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Medienriese Bertelsmann ist keine Aktiengesellschaft mehr

Die Bertelsmann-Besitzerfamilie ändert die Rechtsform des Unternehmens. Ab sofort ist Bertelsmann Europäische Gesellschaft und Kommanditgesellschaft auf Aktien. Das eröffnet neue Möglichkeiten auf dem Kapitalmarkt.
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Blick auf den Bertelsmann-Hauptsitz in Gütersloh. Quelle: dapd

Blick auf den Bertelsmann-Hauptsitz in Gütersloh.

(Foto: dapd)

Gütersloh Der Medienriese Bertelsmann hat seine Rechtsform geändert. Der Konzern kann dadurch in Zukunft viel Geld für große Übernahmen auftreiben, ohne die Macht der Eigentümerfamilie zu schmälern. Die bisherige Bertelsmann AG firmiert ab sofort als Bertelsmann SE & Co. KGaA, eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Das teilte ein Sprecher von Europas größtem Medienkonzern am Dienstag in Gütersloh mit. „Für die Mitarbeiter ändert sich nichts.“

Mit der veränderten Rechtsform hat Bertelsmann neue Möglichkeiten am Kapitalmarkt. Diese Konstruktion könnte der Konzern zum Beispiel für einen Börsengang nutzen, ohne dass die Familie Mohn an Einfluss in dem Imperium verlieren würde. Denn es gibt in einer SE & Co. KGaA eine klare Trennung zwischen Geschäftsführung und Vermögen.

Sollten Aktionäre oder andere Kapitalgeber ins Boot geholt werden, wird für sie nur die Kommanditgesellschaft auf Aktien geöffnet. Sie werden somit an den Vermögenswerten beteiligt und verdienen am Firmenerfolg mit. Die Entscheidungen fallen aber in der Europäischen Gesellschaft SE, die vom Bertelsmann-Vorstand gesteuert wird.

Es gibt bereits mehrere große Firmen mit dieser Rechtsform: den Kosmetikhersteller Henkel, den Gesundheitskonzern Fresenius oder das Pharmaunternehmen Merck. Zu dem Medienriesen Bertelsmann gehören die RTL Group, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, die Verlagsgruppe Random House und der Outsourcing-Dienstleister Arvato.

Der neue Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hatte im März Expansionspläne angekündigt. Das Medienunternehmen betrachtet vor allem China, Indien und Lateinamerika als Wachstumsregionen.

  • dpa
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