist verständlich, die meinten wirklich das ginge so weiter.

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