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Der Medien-Kommissar Ein Selbstporträt mit Lücken

Regina Ziegler ist die Grande Dame der deutschen Fernsehunterhaltung und hat das Patriarchat in der Filmproduktion gebrochen. In ihren Erinnerungen blendet die mittelständische Unternehmerin allerdings manches aus.
27.12.2017 - 12:30 Uhr Kommentieren
Pro Sieben Sat 1: Die Telenovela im Vorstand – Medien-Kommissar
Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Rot, immer rot. Die Signalfarbe ist das Erkennungszeichen der Grande Dame der deutschen Fernsehunterhaltung. Mit ihren roten Haaren und mit bisweilen gleichfarbigen Modeaccessoires ist die heute 73-Jährige schon von Weitem zu erkennen – egal ob auf der Croisette in Cannes oder in den Filmstudios von Hollywood.

Regina Ziegler ist nach fast einem halben Jahrhundert im Filmgeschäft zur Ikone der Branche aufgestiegen. Seit 1973 produzierte die Unternehmerin rund 500 Filme – vom Fassbinder-Film „Angst essen Seele auf“ über „Beim Jodeln juckt die Lederhose“ und „Der bewegte Mann“ bis zu „Tatort“- und „Traumschiff“-Folgen. Regina Ziegler hat die deutsche Film- und Fernsehgeschichte wesentlich mitgeschrieben.

Endlich hat sie ihre Erinnerungen in Buchform unter dem Titel „Geht nicht, gibt’s nicht. Mein filmreifes Leben“ (C. Bertelsmann, 383 Seiten, 22 Euro) vorgelegt. Ihre Memoiren sind ein schönes Buch geworden. Das liegt nicht nur an dem ganz in Rot getauchten Cover des Leinenbandes, sondern insbesondere an dem kleinen Daumenkino in der Ecke der rechten Buchseiten. Ein schöner Fingerzeig auf ihre Branche.

Zwischen den prallen, emotionalen und auch ironischen Episoden sind zudem (natürlich in roter Schrift) die Kochrezepte aus der legendären Küche von Regina Ziegler eingestreut. Einige lohnen sich durchaus zum Nachkochen.

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    Regina Ziegler ist nicht nur wegen ihrer unglaublichen Bandbreite ihrer Produktionen eine Ikone der Branche, sondern auch wegen ihres unternehmerischen Mutes. Als erste Frau beendete sie in den Post-APO-Jahren das Patriarchat in der deutschen Filmproduktion. Das war ein sehr schwerer Weg für die Unternehmerin.

    Unangenehme Begebenheiten deutet sie nur an. Welche Zustände noch heute hinter den Kulissen der von Männern dominierten Branche herrschen, hatte erst jüngst auf dramatische Weise der Missbrauchsskandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein gezeigt.

    „Die Kunst des Produzierens steht und fällt mit drei Aufgaben: Stoffe finden, Geld beschaffen und – gewissermaßen als Grundlage für beides – Beziehungen aufbauen und pflegen“, schreibt Ziegler (der Nachname stammt von ihrem ersten Mann). Regina Ziegler – in zweiter Ehe bis zu seinem Tod 2015 verheiratet mit dem Regisseur Wolf Gremm („Kamikaze 1989“) – ist eine Menschenfängerin. Mit ihrem Talent spinnt die Wahlberlinerin ein Netz von Beziehungen auf den Führungsetagen der Rundfunkanstalten. Im komplizierten Ökosystem von ARD und ZDF bewegt sie sich seit Jahrzehnten spielend, zielorientiert und raffiniert.

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