Microsoft-Entwicklerkonferenz Nadellas Reifeprüfung

Microsoft wird 40. Ist die Zeit über die einstige Ikone der Softwarewelt hinweggegangen? Wenn es eine Zukunft für Windows in der IT-Welt gibt, dann wird Microsoft-Chef Satya Nadella es ab Mittwoch beweisen müssen.
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Die Entwicklerkonferenz „Build“ wird für den Microsoft-Chef zur Bewähurngsprobe. Quelle: ap
Satya Nadella

Die Entwicklerkonferenz „Build“ wird für den Microsoft-Chef zur Bewähurngsprobe.

(Foto: ap)

San Francisco„Developers, Developers, Developers“. Der Auftritt ist Legende: 2006, mit durchgeschwitztem Hemd, die Faust geballt, aus voller Kehle heiser skandierend, tanzt der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer wie ein Derwisch über die Bühne. Immer wieder heizt der bullige Ballmer den Saal an, bis seine Stimme versagt. Die Botschaft an die tausenden Zuhörer auf der Partner-Konferenz des Konzerns: Nichts ist so wichtig für Microsoft wie ihr, die Software-Entwickler. Windows ist nur so gut wie die Programme, die es dafür gibt.

Das galt damals und heute erst recht. Ab Mittwoch kommen tausende Software-Entwickler in San Francisco zusammen, um zu erfahren, ob Windows ihre Zukunft ist. Mit einem Beschwörungstanz und markigen Sprüchen wird Satya Nadella diesmal allerdings nicht davonkommen. Im Sommer wird Windows 10 erwartet, das genaue Startdatum wird heute am Abend deutscher Zeit bekanntgegeben werden. Hat es genug neue Funktionen um die Kunden zu begeistern? Ist es vielversprechend genug für Software-Entwickler noch einmal in den Riesen aus Redmond zu investieren?

Laut eMarketer werden bis 2016 rund zwei Milliarden Menschen ein Smartphone besitzen. Und praktisch keines davon wird Windows als Betriebssystem haben. Das ist fatal in einer Zeit, in dem Arbeitsplätze mobil werden. Google und Apple haben 97 Prozent des Marktes erobert. Wer Windows hört, der denkt an PC und sinkende Absatzzahlen. Noch immer laufen fast 60 Prozent aller PCs und Laptops der Welt zudem auf dem sechs Jahre alten Windows 7, weil Windows 8 nie überzeugen konnte.

Hassobjekt, Marktbeherrscher, Nachahmer
Gründertruppe
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Die Belegschaft von Microsoft im Jahr 1978 mit den beiden Microsoft-Gründern Bill Gates (erste Reihe, links) und Paul Allen (erste Reihe, rechts). Gegründet wurde die Firma am 4. April 1975 in Albuquerque, New Mexico. (Foto: Microsoft/dpa)

Gründer Bill Gates (r.) und Paul Allen
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Im Jahr 1981 posieren Bill Gates (rechts) und Paul Allen.

Bill Gates hat sich mittlerweile auf eine Beraterrolle im Unternehmen zurückgezogen und ist als Philanthrop tätig. Paul Allen hat ebenfalls Milliarden mit Microsoft gemacht, spendet einen Teil seines Vermögens. Er investiert aber auch etwa in Sport-Mannschaften. Ihm gehören die Seattle Seahawks (American Football) und die Portland Trail Blazers (Basketball).

MS DOS
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Die Basis für den Firmenerfolg legten Allen und Gates mit dem Betriebssystem MS-DOS, das Computern Leben einhauchte. Die grafiklose Bedienoberfläche war lange ein Weg, um auch das spätere Betriebssystem Windows aus dem Hause Microsoft zu konfigurieren. In Abwandlungen hat die grafiklose Bedienoberfläche bis heute überlebt.

Windows 1.0
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Die Packung der ersten Version des Betriebssystems Microsoft Windows. Das damals als Erweiterung zu MS-DOS veröffentlichte Programm kam erstmals 1985 auf den Markt. In den Folgejahren sollte Windows das Fundament für ein Milliardenimperium werden. Es war allerdings nicht das erste Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche – IBM und Apple hatten bereits vorher die Idee umgesetzt. (Foto: Szilveszter Farkas)

Der junge Bill Gates
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Ein undatiertes Foto zeigt den jungen Bill Gates in seinem Arbeitszimmer. Zum Start von Windows 1.0 gab es weltweit lediglich sechs Millionen Personal Computer. Erst rund fünf Jahre später, im Jahr 1990, gelang dem Software-Entwickler aus Redmond ein durchschlagender Erfolg mit Windows 3.0.

Windows 95
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Bill Gates bei der Präsentation der Version 95 des Betriebssystems im Jahr 1995. Vor allem die dafür entwickelten Büroprogramme wie Word, Excel und Powerpoint helfen Microsoft, den Marktanteil Mitte und Ende der 90er-Jahre auf über 90 Prozent auszubauen.

Apple versus Microsoft
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1998 präsentiert der mittlerweile verstorbene Apple-Chef Steve Jobs „Microsoft Office Macintosh Edition“. Damals hauchte die Microsoft-Software dem darbenden Konkurrenten Apple Leben ein. Doch mittlerweile stellt Apple den Rivalen aus Seattle in vielen Belangen in den Schatten.

Windows 10 ist der Versuch das zu ändern und ein einheitliches Betriebssystem über alle Plattformen von PC über Smartphones und Tablets bis zur Spielekonsole zu schaffen. Das ist das Ende der Ableger Windows RT und Windows Phone, "One Windows" verspricht Nadella den zweifelnden Software-Herstellern. Wer einmal programmiert, der kann auf allen Geräten verkaufen. Gibt es viele Apps, läuft auch der Smartphone-Verkauf besser, ist seine Hoffnung.

Nadella, seit 2014 an der Spitze geht mit Rückenwind in diese Woche. Mit einen Jahresumsatz von 86 Milliarden Dollar in 2014 steht das Unternehmen gut da. Starken Quartalszahlen für Anfang 2015 erfreuten die Anleger. Sie zeugen von Anfangserfolgen seiner „Mobile First, Cloud First“-Strategie. Der Aktienkurs ist zuletzt so stark gestiegen, dass Mitgründer Bill Gates wieder reichster Mann der Welt ist.

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