Medienmacher Die geheimnisvollen TV-Pläne eines Zeitungshauses

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„Superillu“ schreibt Interview aus dem „Zeit Magazin“ zusammen

Zu den traditionsreichen deutschen Buchhäusern gehört der 1934 von Wilhelm Heyne gegründete Heyne Verlag. Heynes Sohn Rolf verkaufte ihn 2000 an Axel Springer. Das Berliner Medienhaus reichte den Verlag 2003 an Random House weiter, die Buchsparte des Medienkonzerns Bertelsmann. Über all die Jahre hinweg blieb jedoch die 1985 vom Sohn des Verlagsgründers ins Leben gerufene Collection Rolf Heyne im Familienbesitz. Hier erschienen vor allem Bildbände und Kochbücher. Zu den Autoren zählte auch Axel Springers Kolumnistin Inga Griese („12 Enkel, bitte!“).

Rolf Heynes Witwe Anja hat, selbst von Fachkreisen bisher gänzlich unbemerkt, den Verlag nach Informationen des Handelsblatts bereits Ende 2014 stillgelegt. Zu den Gründen mag sie sich nicht äußern. Anscheinend liefen die Geschäfte nicht mehr so gut. Nach Angaben der Auskunftei Creditreform setzte die Collection Rolf Heyne im vergangenen Jahr nur noch 1,5 Millionen Euro um. 2011 waren es noch 3,1 Millionen Euro.

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Eine neue Bestmarke in puncto Text-Recycling dürfte die aktuelle Ausgabe von Burdas Boulevard-Illustrierter für die neuen Bundesländer „Superillu“ aufgestellt haben. Die Titelgeschichte über Katarina Witt („Ich und die DDR“) stützt sich auf eine einzige Quelle: auf  ein Interview der ehemaligen Eiskunstläuferin mit dem „Zeit Magazin“. Über zweieinhalb Seiten erzählt das Burda-Blatt das Gespräch nach, aus dem es an 13 Stellen – mitunter über mehrere Zeilen hinweg – auch wörtlich zitiert. Immerhin haben die Ostalgie-Experten, die offenbar über keinen eigenen Zugang zu Witt verfügen, nicht vergessen, das „Zeit Magazin“ als Quelle zu nennen.

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