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Medienmacher Die Zehn-Sekunden-Debatte

Warum „Bild“ bei Blendle wirklich fehlt. Mitarbeiter der DuMont Mediengruppe verstehen ein Jung-von-Matt-Plakat nicht. Und das Hauptstadtbüro von Madsack lässt sich mal wieder feiern.
18.09.2015 - 15:04 Uhr 1 Kommentar
Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.
Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Hamburg Die erste Woche im regulären Betrieb in Deutschland war für das Online-Portal Blendle recht turbulent. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers haben sich nicht nur viele Nutzer registriert. Zahlreiche Verlage, aber auch einzelne Titel, die mit ihren Blättern ebenfalls auf dem Portal vertreten sein wollen, hätten sich bei dem niederländischen Start-up gemeldet. Wie es in Unternehmenskreisen heißt, soll es mehrere Dutzend neuer Interessenten geben. Diese Zahl mag der Sprecher nicht bestätigen. Er will auch nicht sagen, um wen es sich handelt, um Verhandlungen „nicht zu torpedieren“. Bisher sind beim deutschen Angebot von Blendle, das es ermöglicht, einzelne Zeitungs- und Zeitschriftentitel zu kaufen, mehr als 100 Titel verfügbar. Nahezu alle großen Verlagshäuser sind auf dem Portal vertreten.

Nach wie vor fehlt jedoch mit „Bild“ die auflagenstärkste deutsche Zeitung. Vor einer Woche hatte das eine Sprecherin von Axel Springer, dem Berliner Medienhaus, in der das Boulevardblatt erscheint, damit begründet, dass es die Strategie von „Bild“ sei, „statt einzelner Artikel ein Gesamtangebot zu verkaufen“. Blendle-Gründer Marten Blankesteijn hat das allerdings etwas anders in Erinnerung: „In den Verhandlungen mit "Bild" gab es Uneinigkeit über eine der Schlüsselfunktionen unserer Plattform“, sagt er. „Wer auf Blendle einen Artikel in weniger als zehn Sekunden wieder schließt, erhält von uns das Geld zurück – ohne, dass wir Fragen stellen. Unsere Freunde bei "Bild" machten uns darauf aufmerksam, dass man die meisten ihrer Inhalte in weniger als zehn Sekunden lesen könne. Sie haben es zur Bedingung gemacht, dass wir die Funktion abschaffen. Wir haben abgelehnt.“

Bei „Bild“ bleibt man dabei, dass man sich darauf konzentriere, das redaktionelle Gesamtangebot des Blattes zu verkaufen. Allerdings sagt die Sprecherin nun auch, dass die ebenfalls zur „Bild“-Gruppe zählenden Titel „BZ“ und „Bild am Sonntag“ Blendle „insbesondere mit Blick auf die Faktoren Textlänge und Einbindung von Bildern“ testeten. Und sie fügt hinzu: „Erkenntnisse aus diesem Test werden wir auch für unsere Kernmarke "Bild" bewerten.“ Das kann man so verstehen, dass „Bild“ bei einem positiven Testverlauf zu einem späteren Zeitpunkt bei Blendle vertreten sein wird. Blankesteijn gibt sich jedenfalls optimistisch: „Wir sind sicher, dass wir auch mit "Bild" bald eine Einigung finden werden“, sagt er.

Eine längerfristige Auseinandersetzung wäre auch pikant. Springer gibt nicht nur „Bild“ heraus, sondern hält auch 11,5 Prozent der Anteile von Blendle. Bei dem CEO des Medienhauses Mathias Döpfner hat das Portal einen Stein im Brett: „Blendle ist etwas“, befand er kürzlich, „wo die Verlage und Journalisten, mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, Morgenluft wittern und sagen: Mensch, das könnte uns alle voranbringen.“
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    1 Kommentar zu "Medienmacher: Die Zehn-Sekunden-Debatte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das Portal "Blendle" ist eigentlich auch nur ein Aggregator der diversen Lügen-Blättchen der heimischen "Qualitätsmedien".
      Ich meine, wer zahlt für so etwas freiwillig? Das ist dann auch nur ein GeBLENDLE für den geneigten Leser.

      Was ist derzeit viel spannender halte, ist die BILD NOT WELCOME Kampagne der deutschen Fussballvereine.

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