Microsoft Mitbegründer Abrechnung mit Bill Gates

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Doch schon kurz nach diesem Coup kam es zu Spannungen. So beschreibt es zumindest Allen in seiner Autobiografie „Idea Man: A Memoir by the Cofounder of Microsoft“, die am 19. April in den USA erscheinen wird. Im April 1981, in einer heißen Phase des IBM-Projektes, flog Allen am Wochenende nach Florida, um sich mit drei Kollegen den Start des ersten Space Shuttle „Columbia“ anzuschauen. Ihm war es wichtiger, Augenzeuge dieses historischen Moments gewesen zu sein, als sein Leben bedingungslos der Firma unterzuordnen. Gates tobte und warf Allen vor, sich nicht entschieden genug für das Unternehmen einzusetzen.

Zum entscheidenden Bruch zwischen Allen und Gates kam es dann nach dem Ausbruch seiner Krankheit 1982. Er habe damals zufällig mitbekommen, wie Gates mit dem heutigen Microsoft-Chef Steve Ballmer diskutiert habe, Allens Anteile an Microsoft zu schmälern. Ballmer und weitere Anteilseigner sollten zusätzliche Aktienoptionen bekommen. „Das ist unglaublich! Es zeigt Euren wahren Charakter für immer und ewig“, platze Allen seinen Schilderungen zufolge in den Raum und stellte Gates und Ballmer zur Rede. Die beiden hätten dann von ihren Plänen abgelassen und sich später auch bei ihm entschuldigt.

Schon die Jahre zuvor habe Gates immer wieder den Vorstoß unternommen, ihn zum Verzicht auf Firmenanteile zu bewegen, schreibt Allen. Er schied 1983 bei Microsoft aus. Zuvor habe Gates vergeblich versucht, ihm seine Firmenanteile für fünf Dollar pro Aktie abzukaufen. Im März 1986 ging Microsoft an die Börse und erzielte 21 Dollar pro Aktie. Paul Allen wurde damit zu einem der reichsten Männer der Welt. Berücksichtigt man alle Splits des Microsoft-Papiers, wäre eine Aktie von damals heute über 7000 Dollar wert.

Allen investierte später erhebliche Teile seines Vermögens in Sportteams wie die Basketball-Mannschaft Portland Trail Blazers und das Football-Team Seattle Seahawks. Er finanzierte das Rock'n'Roll-Museum in Seattle und engagierte sich in einer Familien-Stiftung als Mäzen und Philanthrop. Und auch das Verhältnis zu Bill Gates normalisierte sich mit der Zeit wieder. Als Allen vor zwei Jahren erneut an Krebs erkrankte, habe Gates zu den ganz regelmäßigen Besuchern gehört, „wie man sich das von einem Freund wünscht, fürsorglich und besorgt“. Dies hielt Allen jedoch nicht davon ab, seine Geschichte zu erzählen, die für Bill Gates wenig schmeichelhaft ausfällt. Die Freundschaft stehe jetzt wohl ernsthaft auf dem Spiel, zitierte das „Wall Street Journal“ einen gemeinsamen Bekannten.

Bill Gates will diesen Fehdehandschuh aber nicht öffentlich aufgreifen. „Während sich meine Erinnerung an viele dieser Ereignisse sich von Pauls Erinnerung unterscheidet, so schätze ich seine Freundschaft und die vielen Beiträge, die er in der Welt der Technologie und bei Microsoft geleistet hat“, erklärte Gates.

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