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Medienkonzern Bertelsmann trennt sich doch nicht von Arvato-Teilen

Die Gütersloher schließen eine strategische Partnerschaft mit der Saham Group aus Marokko. Gemeinsam wollen sie in die Callcenter investieren.
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Bertelsmann trennt sich doch nicht von Arvato-Teilen Quelle: dpa
Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh

Der Dienstleistungsspezialist Arvato gehört neben dem Fernsehkonzern RTL Group zu den umsatzstärksten Segmenten von Bertelsmann.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Markt für Dialogmarketing in Deutschland formiert sich neu. Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann hatte im Januar die Prüfung einer Abspaltung seines CRM (Customer Relationship Management)-Geschäfts, das bei der Unternehmenstochter Arvato angesiedelt ist, angekündigt. Die Prüfung ist nun abgeschlossen.

Bertelsmann wird sich nicht von dem Arvato-Teilbereich trennen, wie der Konzern am Montag bekanntgab. Stattdessen gehen die Gütersloher eine strategische Partnerschaft mit dem marokkanischen Konzern Saham Group ein und bauen ein Gemeinschaftsunternehmen auf.

Die Saham Group ist bereits seit 2004 Minderheitsgesellschafter bei Bertelsmann. Nachdem der Gütersloher Medienkonzern zahlreiche Interessenten für sein CRM-Geschäft, darunter der Kölner Werbekonzern Ströer, gesichtet hat, fiel die Entscheidung auf das afrikanische Unternehmen.

„Saham ist seit 2004 ein exzellenter Partner für Bertelsmann mit großer Expertise im CRM-Geschäft,“ sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe dem Handelsblatt. Beide Unternehmen werden je zur Hälfte Eigentümer des neuen Unternehmens, das im Januar 2019 starten soll und dann auch einen neuen Firmennamen bekommt.

Das neue CRM-Unternehmen wird mit rund 48.000 Mitarbeitern in 25 Ländern einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro erzielen. Der Callcenter-Bereich, den Bertelsmann unter die Lupe genommen hat, beschäftigt 36.000 Mitarbeiter. Da Bertelsmann einen deutlich größeren Teil in die neue Gesellschaft einbringt als die Saham Group, wird der afrikanische Partner eine Ausgleichszahlung an Bertelsmann leisten. Über die Höhe der Transaktion vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

„Die neu entstehende Unternehmensgruppe wird führende Marktpositionen in Europa, Afrika und dem Nahen Osten einnehmen, verbunden mit einer starken Präsenz in Amerika und Asien“, sagte Bertelsmann-Chef Rabe.

Das deutsche Unternehmen wird mit Thomas Mackenbrock den künftigen CEO stellen. Der Manager hat seine Karriere bei Bertelsmann 2006 begonnen. Saham wiederum wird den Aufsichtsvorsitzenden benennen. „Das neue Unternehmen soll gut positioniert sein, um am starken Wachstum der weltweiten CRM-Märkte teilzuhaben, insbesondere für digitale Unternehmen, Telekommunikationsanbieter und Finanzdienstleister“, sagte Moulay Mohamed Elalamy, Repräsentant der Saham-Gruppe.

Der „Königsweg“ für Rabe

Das neue Unternehmen, das komplett bei Bertelsmann konsolidiert wird, werde schuldenfrei starten, sagte Rabe. Er sieht klar einen Wachstumskurs für das CRM-Geschäft, das immer stärker von neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz gelenkt wird. Hohe Investitionen sind daher nötig. In den kommenden Jahren solle ein dreistelliger Millionen-Euro-Betrag investiert werden, meinte der Bertelsmann-Chef.

Das Geld fließe in den Ausbau regionaler Präsenzen, darunter Afrika, Asien und der mittlere Osten, aber auch in neue Technologien wie Robotics und Analytics. Ziel sei es, nicht mehr nur länderspezifische Lösungen zu bauen, sondern solche, die weltweit genutzt werden könnten, erklärte Rabe.

Für den Bertelsmann-Chef, der seit 2012 die Geschäfte in Gütersloh lenkt, bedeutet die Entscheidung für Saham einen „Königsweg“, wie er sagte. „Wir bleiben in dem wachstumsstarken Geschäft, und haben zugleich einen exzellenten Partner an der Seite.“ Rabe rechnet in dem wettbewerbsintensiven CRM-Markt mit einem jährlichen Wachstum von fünf bis sechs Prozent.

Die Saham Group wurde 1995 in Casablanca gegründet. Sie ist in der Versicherungsbranche, im Immobiliengewerbe und als Outsourcing-Spezialist aktiv. Mit rund 16.000 Mitarbeitern erzielt das afrikanische Unternehmen einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar. Damit hat Saham einen anderen Fokus als der Medien- und Bildungskonzern Bertelsmann. Dieser hatte sich 2016 eine neue Struktur gegeben und acht Unternehmenssparten neu geformt.

Der Dienstleistungsspezialist Arvato gehört neben dem Fernsehkonzern RTL Group zu den umsatzstärksten Segmenten von Bertelsmann. Die Buchverlagsgruppe Penguin Random House gehört ebenso dazu wie der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr und das Musikunternehmen BMG. Mit rund 119.000 Beschäftigten erzielte das Familienunternehmen 2017 einen Umsatz von 17,2 Milliarden Euro.

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