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Medienmacher Acht Wochen Urlaub für den „Zeit“-Chef

Ein Rundfunksender rechnet mit höheren Kosten bei der Altersversorgung. Beim „Spiegel“ gibt es einen neuen Hoffnungsträger. Eine Medienholding hat argumentative Probleme. Und zwei Verleger machen ein Geschenk.
2 Kommentare
Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.
Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

HamburgBeim Bayerischen Rundfunk (BR) dürfte sich die Zahl der festangestellten Mitarbeiter schon bald deutlich erhöhen. Bisher beschäftigt der Sender in der Produktion mehrere freie Mitarbeiter wie etwa Tonmeister, Cutter oder Veranstaltungstechniker, die, weil sie keine Löhne oder Gehälter, sondern Honorare und Gagen beziehen, Gagisten genannt werden. Der BR beziffert ihre Zahl auf rund 400. Sie teilen sich 294 Vollzeitstellen.

Bereits vor ein paar Jahren hatten einige der Gagisten auf Festanstellung geklagt. In einem außerhalb des BR wenig beachteten Urteil hatte das Bundesarbeitsgericht schon 2013 entschieden, dass ihr Anspruch auf Festanstellung rechtens ist. Nun hat sich der Sender mit den Gewerkschaften auf Eckpunkte für einen Tarifvertrag für diesen Personenkreis geeinigt. Unklar ist noch, wie viele Mitarbeiter von ihm erfasst werden. Anders als der BR, dessen Zahlen sich nur auf die Beschäftigten beziehen, die mehr als 65 Tage im Jahr für ihn arbeiten, will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auch die Mitarbeiter berücksichtigen, die eher selten für den Sender tätig sind. Sie kommt deshalb auf bis zu 800 Gagisten, die sich bis zu 400 Vollzeitstellen teilten.

Da der BR schon jetzt Sozialbeiträge für seine Gagisten zahlt, liegt kein Fall von Scheinselbständigkeit vor. Zudem halten sich deshalb die mit einer Festanstellung verbundenen zusätzlichen Ausgaben des Senders in Grenzen. Eine BR-Sprecherin spricht gar von einer „aufwandsneutralen Umschichtung“. Sie räumt allerdings auch ein, dass dem Sender wegen der Altersversorgung der neuen Festangestellten nicht unerhebliche Mehrkosten entstehen. 2015 werde es zusätzliche Beitragszahlungen in Höhe von rund fünf Millionen Euro geben. In den Folgejahren sei mit jährlichen Zahlungen von gut drei Millionen Euro zu rechnen.

Brisant ist auch dies. „Gagisten gibt es auch in anderen Rundfunkanstalten“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Ute Opritescu. „Sie heißen dort nur anders.“ Wenn sie nach dem Vorbild ihrer bayerischen Kollegen verfahren, könnten auf alle öffentlich-rechtlichen Sender erhebliche Mehrkosten bei der Altersversorgung zukommen.
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Beim „Spiegel“ hat mit dem Abschied von Verlagsleiter Matthias Schmolz der Umbau im Zuge der Trennung von Chefredakteur Wolfgang Büchner und Geschäftsführer Ove Saffe nach der Redaktion auch den Verlag erreicht. Schmolz soll sich sehr, sehr große Hoffnungen gemacht haben, Nachfolger von Saffe zu werden. Tatsächlich wurde Vertriebsmarketingchef Thomas Hass Geschäftsführer, der bis dahin zugleich der Geschäftsführung des „Spiegel“-Hauptgesellschafters Mitarbeiter KG vorstand.

Wenn man sich beim „Spiegel“ umhört, wie die Verlagsleitung in der Post-Schmolz-Ära aussehen könnte, fällt immer wieder der Name Jesper Doub. Der IT-Chef des Spiegel-Verlags, der auch CTO der Spiegelnet GmbH ist, war erst im Oktober 2014 vom Kölner Zeitungshaus M. DuMont Schauberg („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“) zum Hamburger Nachrichtenmagazin gewechselt. Wegen seiner hohen Digital-Kompetenz gilt der 45-Jährige als Hoffnungsträger auf Verlagsseite. Sollten die Gesellschafter beschließen, ihn zum Verlagsleiter zu machen, ist es dennoch unwahrscheinlich, dass er Schmolz‘ Aufgabengebiet eins zu eins übernimmt. Offenbar ist ein Umbau der Verlagsleitung geplant.
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2 Kommentare zu "Medienmacher: Acht Wochen Urlaub für den „Zeit“-Chef"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Korrektur:
    "Bayerischen" Rundfunk
    muß es heißen.

  • Hoffentlich findet Lorenzo seinen Arbeitsplatz wieder, wenn er nach acht Wochen noch zurück kommt.
    Eigentlich hat er mit seiner Talkrunde ja genug zu tun. Und die öffentlich-rechtlichen zahlen auch besser - mit fremdem Geld.

    Das sieht man auch am Süddeutschen Rundfunk, wo geschwind - wer weiß, was kommt - noch das Personal aufgestockt wird, wo doch der aktuelle Bestand nicht weiß, was er mit der Zeit und dem unendlich vielen Geld - der anderen - anfangen soll.

    Spiegel und das Personal dort oben - eine Geschichte in vielen Fortsetzungen, befördert durch das Mitarbeiter-Beteiligungsmodell, vor dem keiner sicher sein kann.
    Aber auch die Printer - wie der öffentlich-rechtliche - gehen mit der Zeit ganz sicher ihrem Untergang entgegen. Bei Letzteren könne sich das bald sehr beschleunigen. Hoffen darf man ja.

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