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Medienkonzern Bertelsmann verlängert Vertrag mit Konzernchef Rabe vorzeitig

Thomas Rabe hat das Unternehmen in den vergangenen neun Jahren als CEO bereits stark geprägt. Nun bleibt er noch länger an der Spitze.
21.01.2021 Update: 21.01.2021 - 13:59 Uhr Kommentieren
Der Medienmanager bleibt dem Konzern erhalten. Quelle: dpa
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe

Der Medienmanager bleibt dem Konzern erhalten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Thomas Rabe, seit 2012 CEO von Bertelsmann, bleibt fünf weitere Jahre im Amt: Der Aufsichtsrat hat am Donnerstag den Vertrag des 55-Jährigen vorzeitig bis Ende 2026 verlängert, wie der Gütersloher Medien- und Dienstleistungskonzern mitteilte.

Die Verlängerung des CEO-Vertrags sei „in einer Zeit immer schnellerer Veränderungen ein klares Zeichen von Kontinuität“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Mohn. „Thomas Rabe ist ein Stratege mit herausragenden analytischen Fähigkeiten und ein exzellenter Manager, der sich mit seinem Team in der Coronakrise einmal mehr bewährt hat.“

Rabe war 2000 als Finanzchef der Tochter RTL Group zum Unternehmen gestoßen und hatte diesen Posten 2006 auch im Konzernvorstand übernommen. Diese Expertise zahlte sich im vergangenen Jahr aus, als die Coronakrise auch den Medienkonzern ergriff. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler verordnete dem Unternehmen eine strikte Kostendiät.

Mehr als 60 Prozent des Umsatzrückgangs im Zuge der Corona-Gegensteuerung seien „kostenseitig kompensiert“ worden, meldete der CEO im vergangenen September. Allerdings: Sowohl Umsatz als auch Gewinn werden 2020 vermutlich gesunken sein. 2019 lag der Umsatz bei 18 Milliarden Euro. Im Frühjahr wird Bertelsmann seine jüngsten Geschäftszahlen präsentieren.

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    Rabe hat das Unternehmen in den vergangenen neun Jahren als CEO bereits stark geprägt. Seine Agenda zu Beginn der ersten Amtszeit: mehr Digitalisierung, mehr Internationalisierung und mehr Wachstum. Der Konzernumbau käme einem Marathon gleich, sagte der sportliche Manager damals, der sich gern in Langstreckenläufen misst.

    Konzernumbau wie ein Marathonlauf

    Rabe nennt sich selbst einen strukturfreudigen Menschen. Die von ihm so geschätzte logische Struktur legt er auch über den Konzern, der weltweit mehr als 120.000 Mitarbeiter beschäftigt. Er teilte den Konzern zunächst in acht Sparten auf. Eine der wichtigsten: die Buchgruppe Penguin Random House mit Sitz in New York.

    In den ersten Jahren gehörte die internationale Buchgruppe nicht nur Bertelsmann, sondern auch dem britischen Unternehmen Pearson. Dieses trennte sich jedoch nach und nach von seinen Anteilen, sodass die Gütersloher seit vergangenem Jahr alleiniger Eigentümer von Penguin Random House sind.

    Penguin-CEO Markus Dohle hatte Fortune mit der Autorenauswahl und erwarb beispielsweise die weltweiten Verlagsrechte an Büchern des früheren US-Präsidenten Barack Obama und der früheren First Lady Michelle Obama. Der Jahresumsatz der Buchsparte lag zuletzt bei 3,6 Milliarden Euro.

    Ende 2020 kaufte Bertelsmann zudem den renommierten US-Verlag Simon & Schuster, der unter anderem den Thriller-Autor Steven King unter Vertrag hat, und stärkte damit den Auftritt in seinem zweitgrößten Markt USA.

    „Das Buchgeschäft ist für Bertelsmann identitätsstiftend seit Gründung des C. Bertelsmann Verlags vor mehr als 185 Jahren und hat bis heute nichts von seiner Attraktivität verloren“, kommentierte CEO Rabe im November den 2,2 Milliarden Dollar teuren Kauf.

    Die Buchsparte kam bislang vergleichsweise gut durch die Coronakrise – anders als andere Bertelsmann-Töchter, wie die TV-Sparte RTL Group oder das Verlagshaus Gruner + Jahr, deren Umsätze und Gewinn deutlich nachgaben. Die Werbeindustrie hat mit starken Kürzungen auf die Coronakrise reagiert.

    RTL-CEO in Personalunion

    Für Rabe bedeutet dies: verstärktes Augenmerk auf die Medienunternehmen. Seit dem überraschenden Abschied des früheren RTL-Chefs Bert Habets im April 2019 hat Rabe die CEO-Position in Personalunion übernommen. Heute setzt der gebürtige Luxemburger auf Kooperation. Nachdem er RTL und Gruner + Jahr zu einer Werbeallianz namens Ad Alliance zusammenschweißte, folgte vor zwei Jahren ein Zusammenschluss zum Austausch von Bertelsmann-Inhalten.

    Die Content-Alliance soll für eine Durchlässigkeit zwischen TV-Formaten bei RTL oder Vox, Magazininhalten bei Gruner + Jahr, Musikrechten der Tochter BMG oder auch Buchvorlagen von Penguin Random House sorgen. Zugleich hat der Bertelsmann-Chef dafür gesorgt, dass sich die Quote der Digitalgeschäfte konzernweit deutlich erhöht. Heute liegt sie bei über 50 Prozent. Das scheint sich in Zeiten der Coronakrise auszuzahlen.

    Außerdem krempelte Rabe die umsatzstarke Service-Tochter Arvato um und brachte den Großteil des Geschäfts in das Gemeinschaftsunternehmen Majorel ein, das Callcenter und Online-Kundenbetreuung weltweit auch für Großkonzerne betreibt.

    Mehr: Bertelsmann erhält Zuschlag für US-Verlag von Stephen King

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