Der Medien-Kommissar Mehr TV-Demokratie wagen

Die Petition gegen den unpopulären ZDF-Moderator Markus Lanz zeigt: Der Gebührenzahler will das Diktat der Sender nicht mehr hinnehmen. Doch mehr Mitsprache ist im öffentlich-rechtlichen System nicht vorgesehen.
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Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Dieter Nuhr hat Recht, wenn er sich gegen digitales Mobbing und binäre Erregung stark macht. Tatsächlich trägt die in der vergangenen Woche gestartete Online-Petition gegen den Moderator und Fernsehproduzenten Markus Lanz groteske Züge. Dem rheinländischen Kabarettisten ist der „Online-Petitionswahn“ ein Dorn im Auge. Mittlerweile haben fast schon eine Viertel Million Menschen gegen die rüden Interviewmethoden des Italieners in seiner ZDF-Talksendung virtuell unterschrieben. Stündlich werden es mehr.

Was der ansonsten schlaue Dieter Nuhr aber nicht gemerkt hat: Die Online-Petition gegen den ZDF-Großverdiener Lanz ist nichts anderes als der Ausdruck einer großen Hilflosigkeit des Gebührenzahlers. Der Zuschauer muss seit über einem Jahr Zwangsgebühren an ARD und ZDF entrichten, unabhängig davon, ob er die Inhalte überhaupt will.

Der Gebührenzahler ist der entmündigte Bürger. Im System von ARD und ZDF ist für ihn keine Mitsprachemöglichkeit vorgesehen. Dabei ist eigentlich der Gebührenzahler der eigentliche Eigentümer des größten öffentlich-rechtlichen Rundfunks weit und breit. Mit seinem jährlichen Obolus von über 7,5 Milliarden Euro finanziert er den opulenten Apparat, der Moderatoren wie Markus Lanz in wenigen Jahren zu Millionären macht.

Politiker wie die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht haben natürlich ein Anrecht auf eine faire Behandlung vor laufender Kamera, gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit seinem besonderen Qualitätsanspruch. Das gilt auch für Markus Lanz, der die streitbare Dame unhöflich und unprofessionell in seiner ZDF-Talksendung behandelte. Darüber besteht kein Zweifel.

Doch Politiker können sich im Gegensatz zum Gebührenzahler sehr gut wehren. Sie sitzen in den Rundfunk- und Fernsehräten, entscheiden in den Hinterzimmer der Macht über Aufstieg und Fall im Hofstaat namens ARD und ZDF. Deshalb ist der „Online-Petitionswahn“ zugunsten einer Politikerin auch ein Stück absurd.

Was wir brauchen ist weniger eine Debatte um Markus Lanz, sondern um mehr Demokratie bei ARD und ZDF.

Vom stimmlosen Gebührenzahler zum stimmberechtigten Aktionär
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10 Kommentare zu "Der Medien-Kommissar: Mehr TV-Demokratie wagen"

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  • Markus Lanz verdient als Moderator beim ZDF jährlich 1.248.000 € Grundmoderatorenvergütung
    .
    Seit Oktober 2012 moderiert er "Wetten, das...?" und erhält dafür jährlich 128.000 €.
    Mit der Talkshow "Markus Lanz" verdient er weitere 250.000 € jährlich.

    Das sind 1,626 MIO / Jahr oder 135 500 TSD /Monat!!


    Siehe dazu
    www.gehaltsreporter.de/promi_gehaelter/8056.htm

    Das sind allein die Gelder aus unseren GEZ-Gebühren.

    Weitere Einnahmequellen kommen dann noch hinzu.

    Thomas Gottschalk verdiente bis 2012 als Moderator bei dem ARD 6.000.000 € jährlich.



    Bei openPetition ist nun eine weitere Petition angelaufen, die sich an die Bundesregierung wendet:

    "" Deckelung der Gehälter für Moderatoren des öffentlich rechtlichen Fernsehens ""

    https://www.openpetition.de/petition/online/deckelung-der-gehaelter-fuer-moderatoren-des-oeffentlich-rechtlichen-fernsehens

  • Lanz ist nicht das Übel sondern Frau Wagenknecht was hat sie glaubt das sie in einer Talk Show geht ohne das Lanz genau nachfragt ! Dann soll Frau Wagenknecht wegbleiben wenn sie kritisches Nachfragen nicht haben kann !! Lanz weiter so kein online Mobbing !!

