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Medienkonzern Konzernumbau drückt Gewinn bei Axel Springer – Börsenrückzug beschlossen

Der bereinigte Gewinn des Medienkonzerns fiel 2019 um fast 15 Prozent. Für 2020 stellt Axel Springer neue Zukäufe in Aussicht.
27.02.2020 Update: 28.02.2020 - 10:06 Uhr Kommentieren
Nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR wollen sich die Berliner von der Börse zurückziehen und künftig Geld in langfristiges Wachstum stecken. Quelle: dpa
Axel Springer

Nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR wollen sich die Berliner von der Börse zurückziehen und künftig Geld in langfristiges Wachstum stecken.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Umbau des Medienunternehmens Axel Springer schreitet voran. Bis zum 20. März läuft das Delisting-Erwerbsangebot, in dem den Aktionären 63 Euro je Aktie angeboten werden – Springer will nach 35 Jahren die Börse verlassen. Das nötige Geld stammt von dem US-Finanzinvestor KKR, der im vergangenen Jahr Springer-Anteile in Höhe von 42,5 Prozent gekauft hat.

In einer gemeinsamen begründeten Stellungnahme haben KKR, Verlegerwitwe Friede Springer und CEO Mathias Döpfner nicht nur das Verfahren des Delistings festgelegt, sondern zugleich die Geschäftszahlen für das Jahr 2019 sowie einen Ausblick gegeben. Die Zahlen sollen die restlichen Aktionäre, die zusammengerechnet noch etwa 3,5 Prozent an Springer halten, dazu ermuntern, sich nun doch von ihren Aktien zu trennen.

So ist der Umsatz im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gesunken, und der bereinigte Gewinn (Ebitda) gab um 14,5 Prozent auf 630,6 Millionen Euro nach. Als wesentlichen Grund für den Rückgang nannte Springer Rückstellungen, die für die angekündigte Restrukturierung im Mediensegment (News Media National) gemacht wurden.

Im Herbst hatte der Konzern bekanntgegeben, dass er Millionenbeträge in Projekte bei seinen Marken „Bild“ und „Welt“ investieren und zugleich im Konzern Personal reduzieren wolle. Etwa 50 Millionen Euro sollen dadurch eingespart werden. Springer beschäftigt weltweit mehr als 16.000 Mitarbeiter.

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    Der Rückgang des Segments New Media, der von der Vorständin Stephanie Caspar verantwortet wird, fällt besonders drastisch aus: Der Umsatz ging um 4,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück, der Gewinn sank um 39,3 Prozent auf 138,5 Millionen Euro.

    Vor allem in diesem Bereich soll Personal reduziert werden. Die ersten Fristen von Freiwilligenprogramme sind bereits abgelaufen, wurden allerdings noch einmal verlängert in der Hoffnung, sich einvernehmlich von Mitarbeitern zu trennen.

    Betriebsbedingte Kündigungen sind nach Aussagen des Konzerns noch nicht ausgesprochen worden, werden aber nicht ausgeschlossen. Das könnte, so schätzen Experten, in einigen Wochen bereits der Fall sein.

    Geringe Veränderungen

    Branchengerüchten, wonach Axel Springer plane, das klassisches Journalismus-Geschäft von dem deutlich lukrativeren Geschäft mit digitalen Rubriken-Angeboten zu trennen und in eine Stiftung zu überführen, dementierte das Unternehmen. Solche Pläne gebe es nicht, sagte ein Sprecher. Sie wären im Übrigen ein „rotes Tuch für Mathias Döpfner“, der Journalismus so weiterentwickeln wolle, dass er aus eigener wirtschaftlicher Kraft existieren könne.

    Wie das konkret aussehen soll, ist allerdings noch unklar. Nur vereinzelt zeigen sich Veränderungen. So hat die „Bild“-Gruppe bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg eine Rundfunklizenz beantragt – in der Hoffnung, nun stärker in Bewegtbildgeschäft einzusteigen. Die Medienmacher planen, die Live-Videoberichterstattung über bestehende Formate („Bild Live“, der Polittalk „Die richtigen Fragen“) auszuweiten, wollen aber auch neue Formate auf der Webseite und den anderen Plattformen schaffen. Nutzergenerierte Formate sollen einen Teil des neuen Programms ausmachen. Aber auch Sportübertragungen könnten perspektivisch ein Thema sein, heißt es in Unternehmenskreisen.

    Solche Pläne täuschen allerdings nicht darüber hinweg, dass die eigentliche Musik bei Springer im digitalen Rubriken-Geschäft („Stepstone“, „Immowelt“) gespielt wird. 73,3 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen mittlerweile im digitalen Bereich.

    „Die digitalen Rubrikenangebote, insbesondere im Bereich der Stellen- und Immobilienanzeigen sind wirtschaftlich betrachtet die wichtigste Säule im Konzern“, heißt es denn auch in der gemeinsamen begründeten Stellungnahme.

    Das Ziel: Weltmarktführer für digitalen Journalismus und Rubrikenangebote zu werden. Hier wird „das Geschäft organisch und, wo möglich und sinnvoll, durch zielgerichtete Akquisitionen weiter ausgebaut“. Branchengerüchte, wonach Springer Interesse an dem Portal Ebay Kleinanzeigen habe, will das Unternehmen nicht kommentieren.

    Die Umbauten drücken die Prognose 2020 nach unten: Das Unternehmen geht für das laufende Geschäftsjahr von einem stabilen Umsatz, aber einem Gewinnrückgang zwischen zehn und 20 Prozent aus. Die Zahl der Mitarbeiter werde „im Jahresdurchschnitt 2020 den Erwartungen nach über dem Vorjahreswert liegen“. Grund sei der Mitarbeiteraufbau im Zuge der Transformation.

    Die Delisting-Frist kann sich unter bestimmten Bedingungen verlängern und noch über den Zeitpunkt der Hauptversammlung im April andauern. Klar ist, dass weder Verlegerwitwe Friede Springer noch CEO Döpfner ihre Aktien veräußern werden. Friede Springer hält direkt 5,1 Prozent sowie über die von ihr kontrollierte Axel-Springer-Gesellschaft für Publizistik 37,5 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte an der Gesellschaft. Döpfner besitzt 2,8 Prozent, und die beiden Familienaktionäre Axel Sven Springer und Ariane Melanie Springer halten 5,05 Prozent beziehungsweise 0,96 Prozent.

    Damit ergibt sich ein Rest von 3,5 Prozent der Aktien, der nun von der Börse genommen werden soll. Womöglich wird die Entschlussfreude der Aktionäre sich erhöhen, wenn sie die Dividendenausschüttung sehen: Der Vorstand hat einen Gewinnverwendungsvorschlag, der eine Dividende je Axel-Springer-Aktie in Höhe von 1,16 Euro (Vorjahr: 2,10 Euro) vorsieht, beschlossen.

    Mehr: KKR-Manager im Interview – „Wir setzen auf Deutschland“

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