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Medienmacher Will er Präsident werden oder will er nicht?

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Der „Spiegel“ und sein Todenhöfer-Bericht

In der „Spiegel“-Ausgabe vom kommenden Samstag wird es zwei Fehlerkorrekturen geben. Eine Korrektur des umstrittenen Berichts „Der Märchenonkel“ vom 16. Januar ist allerdings nicht darunter. In ihrem Artikel äußerte „Spiegel“-Redakteurin Özlem Gezer erhebliche Zweifel daran, wie der Publizist Jürgen Todenhöfer den Ablauf einer Reise in das vom IS besetzte Mossul im November 2014 darstellte. Kronzeuge des „Spiegel“ war Autor Matthias Richter, der Todenhöfer und seinen Sohn auf dem Trip begleitet hatte.

Vorletzten Dienstag wurde bekannt, dass das Nachrichtenmagazin im Zusammenhang mit besagtem Artikel Unterlassungserklärungen in insgesamt 14 Punkten abgeben musste. Zudem wurde der Text aus dem Online-Archiv entfernt. Selbst altgediente „Spiegel“-Redakteure können sich nicht an einen vergleichbaren Fall erinnern.

Dennoch wird diese Causa auch in künftigen Ausgaben nicht in der Korrekturspalte des Magazins behandelt werden. Der „Spiegel“ steht nach wie vor zum Inhalt des Artikels. Dabei hatte Chefredakteur Klaus Brinkbäumer erst vor kurzem eine neue Fehlerkultur ausgerufen – eigene Fehlleistungen sollen künftig selbst im Blatt benannt werden.

Man sehe „den Kern unserer Berichterstattung“ nicht in Frage gestellt, heißt es in einer Presseerklärung. Viel mehr erfährt man offiziell nicht.

Der Vergleich scheint für Außenstehende eine Unterwerfung zu sein. Todenhöfer war mit seiner verlangten Unterlassungserklärung erfolgreich. In Unternehmenskreisen heißt es jedoch, dass der Publizist im Gegenzug auf eine Gegendarstellung und einen Widerruf verzichtet habe. Zudem hätte Todenhöfer einen Teil der Gerichtskosten übernommen. Dies geschah laut Todenhöfers Anwalt Michael Nesselhauf aber nur deshalb, weil der „Spiegel“ den Text aus dem Archiv entfernte. Mittels einer gerichtlichen Verfügung hätte man dies nicht erreichen können.

Eine solche Geschichte auf Basis nur einer einzigen Quelle zu publizieren, hält man beim „Spiegel“ offenbar nach wie vor für legitim. Es handele sich dabei um zulässige Verdachtsberichterstattung, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Unglücklich ist man wohl nur damit, dass Todenhöfer lediglich acht Stunden eingeräumt wurden, um auf die in dem Artikel gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu reagieren. Diese Frist sei viel zu kurz gewesen, heißt es nun.

***

Peter Huth, Chefredakteur des bei Axel Springer erscheinenden Berliner Boulevardblatts „BZ“, wird wieder Praktikant. Von Mitte September bis Mitte Dezember reist Huth ins Silicon Valley und an die amerikanische Ostküste, um mehr über digitalen Journalismus zu lernen. Er wird unter anderem bei „Politico“ und „Business Insider“ hospitieren. In seiner Abwesenheit vertritt ihn bei der „BZ“ seine Stellvertreterin Miriam Krekel. Huth reist im Rahmen von Springers Fellowship-Programm in die USA, zu dessen Begründern der einstige „Bild“-Chefredakteur und heutige „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann gehört, der sich von 2012 bis 2013 ein Jahr lang im Silicon Valley aufgehalten hatte.

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