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Medienkonzern Axel Springer enttäuscht die Börse

Konzernchef Mathias Döpfner kündigt für 2019 hohe Investitionen an, die auf Kosten der Gewinne gehen. Das kam am Morgen an der Börse nicht gut an.
Update: 07.03.2019 - 11:43 Uhr Kommentieren
Das Wachstum hat das Medienhaus im Grunde der Sparte Classified Media mit ihren Job- und Immobilienportalen zu verdanken. Quelle: AFP
Axel Springer-Verlagsgebäude

Das Wachstum hat das Medienhaus im Grunde der Sparte Classified Media mit ihren Job- und Immobilienportalen zu verdanken.

(Foto: AFP)

Berlin Axel Springers Abhängigkeit vom Printgeschäft wird immer kleiner. „Die Printwerbeerlöse lagen im vergangenen Jahr unter zehn Prozent“, berichtete CEO Mathias Döpfner am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz des Medienhauses. Die Zeiten haben sich deutlich geändert. „Das freut uns sehr.“

Die Erfolgstreiber haben sich gewandelt: Das Nachrichtenportal Business Insider, das inzwischen Insider Inc heißt, hat im zweiten Halbjahr 2018 die Gewinnschwelle erreicht, die News-App Upday, die auf Samsung-Geräten installiert ist, wird in diesem Jahr profitabel sein und die digitalen Kleinanzeigen, bei Axel Springer gebündelt in der Rubik Classifieds, sind mit einem Gewinnanteil von rund 61 Prozent das neue Rückgrat des Medienunternehmens.

84 Prozent des Weges zu einem digitalen Medienhauses seien bereits gegangen, meinte CEO Döpfner. So hoch sei zumindest der Anteil der digitalen Geschäfte am Gesamtgewinn. Allerdings dürfe diese hohe Zahl nicht täuschen: „Was die Optimierung der Geschäftsmodelle angeht, stehen wir noch ganz am Anfang, das sind vielleicht erst zehn Prozent.“

Axel Springer hat den Umsatz im vergangenen Jahr dank des starken Digitalgeschäftes gesteigert. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 4,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Großer Treiber dieser Entwicklung war der Bereich Classifieds mit den digitalen Kleinanzeigen bei Immobilien, Stellenangeboten und Fahrzeugen. Der Umsatz der Classifieds Media stieg binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Dagegen sank die Rubrik News Media, in der die Medienmarken „Bild“ und „Welt“ eingeordnet sind, um 0,9 Prozent auf einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro.

Das bereinigte Ebitda kletterte um 14,3 Prozent auf 737,9 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Gewinn von 335,7 Millionen Euro – 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei der Dividende wird es eine Erhöhung von zwei auf 2,10 Euro je Aktie geben.

Döpfner will den langfristigen Blick bewahren

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzanstieg im „niedrigen einstelligen Prozentbereich“ sowie mit einem Gewinn auf Vorjahresniveau. Im Bereich Classifieds und News Media wolle das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag investieren, sagte Finanzvorstand Julian Deutz.

Zudem will das Unternehmen weiteres Potenzial in den Bereichen Technologie und Daten heben. Dazu hatte Springer bereits am Mittwoch die Übernahme des Paid-Content-Unternehmens CeleraOne angekündigt, um damit als Technologieanbieter ins Geschäft mit bezahlten Inhalten einzusteigen.

Springers Geschäftszahlen 2018 überzeugten die Börse erst einmal nicht: Die Aktie ist im MDax notiert. Während der Vorstellung der Bilanz lag die Aktie bei 46 Euro – ein Minus von sieben Prozent. Das Papier hatte in den vergangenen zwölf Monaten gut 30 Prozent eingebüßt.

Die Börse würde eine kurzfristige Betrachtung wählen, sagte Döpfner, er als Unternehmenschef müsse dagegen den langfristigen Blick bewahren – und investieren. Springer hat im vergangenen Jahr mit dem Modeportal Aufeminin ertragreiches Geschäft verkauft und dafür in neue Geschäfte investiert, wie etwa die Immobilienplattform Homeday, die noch keine Gewinne abwirft.

Für die Diskussion um das Kölner Medienhaus DuMont („Kölner Stadt-Anzeiger“), das einen Verkauf seiner Regionalzeitungen erwägt, fand Döpfner nachdenkliche Worte: „Das ist kein gutes Zeichen für die ganze Branche“, sagte er. Allerdings stellte er auch klar: „Wir haben kein Interesse an einem Zukauf an diesem Portfolio.“

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