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Medienmacher „Max“ fährt mit dem VW vor

Ein Lifestyle-Blatt erlebt ein Comeback als Content-Marketing-Titel. Das „Hamburger Abendblatt“ entledigt sich eines Ablegers. Und M. DuMont Schauberg spricht mit Axel Springer über zwei Boulevardblätter
11.09.2015 - 14:19 Uhr Kommentieren
Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.
Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Hamburg Mitunter erleben längst verschiedene Zeitschriftentitel eine kurzfristige Wiederauferstehung. Unlängst war an dieser Stelle zu lesen, dass der Hamburger Jahreszeiten Verlag 2016 eine Ausgabe seines bereits 1996 eingestellten Zeitgeist-Magazins „Tempo“ an den Kiosk bringen will. Und nun kehrt auch der Titel „Max“ zurück, der 2008 das Zeitliche segnete.

Bereits kommenden Donnerstag erscheint das Lifestyle-Blatt, das einst Dirk Manthey konzipierte, der Verleger der Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße, die später von der Münchner Hubert Burda Media („Focus“, „Bunte“) übernommen wurde. Folglich erscheint die neue einmalige „Max“-Ausgabe – bereits 2011 und 2012 gab es jeweils einen One Shot – bei Burda News. Chefredakteur ist Florian Boitin, der im Hauptberuf das Burda-Blatt „Playboy“ redaktionell verantwortet.

Was den aktuellen „Max“ von den Ausgaben von 2011 und 2012 unterscheidet, ist die Beteiligung der Agentur C3. Sie war im vergangenen Jahr aus der Fusion der Corporate Publishing-Anbieter KircherBurkhardt und Burda Creative hervorgegangen. C3 versteht sich als Spezialist für Content Marketing, also als Anbieter redaktioneller Inhalte, die über alle Medien hinweg für Kunden aus der Industrie erstellt werden. Im Falle von „Max“ heißt der Kunde VW.

Der Automobilkonzern aus Wolfsburg hat sämtliche Anzeigen der Sonderausgabe des Lifestyle-Magazins belegt. In seinem Auftrag entstanden auch mehrere Advertorials für den „Max“-One-Shot. In Verlagskreisen heißt es, dass die starke Einbindung von VW eher zufällig zustande kam. Den Automobilbauern habe das Konzept der „Max“-Sonderausgabe so gut gefallen, dass sie von sich aus angeboten hätten, alle Anzeigenplätze zu füllen. Bei Burda wird das Projekt nun als Test verstanden, der zeigen soll, wie gut sich kurzfristige redaktionelle Vorhaben mit Hilfe von C3 stemmen lassen.

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    Seit 1. August ist Ove Saffe Geschäftsführer der von der Essener Funke Mediengruppe herausgegebenen Zeitungen „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“. Zumindest die Belegschaft des „Abendblatts“ ist vom Wirken des Managers, der bis Anfang des Jahres „Spiegel“-Geschäftsführer war, recht angetan. Nun hat Saffe bei dem Hamburger Regionalblatt seine erste weitreichende Entscheidung getroffen: Dessen Ableger „Hamburger Abendblatt – Die Woche“ wird Ende Oktober eingestellt.

    Der Titel, der nahezu an alle Hamburger Haushalte verteilt wird, erhebt den Anspruch, eine Sammlung der relevantesten „Abendblatt“-Stücke der abgelaufenen Woche zu enthalten. „Die Woche“ ist ein Kind von Saffes Vorgänger Frank Mahlberg. Mit dem Titel sollten Anzeigenkunden gewonnen werden, die sich vom Mutterblatt verabschiedet hatten. Doch das gelang nur punktuell. Der mit Abstand wichtigste Anzeigenkunde Aldi Nord ging dem „Abendblatt“-Ableger schon vor geraumer Zeit von der Fahne.

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