Milliardengeschäft Großaktionär drängt Apple zu Aktienkauf

Ob Apple-Lenker Tim Cook das Abendessen mit seinem Großaktionär Carl Icahn genossen hat? Der streitbare Investor hatte den Manager eingeladen, weil er eine milliardenschwere Bitte an den Apple-Boss hat.
12 Kommentare
Investor Carl Icahn: Der 77-Jährige ist berühmt dafür, Firmen mit aggressiven Kampagnen höhere Ausschüttungen abzuringen. Quelle: Reuters

Investor Carl Icahn: Der 77-Jährige ist berühmt dafür, Firmen mit aggressiven Kampagnen höhere Ausschüttungen abzuringen.

(Foto: Reuters)

New YorkDer Druck auf Apple steigt, noch mehr Geld an seine Aktionäre auszuschütten. „Hatte vergangene Nacht ein nettes Abendessen mit Tim Cook“, schrieb Wall-Street-Investor Carl Icahn am Dienstag beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Wir haben auf einen 150-Milliarden-Rückkauf gedrängt.“ Umgerechnet sind das 111 Milliarden Euro.

Icahn hatte Mitte August verkündet, dass er groß bei Apple eingestiegen sei. Der 77-Jährige ist berühmt dafür, Firmen mit aggressiven Kampagnen höhere Ausschüttungen abzuringen. Durch einen Aktienrückkauf steigt üblicherweise der Kurs.

Die Apple-Aktie war nach der Nachricht von Icahns Einstieg um 7 Prozent nach oben gesprungen. Nach dem neuen Tweet legte sie um 2 Prozent zu. Dabei wurden keine konkreten Ergebnisse des Treffens bekannt. „Wir haben entschieden, unsere Unterhaltung in etwa drei Wochen fortzusetzen“, erklärte Icahn auf Twitter.

Im Gespräch mit dem US-Fernsehsender CNBC wurde Icahn etwas konkreter. Er deutete an, dass der Apple-Verwaltungsrat sich gegen eine Aufstockung des Rückkaufs sperre. Das Gespräch mit Cook sei an dieser Stelle etwas „holprig“ geworden. Icahn ließ dagegen offen, wie Cook selbst zu dem Thema steht. Der Investor versicherte aber zum Abendessen: „Ich habe es genossen.“ Was es gab, wollte er nicht verraten.

Investoren schielen schon lange auf Apples Geldberg, der bis Ende Juni auf 146,6 Milliarden Dollar angewachsen war (108 Mrd Euro). Konzernchef Cook kam ihnen im Gegensatz zu seinem Vorgänger Steve Jobs entgegen: Apple will bis 2015 rund 100 Milliarden Dollar an die Anteilseigner ausschütten und zwar über Dividenden und einen Aktienrückkauf.

Icahn fordert nun eine Aufstockung. „Das ist eigentlich keine Frage.“ Denn Apple könne sich günstig Geld leihen. Das hatte der Konzern bereits gemacht, um nicht an seine im Ausland liegenden Reserven gehen zu müssen. Denn darauf würden bei der Überweisung in die USA Steuern fällig.

„Wir haben zwei Milliarden Dollar im Unternehmen stecken“, sagte Icahn im Interview und beendete damit Spekulationen, wie hoch sein Anteil sei. Es sind demnach nicht einmal 1 Prozent. Er habe in den vergangenen Wochen weiter zugekauft, sagte Icahn. Er habe lange keine Aktie mehr gesehen, „die so billig war“. Apple-Papiere liegen bei 488 Dollar und damit rund ein Drittel unter ihrem Höchststand vom September 2012.

Icahn stärkte Tim Cook den Rücken, der nach der Vorstellung der neuesten Generation des iPhone-Handys hatte Kritik einstecken müssen, weil die Neuerungen beim iPhone 5s im Detail lagen und das Einstiegs-iPhone 5c nach Einschätzung mancher Beobachter zu teuer ausfiel. „Ich habe Respekt vor dem, was Tim erreicht hat. Die Produkte sind gut.“

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Milliardengeschäft - Großaktionär drängt Apple zu Aktienkauf

12 Kommentare zu "Milliardengeschäft: Großaktionär drängt Apple zu Aktienkauf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • FlashGordon zahlt alle US-Schulden - mit seinem Hartz-VI Einkommen und seinen 400.000 EUR- Träumen, die auch nur aus wertlosem Papier bestehen, so sie denn real sind. Zumindest als Träume sind sie: real.

  • Apple schüttet seit einiger Zeit wieder Dividenden aus, auch auf Druck der Finanzinvestoren. Das hätte es zu Zeiten von Steve Jobs nie gegeben. Seine Ansicht war auch geprägt durch den Willen Apple immer unabhängig von äußeren Einflüssen zu halten, und diese Sicherheit gab im unter anderem auch die großen und beständig wachsenden Bargeldreserven.

  • Das Geld gehört den Aktionären? Also wenn überhaupt haben die Aktionäre ein berechtigten Anspruch auf einen Teil des Geldes. Aber erwirtschaftet haben das Unternehmen das Management und die vielen Mitarbeiter des Unternehmens. Somit steht auch ihnen ein Anteil dessen zu. Aber das passt natürlich den Kapitalgebern nicht, deren Rendite wünsche nie groß genug sein können, selbst wenn es dem Unternehmen letztlich schadet.

