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Medienmacher Die Zehn-Sekunden-Debatte

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Eigenwilliges Pinocchio-Plakat

„Ist es ironisch gemeint?“ (zur Komplettansicht anklicken) Quelle: PR
Pinocchio-Plakat von DuMont

„Ist es ironisch gemeint?“ (zur Komplettansicht anklicken)

(Foto: PR)

Das Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg (MDS), das Blätter wie den „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Berliner Zeitung“ herausgibt, tritt seit dieser Woche unter der Dachmarke DuMont Mediengruppe öffentlich in Erscheinung. Erdacht hat den neuen Auftritt die Agentur Jung von Matt / Limmat – der Schweizer Ableger der Agenturgruppe Jung von Matt, deren Chef Dominique von Matt Bruder des Gründers des Hamburger Mutterhauses Remy von Matt ist. Teil des Auftrags war auch die Entwicklung einer internen Plakatkampagne. Zumindest ein Plakatmotiv der Eidgenossen kam bei der Belegschaft nicht ganz so gut an. Auf ihm ist eine Porträt-Ansicht der Holzfigur Pinocchio samt der charakteristischen langen Lügennase zu sehen. Darüber steht: „Wir liefern Fakten.“ Etwas weiter unten ist zu lesen: „Wir sind glaubwürdig. Wir sind DuMont.“

In der geschlossenen Facebook-Gruppe „MDS Social“, in der sich Mitarbeiter des Medienhauses austauschen, führte das eigenwillige Motiv zu einem großen Hallo: „Ich verstehe das Plakat nicht“, schrieb ein Beschäftigter. „Ist es ironisch gemeint?“ Eine Mitarbeiterin erinnerte das Motiv gar an den Begriff „Lügenpresse“. Und eine weitere DuMont-Angestellte schlug als nächstes Plakat ein Bild von Dornröschen mit dem Claim „Wir verschlafen nichts“ vor.

Ein Verlagssprecher erklärt, der Pinocchio sei ein Hingucker. Sonst bleibe vor dem Plakat ja niemand stehen. Im Übrigen seien Diskussionen über das neue Selbstverständnis des Hauses ausdrücklich erwünscht. Insofern habe das Motiv seinen Zweck erfüllt.

In der Tat: Wenn man erst einmal die Zusammenhänge kennt, ist alles ganz logisch...
***

Im Hauptstadtbüro des Zeitungshauses Madsack („Hannoversche Allgemeine Zeitung“, „Leipziger Volkszeitung“) ereignet sich offenbar alle fünfeinhalb Jahre Historisches – zumindest ein bisschen. Im März 2010 lud die Gruppe das politische Berlin in ihre Büroräume am Schiffbauerdamm um, wie das Madsack-Blatt „Neue Presse“ damals schrieb, „ein neues Kapitel ihrer politischen Berichterstattung“ aufzuschlagen. Nun hat Madsack für kommenden Donnerstag abermals in sein Hauptstadtbüro gebeten. Diesmal soll, so steht es in der Einladung, „eine neue Tradition“ begründet werden. Begangen wird das „erste RND-Flurfest im neuen Hauptstadtbüro“. RND steht für Redaktionsnetzwerk Deutschland, die 2013 gegründete Mantelredaktion Madsacks, der nun auch das Hauptstadtbüro unterstellt ist. Das alte Hauptstadtbüro wurde nach Angaben einer Verlagssprecherin „aufgelöst“.

Dass man dies feiern will, ist verständlich, zumal das neue Büro mit der ehemaligen „Spiegel“- und „Focus“-Redakteurin Ulrike Demmer eine renommierte Leiterin bekommt. Allerdings wurde die Madsack-Dependance in der Hauptstadt erheblich ausgedünnt: Als 2010 im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel, des damaligen Vizekanzlers Guido Westerwelle, zahlreicher Bundesminister und Ministerpräsidenten das nun aufgelöste Hauptstadtbüro eröffnet wurde, arbeiteten dort neun Journalisten. Zuletzt waren es sogar 16. Im Zuge des Anschlusses an das RND wurde die Berliner Redaktion auf fünf Mitarbeiter verkleinert. Von der alten Belegschaft ist nur noch Dieter Wonka dabei, der einst für die „Leipziger Volkszeitung“ aus der Hauptstadt berichtete und nun als RND-Chefkorrespondent firmiert.

Es wäre aber eine bösartige Unterstellung zu behaupten, die Verkleinerung des Hauptstadtbüros sei der Grund, warum auf der Gästeliste des „RND-Flurfests“ diesmal weder der Name der Kanzlerin noch der ihres aktuellen Vizekanzlers steht. Immerhin finden sich auf ihr auch diesmal viele Bundesminister und Ministerpräsidenten.

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1 Kommentar zu "Medienmacher: Die Zehn-Sekunden-Debatte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Portal "Blendle" ist eigentlich auch nur ein Aggregator der diversen Lügen-Blättchen der heimischen "Qualitätsmedien".
    Ich meine, wer zahlt für so etwas freiwillig? Das ist dann auch nur ein GeBLENDLE für den geneigten Leser.

    Was ist derzeit viel spannender halte, ist die BILD NOT WELCOME Kampagne der deutschen Fussballvereine.

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