  • Die Medien (TV und Zeitungen) kann man nur noch mit "spitzen Fingern" anfassen und lesen oder sehen heutzutage, vollgestopft mit Lüge und Propaganda.

    Die Redakteure "waschen und lenken" die Hirne der Deutschen und "lullen uns ein".

  • Ja, wer diktiert den TV-Programmdirektoren was sie auszustrahlen haben, Wer koordiniert Stern, Spiegel, Welt, Focus, Huffington, Bild, dass die immer abgestimmt den gleichen ideologischen Abwasch bringen den man nicht mehr Sehen oder Lesen kann ?

    Wer drängt Deutschland die Ideologien auf, die von Medien und Politik unentwegt gegangen werden ? Schuld-Kult, Verblödung, Hofieren von Homosexualität und Feminismus, Machterweiterung "EU in Brüssel", Welt-Elite (Gates, Buffet, Goldman Sachs etc) Freimaurer-Logen ? Jedenfalls gibt es eine "steuernde Zentrale" in der Welt, wo das herkommt !!!

    Wer befiehlt, dass täglich auf Phoenix, N24, n-tv, ZDFinfo Kriegspropaganda mit Hitler und co gezeigt wird, diese tägliche Schuld-Beladung der Deutschen, als wenn gestern der 8. Mai 1945 gewesen wäre und die Deutschen am Nasenring durch die KZ-Lager gezogen werden müssten. Wer in Person befielt das den deutschen Medien im Sendeplan ?

    Meldet euch mal.

    Die Verlage und Medien insgesamt werden immer mehr von den Deutschen ABGELEHNT, weil sie die ständige Propaganda SATT sind, die dahinter versteckt ist.

    Frage: Wer diktiert den Medien eigentlich die Ideologie, die sie ständig ausposaunen (müssen) ??

    Schlimmer als in der DDR.

  • "Fredi" - ich will 21 GEZ-Zwangskanäle nicht finanzieren müssen. Darum geht es. Was die senden ist mir vollkommen egal, so lange ich dafür nicht zahlen muss.

    "Rosenheim Cops", "Rosamunde Pilcher", "Köche", Schuld-Kult-Kriegsfilme, den Dreck will kein Normal-Bürger mehr sehen oder bezahlen.

  • Lanz verdient aber das meiste Geld in seiner Eigenschaft als Produzent in Diensten der ÖR, genauso wie die GEZ-Profiteure Plasberg, Will, Jauch und Pilawa.

  • Sehr guter Beitrag, vielen Dank!

    Leider jedoch sind im Parteienstaat BRD keine Änderungen an der sehr bequemen Allianz zwischen Blockparteien und Systemmedien erwünscht. Die Politik bestimmt die üppigen Gebühren für ein Staatsfernsehen und -rundfunk der dafür systemkonform berichtet.

    Wer sollte Änderungen herbei führen? Beide "Vertragsseiten" profitieren viel zu sehr, zu Lasten der Bürger und der Informationsfreiheit.

    Aus diesem Ansatz heraus habe auch ich gegen Lanz gestimmt, ohne Hoffnung daß sich an dieser Informationsdiktatur etwas ändert. Wir Deutschen empören uns über Berlusconi, dabei läuft es in unserer Bananenrepublik nicht sehr viel anders.

  • @ R.Rath


    Es würde schon viel bringen, wenn in den Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Sender keine aktiven Politiker säßen und ehemalige Politiker erst nach fünf Jahren nach Beendigung ihrer Politiker-Karriere dorthin wechseln dürften.

  • Entweder müssen ARD und ZDF Aktiengesellschaften werden mit Stimmrecht der Aktionäre oder Vereine, die vereinsrechtlich aufgestellt sein sollten, ebenfalls mit Stimmrechten der Vereinsmitglieder.

    Mehr Demokratie einfordern ist das Gebot der Stunde. Paternalistische Strukturen sind Schnee von gestern und in keiner Weise mehr zeitgemäß.

  • "Doch mehr Mitsprache ist im öffentlich-rechtlichen System nicht vorgesehen"
    Und bei den Privaten? Verblödungsfernsehen pur! Kritische Stimmen zu Wirtschaft und Reichen kommen dort überhaupt nicht vor.

    Es ist eben einfacher über dumme Menschen zu herrschen, als über ein gebildetes Volk.

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