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Milliarden-Investition Chinesischer Tencent-Konzern will bei Universal Music einsteigen

Tencent verhandelt mit dem Vivendi-Konzern über eine Übernahme von zehn Prozent der Anteile an Universal Music. Es wäre ein Milliarden-Deal.
Update: 06.08.2019 - 15:24 Uhr Kommentieren
Tencent betreibt unter anderem den in China dominierenden Whatsapp-Konkurrenten WeChat. Quelle: Reuters
Tencent

Tencent betreibt unter anderem den in China dominierenden Whatsapp-Konkurrenten WeChat.

(Foto: Reuters)

Paris Mit Musik gegen den Handelskrieg: Der chinesische Internet-Riese Tencent hat sich mit Vivendi grundsätzlich über eine Beteiligung von zehn Prozent an der Tochter Universal Music geeinigt. Tencent soll drei Milliarden Euro bezahlen und die Option bekommen, weitere zehn Prozent zu erwerben.

„Vivendi und Tencent prüfen darüber hinaus verschiedene Optionen für eine strategische Zusammenarbeit“, teilt Vivendi in einem Kommuniqué mit. Tencent wird Universal noch einer Due Diligence unterziehen. Die Bewertung des führenden Musikvermarkters mit 30 Milliarden Euro liegt innerhalb der Spanne, die im Frühjahr Morgan Stanley als angemessenen Wert nannte.

Das französische Medien- und Unterhaltungsunternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr bekanntgegeben, dass es Interessenten für knapp die Hälfte der Universal-Aktien suche. Die Musiksparte hat sich vom Sorgenkind zu einem der wichtigsten Erlöstreiber gemausert. Im ersten Halbjahr entfielen 44 Prozent des Vivendi-Umsatzes auf Universal. Dort hat das Streaming die klassischen Vermarktungsformen weitgehend verdrängt.

An Tencent interessieren Vivendi zumindest drei Dinge. Die Musik-Tochter der Chinesen arbeitet mit einem anderen Modell als die Europäer. Wichtigste Erlösquelle sind nicht Abos für Streaming, sondern Mikro-Zahlungen für einzelne Titel oder „Geschenke“ als Aufmerksamkeit auch für unbekannte Künstler. Die Franzosen haben Interesse, dieses Model besser kennenzulernen.

Zweitens erhoffen sie sich eine bessere Verbreitung des eigenen Katalogs. Vivendi rühmt sich, über Universal die – zumindest im Westen – bekanntesten und von den Erträgen her wichtigsten Künstler wie Taylor Swift, Rihanna, Ariana Grande oder Kanye West unter Vertrag zu haben. In Asien, wo Tencent führend ist, könnten sie sich dank der Kooperation noch besser vermarkten lassen. Und drittens erwartet Vivendi laut eigener Darstellung, Kontakt zu neuen Musikern zu bekommen.

Davon abgesehen ist Tencent auch jenseits des Musikgeschäftes in Sparten aktiv, die zum Kerngeschäft von Vivendi zählen, wie etwa Gaming. Im vergangenen Jahr hatte das in Paris ansässige Unternehmen, das von der Familie Bolloré dominiert wird, die Übernahme des führenden Spielherstellers Ubisoft versucht.

Wegen des Widerstands der Gründerfamilie und der Belegschaft scheiterte der Plan, Vivendi hat mittlerweile alle Ubisoft-Anteile wieder verkauft. Doch das Interesse, vor allem am Online-Gaming, ist nach wie vor da.

Mehr: Vincent Bolloré zieht sich aus dem Familienkonzern zurück. Sein Sohn Cyrille soll ihn ablösen. Er übernimmt ein diversifiziertes Unternehmen mit vielfältigen Problemen.

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