Der Medien-Kommissar Ein Denkmal für das „Sacher“

Das ZDF widmet dem legendären Hotel „Sacher“ einen großen Zweiteiler. Der Film porträtiert eine mutige Unternehmerin in schwieriger Zeit. Noch heute wird die Wiener Hotelikone als Familienunternehmen geführt.
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Der österreichische Regisseur Robert Dornhelm zieht alle Register zwischen Kitsch und Historie, um aus dem Stoff einen unterhaltsamen Fernsehabend zu machen. Quelle: dpa
ZDF-Zweiteiler „Das Sacher“

Der österreichische Regisseur Robert Dornhelm zieht alle Register zwischen Kitsch und Historie, um aus dem Stoff einen unterhaltsamen Fernsehabend zu machen.

(Foto: dpa)

In Sachen Reklame kennt die Filmbranche keine falsche Bescheidenheit. Geht es um eine neue Produktion, werden alle Register der PR-Kunst gezogen, die dann in der medialen Berichterstattung ihren Niederschlag finden.

Im Fall des historischen Zweiteilers „Das Sacher. In bester Gesellschaft“ macht die Nachrichtenagentur dpa das legendäre Luxushotel gar zum „Wahrzeichen Wiens“. Das ist natürlich übertrieben. Die Ikonen der Donaumetropole sind immer noch immer die Hofburg und der Stephansdom. Doch das „Sacher“ ist zweifellos eine Institution, die eine große Faszination ausübt – bis zum heutigen Tag. Das ist auch einer der Gründe, weshalb der österreichische ORF mit der Ausstrahlung des acht Millionen Euro teuren Zweiteilers bereits kurz nach Weihnachten Traumquoten von 36 und 40 Prozent eingefahren hat.

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Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

So viele werden es beim ZDF, das den Zweiteiler am Montag und Mittwoch jeweils um 20.15 Uhr ausstrahlt, natürlich nicht werden. Dafür ist der deutsche Fernsehmarkt zu hart umkämpft. Allerdings stellt die deutsch-österreichische Produktion mit Schauspielstars wie Peter Simonischek, Joachim Król, Robert Palfrader oder Dietmar Bär auch in Deutschland einen sicheren Quotengaranten dar.

Der österreichische Regisseur Robert Dornhelm („Krieg und Frieden“, „Tosca“) zieht alle Register zwischen Kitsch und Historie, um aus dem „Sacher“-Stoff einen unterhaltsamen Fernsehabend zu machen. Trotz jeder Menge Fiktion, die dramaturgisch durchaus Sinn macht, entsteht ein politisches und gesellschaftliches Sittengemälde des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Der Zweiteiler bindet dem legendären Familienunternehmen „Sacher“ einen Lorbeerkranz. Anna Sacher, die „Königin von Wien“, war es schließlich, die mit ihrem unternehmerischen Mut, ihrer Toleranz und Weltoffenheit, ihren Durchsetzungsvermögen und ihrer Kreativität es in der damaligen Männergesellschaft geschafft hat, das Haus gegenüber der Wiener Staatsoper zum Dreh- und Angelpunkt der untergehenden österreichischen Monarchie zu machen.

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