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Der Medien-Kommissar Blackbox Bavaria

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EU-Kommission dürfte sich einschalten

Auf Franckenstein kommen – trotz der geplanten Reduzierung der vielen Unternehmensbeteiligungen und dem Verkauf der Produktionskapazitäten im Münchner Medienvorort Unterföhring Ende vergangenen Jahres – unruhige Zeiten hinzu. Mittlerweile schauen auch die Aufsichtsgremien von ARD und ZDF genauer hin, was die Anstalten mit ihren kommerziellen Töchtern alles so treiben. Auf der Diskussion beim Filmfest München, an der ich teilnahm, fand sogar der langjährige BR-Rundfunkrat und frühere bayerische CSU-Minister Thomas Goppel durchaus kritische Worte zu den marktverzerrenden Aktivitäten der Bavaria, welche im Markt die Preisspirale immer weiter nach unten dreht.

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sich die EU-Kommission mit dem Vorwurf der jahrelangen Wettbewerbsverzerrung durch die Bavaria auseinandersetzen wird. Die umfassende Lösung liegt ohnehin auf der Hand – nämlich die Privatisierung der Produktionskonzern Bavaria und Studio Hamburg, eine hundertprozentige Tochter des Norddeutschen Rundfunks (NDR).

In der Mitte des 20. Jahrhunderts brauchte das noch junge Fernsehen Produktionstöchter, um die eigenen Programme herzustellen. Heutzutage ist diese Aufgabe schlichtweg überflüssig geworden. Gerne berufen sich Bavaria und Studio Hamburg sowie ihre öffentlich-rechtliche Mütter auf den Rundfunkstaatsvertrag, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Doch das ist nichts weiter als Legendenbildung. Die Magna Charta des öffentlich-rechtlichen Systems erlaubt ARD und ZDF lediglich kommerzielle Töchter. Eine Verpflichtung gibt es hingegen in keiner Weise.

Im digitalen Zeitalter benötigen ARD und ZDF nicht mehrere Dutzend Produktions- und Dienstleistungsunternehmen quer durch die Republik. Viele davon sorgen nicht nur mit Dumpingpreisen für unfairen Wettbewerb. Manche wie das Studio Hamburg kämpfen immer wieder mit roten Zahlen. Damit die Möglichkeit einer Bevorzugung der eigenen Produktionstöchter durch ARD und ZDF für immer ausgeschaltet wird, führt an der Privatisierung von Bavaria und Studio Hamburg mittelfristig kein Weg vorbei. Die Black Box mit der Querfinanzierung der sendereigenen Töchter wäre damit Geschichte.

Immer montags schreibt Handelsblatt-Korrespondent und Buchautor Hans-Peter Siebenhaar seine Sicht auf die Kommunikationswelt auf.

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