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Medienunternehmen Bertelsmann-Chef Thomas Rabe wirbt in TV-Spot um Talente

Das Medienunternehmen vergibt in den kommenden drei Jahren 50.000 Tech-Stipendien. Der Vorstandsvorsitzende macht Werbung für die Weiterbildungsinitiative.
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Der Bertelsmann-CEO macht sich für eine neue Initiative in der digitalen Weiterbildung stark. Quelle: Bertelsmann
Thomas Rabe

Der Bertelsmann-CEO macht sich für eine neue Initiative in der digitalen Weiterbildung stark.

(Foto: Bertelsmann)

Düsseldorf Mit einer schnellen Abfolge von Szenen führt der Werbespot durch den Arbeitsalltag von Thomas Rabe. Der Vorstandsvorsitzende des Medienunternehmens Bertelsmann sitzt an seinem Schreibtisch in der Gütersloher Konzernzentrale, er steht auf der Bühne bei einer Führungskräftetagung, er reist ans andere Ende der Welt nach Peking.

Eine Stimme aus dem Off erklärt: „Die Digitalisierung bringt Veränderungen für uns alle. Wir treiben Innovationen aktiv und leisten somit einen Beitrag für die digitale Zukunft Europas.“ Rabe läuft durchs Bild, hört anderen zu, lächelt gut gelaunt.

Medienmanager Rabe, Chef von rund 117.000 Mitarbeitern, ist nicht dafür bekannt, wolkige Ankündigungen zu machen. Er gilt auch nicht als ein Manager, der gerne in Imagespots seines Unternehmens auftritt. Überhaupt macht Bertelsmann kaum Werbung für sich selbst, sondern lässt lieber die Unternehmenstöchter für sich sprechen: die RTL Group, den Buchkonzern Penguin Random House, das Musiklabel BMG oder das Verlagshaus Gruner + Jahr.

Dass Rabe trotzdem in Werbespots auftritt, die ab Montag auf reichweitenstarken Sendern wie RTL und Vox zu sehen sind, sowie auf Anzeigenmotiven abgebildet ist, die in Tageszeitungen und Magazinen erscheinen, hat einen Grund: Der 54 Jahre alte Konzernchef macht sich für eine neue Initiative in der digitalen Weiterbildung stark. Er wirbt um Talente – und stellt sich dafür vor die Kamera.

Konkret bedeutet das: Bertelsmann vergibt in den kommenden drei Jahren 50.000 Tech-Stipendien in den Bereichen Cloud, Data und Künstliche Intelligenz. Die Tech-Nachwuchskräfte studieren jeweils in dreieinhalbmonatigen Onlinekursen an der Udacity, auch bekannt als „Universität des Silicon Valley“.

Die Onlineakademie wurde 2012 unter anderem von dem Internetunternehmer Sebastian Thrun gegründet, der ebenfalls in den Spots als Werbebotschafter auftritt. Zusammen mit Tech-Konzernen wie Google, Facebook und Salesforce entwickelt Udacity seit Jahren die Kurse. Bertelsmann ist einer der größten Anteilseigner der Onlineakademie.

Seit Anfang September läuft die Bewerbung für die ersten 15.000 Stipendien, die Rabe nun bewirbt. Das Interesse ist groß – rund 20.000 Bewerbungen sind bereits eingegangen. In der Vergangenheit hatte Bertelsmann im Rahmen einer Kooperation mit Google bereits mehrere Tausend Udacity-Stipendien vergeben.

Die neue Weiterbildungsinitiative übertrifft die bisherigen Konzepte allerdings deutlich. Es seien so viele Stipendiaten „wie noch nie“, sagt Rabe. Schätzungsweise acht Millionen Euro will Bertelsmann in den kommenden drei Jahren dafür investieren.

Viele Menschen befähigen

Gut investiertes Geld, wie der Konzernchef findet. Bertelsmann erzielt im Jahr einen Umsatz von mehr als 17 Milliarden Euro. Die größten Erlösbringer sind die RTL Group und die Dienstleistungssparte Arvato.

Einer der acht Unternehmensteile des Gütersloher Unternehmens widmet sich Bildungsthemen, ist allerdings mit einem Jahresumsatz von zuletzt 258 Millionen Euro ein vergleichsweise kleiner Bereich – und doch ein Segment von großer strategischer Bedeutung für Rabe: „Wir erachten es als unsere Verantwortung, so viele Menschen wie möglich zu befähigen, in der digitalen Welt erfolgreich zu sein und die Politik in diesem Bestreben zu unterstützen“, sagt er.

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt im November, noch im selben Monat soll der Unterricht beginnen. Je nach Vorkenntnissen müssen die Teilnehmer für den dreieinhalbmonatigen Kurs drei bis fünf Wochenstunden einplanen. Gesucht werden nicht nur erfahrene Programmierer, sondern auch Anfänger.

Die besten Teilnehmer der ersten Phase dürfen weiterstudieren und erhalten am Ende ein Udacity-Nanodegree. Der Bedarf am Arbeitsmarkt ist groß. „Es gibt nicht genug Beschäftigte, die über Fähigkeiten in den Bereichen Cloud, Data und Künstliche Intelligenz verfügen“, meint Gabriel Dalporto, CEO von Udacity.

Seit 2012 ist Rabe Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann. Eine seiner ersten Reisen führte ihn damals ins Silicon Valley. Die Frage, welche Chancen ein deutsches Medienunternehmen hat, wenn die Tech-Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon, kurz Gafa, erstarken, trieb ihn um. Rabe definierte fortan vier strategische Ziele – die digitale Transformation war eines davon.

Dass er nun vor die Werbekamera tritt, wirkt auf Experten daher überzeugend. „Glaubwürdigkeit ist immer dann gegeben, wenn der Spot nicht zu werblich aufbereitet wurde, sondern informativ ist und der Firmenchef nah am Produkt oder der kommunizierten Botschaft ist“, sagt Vanessa Kerkhoff, Managing Director der Agentur Havas in Düsseldorf. Authentizität sei heutzutage nicht nur wichtig, sondern eine Notwendigkeit in der Markenkommunikation.

Mehr: Bertelsmann schließt das erste Halbjahr erfolgreich ab: Das Unternehmen erreicht beim Gewinn vor Abzügen einen Rekordwert – dank des anziehenden Digitalgeschäfts.

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