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Medienkonzern Konzernchef Döpfner baut Axel Springer um – im doppelten Sinn

Der Neubau des Medienkonzerns steht kurz vor der Fertigstellung. Es ist aber nicht der einzige große Umbruch, der den Mitarbeitern im kommenden Jahr bevorsteht.
13.12.2019 - 07:00 Uhr Kommentieren
In den Redaktionen des Konzerns wird es sichtbare Umbauten geben. Quelle: Reuters
Springer-Chef Mathias Döpfner

In den Redaktionen des Konzerns wird es sichtbare Umbauten geben.

(Foto: Reuters)

Berlin Seine Begeisterung für das neue Gebäude kann er kaum verbergen. Mathias Döpfner, Vorstandschef des Medienunternehmens Axel Springer, zog am Donnerstagabend mit einem Tross Journalisten erstmals durch den Neubau in Berlin. Entworfen wurde das Gebäude vom niederländischen Architekten Rem Koolhaas.

Es liegt auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstück, einst im Besitz des Medienunternehmers Leo Kirch, das sich direkt neben dem alten Axel-Springer-Komplex befindet. Architektensohn Döpfner spart nicht mit Lob. „Man spürt schon jetzt: Hier ist nicht nur ein spektakuläres Bauwerk entstanden, sondern ein Ort der Begegnung, wo Menschen sich austauschen und besser zusammenarbeiten werden“, sagt der Konzernchef.

Im kommenden Jahr soll der Neubau nach drei Jahren Bauzeit pünktlich mit 3500 Mitarbeitern bezogen werden. Die Räume verteilen sich auf 13 Geschosse und einer Gesamtfläche von 52.000 Quadratmetern, die Architektur ist offen und transparent. Das herausragende Merkmal des Neubaus: ein 45 Meter hohes Atrium.

Die Baustelle symbolisiert aber nicht zuletzt den tiefgreifenden Umbau, in dem das Medienunternehmen steckt. In dieser Woche hat der US-Finanzinvestor KKR die Freigabe der Aufsichtsbehörden für den Einstieg bei Axel Springer erhalten. Damit darf das Übernahmeangebot vollzogen werden. Die Abwicklung soll bis zum 27. Dezember erfolgen.

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    Mit dem Übernahmeangebot hat sich KKR 44,28 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte der Axel Springer SE gesichert. Gemeinsam mit Verlegerwitwe Friede Springer und CEO Döpfner wird der Finanzinvestor künftig die Geschicke des Medienhauses lenken.

    KKR soll dem Medienunternehmen bei der Expansionsstrategie helfen. Döpfner betonte am Donnerstagabend, dass KKR „am meisten an unsere Wachstumspläne geglaubt“ habe. Das Medienhaus hatte im Vorfeld mit sieben Private-Equity-Häusern Gespräche geführt, bevor es sich für den Investor entschied.

    Der nun angestoßene Transformationsprozess habe die Prioritäten bei Springer durchaus verändert, sagt der Medienmanager. Das Unternehmen setzt nun auf deutliches organisches Wachstum. Aktuell liegt der Jahresumsatz bei 3,2 Milliarden Euro.

    „Bild“ zieht nicht mit um

    Springer will sich dabei aufs Digitalgeschäft konzentrieren. Die vier wichtigsten Pfeiler für künftige Investitionen: die digitalen Rubrikengeschäfte für Immobilien (Immowelt) und für Stellenangebote (Stepstone) sowie die Nachrichtenseite „Business Insider“ und das Digitalgeschäft der „Bild“-Zeitung.

    Das reichweitenstarke Boulevardblatt „Bild“ will im kommenden Jahr ein eigenes Bewegtbildangebot starten. Dabei soll es sich nach Aussagen von Springer-Managern vor allem um die Inhalte Entertainment, Sportberichterstattung sowie politische Beiträge handeln.

    Allerdings wird „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt mit seiner Mannschaft nicht in den neuen Springer-Bau ziehen, sondern in dem alten Gebäude auf der anderen Straßenseite bleiben, wo die Medienmarke zahlreiche Stockwerke belegt. Auch der Springer-Vorstand unter Führung von Döpfner bleibt in den alten Büroräumen.

    Stattdessen zieht der „Welt“-Newsroom für Print und Digital und die „Welt“-TV-Studio in den Neubau – auf eine offenen Brücke mit Blick auf das großzügige Atrium. Auch das Vergleichsportal Idealo mit rund 1000 Mitarbeitern sowie der digitale Verlagsbereich bei Axel Springer in Deutschland (Spring) ziehen um.

    Parallel zu den Investitionen läuft bei Springer ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. Die Posten, die auf dem Prüfstand stehen, liegen vor allem im nationalen Print-Geschäft. Rund 50 Millionen Euro will Springer dort einsparen. Aktuell führt das Management Gespräche mit den zuständigen Betriebsräten.

    Dieser „unangenehme Schritt“ habe stattfinden müssen, sagt Döpfner. Vielleicht sei er durch den Einstieg des Investors schneller als sonst erfolgt. Von einer Salamitaktik hält er nichts, er will zügig für Transparenz bei den Maßnahmen sorgen.

    In den Redaktionen wird es sichtbare Umbauten geben. So soll ab 2020 die Sportberichterstattung der „Bild“-Zeitung, der „Welt“-Titel und der „Sport Bild“ aus einer gemeinsamen Redaktion erfolgen. Mit einem solchen Sport-Kompetenzzentrum sollen die Ressourcen besser eingesetzt werden. Das Medienunternehmen will außerdem die werktäglichen Ausgaben von „Welt Kompakt“ und das Magazin „Bild Politik“ einstellen.

    Mehr: Nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR will sich das Medienhaus stärker auf digitale Inhalte fokussieren – und Millionen einsparen. Das trifft auch „Bild“ und „Welt“.

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