Mittelstandssoftware Sage setzt sich von SAP ab

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Die dezentrale Strategie des Wachstums durch Zukäufe sei noch lange nicht ausgereizt, sagt Walker. Das Unternehmen hat begonnen, sich in Schwellenländern wie Südafrika und Malaysia zu engagieren, auch in China und Indien. Andererseits erweitert es die Produktpalette.

Mit Hochdruck arbeitet Sage an weiteren Zukäufen in Deutschland, wo das Unternehmen 1997 KHK und 2006 Bäurer übernommen hat. „In Deutschland haben wir nie die kritische Masse erreicht“, sagt Walker. Der Markt sei sehr zersplittert, viele Firmen in Besitz von Familien und Banken. „Wir würden wirklich gerne weitere Unternehmen in Deutschland kaufen“, sagt Walker. „Wir schauen uns um, haben Berater engagiert, wir müssen einfach Geduld haben.“ Als perfekten Partner nennt er die Freiburger Softwarefirma Lexware, die zur Verlagsgruppe Haufe gehört. „Leider haben wir es nie geschafft, sie zu kaufen“, bedauert er. Auch an deutschen Herstellern von Software für Arztpraxen ist er interessiert, nachdem er diesen Markt mit dem Kauf des US-Anbieters Emdeon für fast 300 Mill. Pfund erschlossen hat.

Walker will nicht ausschließen, dass Sage auch selber ein Übernahmeziel werden könnte. „Das ist sicher eine Möglichkeit“, sagt er. Da sind Analysten allerdings skeptisch. „Für eine Firma wie SAP wäre Sage mit seinem breiten Portfolio an länderspezifischen Produkten ein Albtraum“, wiegelt Ovum-Analyst Bradshaw ab.

Die Sage-Saga

Anfänge: Der Druckereibesitzer David Goldman gründete Sage 1981 in Newcastle. 1989 ging Sage an die Börse.

Zukäufe: Mit mehr als 100 Zukäufen konsolidierte Sage weltweit den Markt für Unternehmenssoftware für kleine und mittelgroße Firmen. Konkurrenten sind der US-Anbieter Intuit sowie Microsoft, SAP und Oracle.

Wachstum: Sage wird im laufenden Jahr erstmals die Marke von einer Milliarde Pfund Umsatz überschreiten. Die Firma hat mehr als 13 000 Mitarbeiter und fünf Millionen Kunden. An der Börse ist sie knapp fünf Mrd. Euro wert.

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