  • Es ging um Aktienrückkauf, nicht Dividende, Aktienrückkauf ist sehr langfristig gedacht und sinnvoll. Es macht keinen Sin, wenn ein Unternehmen auf über 100 mrd. sitzt und damit nichts tut. Investieren ja gerne, aber dann sollen sie das bitte auch tun. Wenn sie es nicht tun, wie derzeit, dann das Geld bitte einsetzen. Wie gesagt, der operating Cashflow ist so stark, dass er derzeit alle Investitionen locker schultert und am Ende immernoch mehr übrig bleibt. Es geht nicht darum, die Bilanz in den Dreck zu ziehen, aber keine Schulden und 10 mrd. in der Kasse wäre immernoch eine der besten Bilanzen der Welt.

  • Das ist auch ein W(-Itzig), wie die meisten aus dem Metier. Lebens-, Kultur-, und Menschenzerstörer.

  • Sind wir hier bei der Wohlfahrt ?

    Das Geld gehört den Aktionären. Entweder es wird ausgeschüttet oder die Klitsche wird in ihre Einzelteile zerlegt. So einfach ist. Over and out !

  • @ manthra

    Der chinesische Programmierer der seine App im chinesischen Markt verkauft muss 30% der Umsätze an Apple das seinen Steuersitz in Kalifornien hat abliefern. Der deutsche Apple-Aktionär der dieses System über seine Kapitaleinlage mitfinanziert hat bekommt nun dafür aus den 30% seine Kapitalrendite.

    Was bitte hat das damit zu tun dass ein paar Politikerbürokraten für ihre politischen Ambitionen vom amerikanischem Steuerzahler kein grünes Licht bekamen und deshalb diese Ambitionen über Kredite tätigten?

    Muss eine Firma für die Politikerbürokratenfehler der Vergangenheit einstehen? Ganz sicher nicht! Warum soll Apple für die Irak-Kriegskosten aufkommen mit der sich die Öl- und Rüstungsindustrie dumm und dämlich verdient?

    Die steuerpflichtigen Unternehmenssitze können noch einfacher als Wohnsitze auf die Bahamas verlegt werden. Das vergessen die Politikerbürokraten und Umverteiler leider immer wieder.

    Man kann die Wertschöpfung die zukünftig im Land erbracht durch Einkommen- und Umsatzsteuer abschöpfen. Aber rückwirkend nicht beim Unternehmen sondern über eine Vermögenssteuer nur bei den nicht mobilen Aktionären im eigenen Land.

  • Apple sollte einen Teil (!) seiner Gelder durchaus den Aktionären ausschütten, aber nur in begrenztem Maße und immer unter der Berücksichtigung das genug Geld auf den Firmenkonten bleiben.
    Immer wieder wurde gestaunt das Apple Firmenübernahmen aus der "Portokasse" zahlte, aber wenn diese leer ist dann funktioniert das nicht mehr. Zudem wird Apple in den kommenden Jahren noch viel Geld für die Forschung und Entwicklung neuer Geschäftsfelder/Produkte benötigen um seine Position im Markt zu behaupten und neue zu erschließen.
    Ganz abgesehen davon, was hat der Aktionär, speziell diese Hedgefonds und Finanzinvestoren ala Icahn davon, wenn ein Unternehmen wie Apple seine Barreserven auflöst? Die denken nicht bis morgen sondern deutlich weiter. Im ersten Schritt erhalten sie viel Geld mit dem sie weiter im Finanzmarkt agieren können und die nächste Firma durch Druck dazu bringen weiteres Geld auszuschütten. Dabei darf nicht vergessen werden das bei solch einer Ausschüttung der Unternehmenswert des ausschüttenden Unternehmens um diese Summe sinkt. (Einfach mal Spieltheorie und Dividenden bei unserem Freund Google suchen).

  • Apple soll mit seinen über die Jahre aufgelaufenen Steuerersparnissen, eigentlich ein Heimatbetrug sondergleichen, die Staatsschulden der USA tilgen!!

  • Nunja, es ist ja nicht so, dass Apple in den nächsten Jahren während der 100 mrd. Ausschüttung keine zusätzlichen Mittel generieren würden, die das Investitionsvolumen massiv überschreiten. Wenn Apple über Jahre 100 mrd. ausschüttet, dann hat der Konzern danach möglicherweise trotzdem noch mehr Geld als vorher. 150 mrd. müssen ja nicht auf einmal zurückgekauft werden (das wäre eh sinnlos). Aber wieso soll eine AG auf solchen Geldern sitzen? Verzinst anlegen kann man auch als Aktionär. Rückkauf wäre sinnvoll. Das was Apple betreibt ist verschenktes Potential und eigentlich auch Betrug an den Aktionären. Zur Not muss man eben mal Steuern zahlen, wenn man das Geld zurück in die USA bringen möchte, das wäre mMn ohnehin die Pflicht eines so großen Unternehmens.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%