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Micro-LED Apple entwickelt in geheimer Fabrik neuartige LED-Displays

Der iPhone-Hersteller könnte laut einem Medienbericht künftig seine Displays selbst herstellen. Es wäre ein harter Schlag für bisherige Zulieferer.
Update: 19.03.2018 - 07:58 Uhr Kommentieren
Apple tüftelt offenbar an neuartigen Displays für seine Geräte. Quelle: Reuters
iPhone

Apple tüftelt offenbar an neuartigen Displays für seine Geräte.

(Foto: Reuters)

New York/Bangalore Apple entwickelt einem Agenturbericht zufolge in einer geheimen Fabrik in Kalifornien eigene LED-Displays eines fortgeschrittenen Typs. Für das Projekt mit dem Codenamen T159 seien große Investitionen getätigt worden, meldete Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Es sei eine kleine Zahl der Micro-LED-Displays zu Testzwecken hergestellt worden, schreibt der Finanzdienst.

Apples MicroLED-Technologie solle Displays hervorbringen, die ein leuchtenderes Bild bieten und zugleich dünner und stromsparender sein, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Bis die Technik in einem iPhone auftaucht, könnten aber noch drei bis fünf Jahre vergehen.

Apple habe neben der Forschung auch eine eigene kleine Produktionsstätte im kalifornischen Santa Clara unweit des Konzern-Hauptquartiers eingerichtet, um möglichst lange einen Wettbewerbsvorteil zu behalten. Jeder von Millionen Bildpunkten des Displays bestehe aus drei Leuchtdioden in den Farben Rot, Grün und Blau. Jede dieser winzigen LEDs müsse einzeln hergestellt und kalibriert werden.

Geleitet werde das Projekt von Lynn Youngs, zuständig für die Bildschirme der Apple Watch und des iPhones. Da Micro-LEDs laut Bloomberg schwierig herzustellen seien, dürfte die neue Technologie erst in drei bis fünf Jahren in Apples Smartphones verbaut werden. Die Technologie sei sogar so komplex, dass der Konzern das Projekt vor einem Jahr beinahe eingestellt habe. Eine Stellungnahme des Konzerns lag nicht vor.

Apple legt viel Wert darauf, auch die Hardware-Komponenten seiner Geräte selbst zu entwickeln, damit sie besser zu den geplanten Funktionen passen. Schon seit Jahren stecken in den iPhones, iPads und Computer-Uhren Chips aus eigener Entwicklung, während die meisten Hersteller von Android-Smartphones auf Prozessoren von der Stange zugreifen.

Bei Displays musste sich Apple bisher komplett auf die Zulieferer verlassen, auch wenn die bei Samsung hergestellten OLED-Bildschirme des neuen iPhone X bereits weitgehend von Apple entworfen wurden.

Sollte Apple selbst Displays für seine Produkte produzieren, könnte das die bisherigen Zulieferer hart treffen. Die Aktien von Herstellern wie Samsung Electronics, Japan Display, Sharp und LG Display lagen nach der Veröffentlichung des Berichts an den Märkten in Fernost zunächst im Minus.

Geräte mit Micro-LED-Anzeigen sollen gegenüber denen mit Organischen-LED-Varianten (OLED) dünner und stromsparender sein und ein helleres Display bieten.

  • dpa
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