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Medienmacher Lesestoff für Pendler

Die Pläne des „Spiegel“ für eine digitale Tageszeitung sind sehr konkret. Bei der Mediengruppe DuMont Schauberg floppt eine Idee für eine neue Sonntagszeitung. Und zwei TV-Produzenten streiten wegen ihrer Logos.
09.10.2015 - 15:12 Uhr Kommentieren
Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.
Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Hamburg Beginnen wir diese Kolumnen mit zwei Zeitungsprojekten – einem digitalen, das sehr gute Chancen hat verwirklicht zu werden, und einem analogen, das vermutlich bereits gescheitert ist.

Beim „Spiegel“ hatte vor zwei Jahren Digital-Scout Cordt Schnibben eine große Diskussion über die Tageszeitung der Zukunft angestoßen. „2020 – die Zeitungsdebatte“ hieß das Projekt, an dessen Ende etwas durchaus Vorzeigbares herauskam: Die Demo-App „Der Abend“ hatte Schnibben gemeinsam mit der Hamburger Digitalagentur Swipe entwickelt. Das sollte nicht mehr als eine Fingerübung sein. „Wir haben nicht vor, ein reales Geschäftsmodell aufzusetzen“, sagte Schnibben damals.

Das hat sich nun geändert: Bereits im Juni erwähnte „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer anlässlich eines Pressegesprächs das Vorhaben beiläufig. Nun bestätigt eine Sprecherin des Nachrichtenmagazins, dass es sich dabei um das Schnibben-Projekt handelt. Es werde derzeit gemeinsam von Brinkbäumer und Spiegel Online-Chef Florian Harms vorangetrieben. Die Abendzeitung ist als Pendlerzeitung konzipiert und soll vor allem – aber nicht nur – auf mobilen Geräten genutzt werden. Die digitale Zeitungsstudie, die Schnibben vor zwei Jahren vorlegte, gliederte sich in die Ressorts Nachrichten, Storys, Meinung, Unterhaltung, Leser und Service. Ob es bei diesem Ressortzuschnitt geblieben ist?

Nach Angaben der „Spiegel“-Sprecherin wird in den „kommenden Wochen“ über die Zukunft der digitalen Abendzeitung entschieden. Erforderlich für eine Markteinführung ist offenbar die Zustimmung der „Spiegel“-Gesellschafter Mitarbeiter KG, Gruner + Jahr sowie der Erbengemeinschaft Augstein. Sie werden das nächste Mal voraussichtlich Ende November tagen.

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    Erledigt hat sich dagegen wohl ein Zeitungsprojekt, das noch auf bedrucktes Papier setzte: Die Kölner Mediengruppe DuMont Schauberg („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“) hatte unter dem Arbeitstitel „Solution Sonntag“ sich Gedanken über eine gemeinsame Sonntagszeitung ihrer Boulevardblätter „Berliner Kurier“ und „Hamburger Morgenpost“ gemacht. Beide Zeitungen verfügen bereits über eigene Sonntagsausgaben. Die Idee der Entwickler des Zeitungshauses war es, diese Ausgaben durch einen Titel mit Magazincharakter zu ersetzen, der für beide Blätter weitgehend identisch sein sollte. Nur etwa zehn Prozent der Inhalte sollten lokaler Natur sein. Zudem sollte das neue Sonntagsblatt nur bedingt boulevardesk sein. Selbst Geschichten, die über drei Seiten laufen, wären möglich gewesen, sagt einer, der mit dem Vorhaben vertraut war.

    Unklar war wohl bis zum Schluss, ob auch der Kölner „Express“, das dritte Boulevardblatt aus dem Hause DuMont Schauberg, bei dem Projekt „Solution Sonntag“ mitmachen würde. Zuletzt sah es so aus, als sollte der „Express“ seine eigene Sonntagsausgabe behalten. Das wird er nun wohl auf jeden Fall. Denn nach Angaben eines Verlagssprechers wird das Medienhaus die geplante Sonntagszeitung nicht herausbringen.

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    Welchen ehrgeizigen Plan verfolgt das Red Bull Media House?
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