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Mobilfunk 5G-Auktion kommt in die heiße Phase: Welche Strategien die Firmen verfolgen

Zwischenbilanz der 5G-Auktion: 44 Runden, 662 Millionen Euro Einsatz, vier Tage Gebote. Spieltheoretiker Stephan Knapek analysiert die Strategien der Firmen zum Ende der ersten Woche.
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Die Auktion der Frequenzen ist erst vorbei, wenn keine Firma mehr höhere Gebote abgibt. Quelle: AFP
Zukunft des Mobilfunks

Die Auktion der Frequenzen ist erst vorbei, wenn keine Firma mehr höhere Gebote abgibt.

(Foto: AFP)

DüsseldorfIn Mainz wird über die Zukunft des Mobilfunks in Deutschland entscheiden. Seit Jochem Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, am Dienstag um 10 Uhr die Auktion der Frequenzen für den 5G-Mobilfunk gestartet hat, liefern sich vier Firmen einen Bieterwettbewerb. Zum Ende der ersten Woche sind sie in insgesamt 44 Runden gegeneinander angetreten und haben insgesamt 662 Millionen Euro geboten.

Neben den etablierten Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica bietet auch der Herausforderer United Internet mit seiner Tochterfirma Drillisch Netz AG um Frequenzen. Schon in der ersten Runde hatte Drillisch mehr als 200 Millionen Euro geboten.

„Drillisch hat wiederholt seinen Anspruch auf eine bestimmte Frequenzausstattung angemeldet“, sagt Stephan Knapek von der Beratungsfirma TWS Partners. Als Spieltheoretiker berät er Unternehmen und hat in den vergangenen Jahren mehrfach die besten Strategien für Frequenzauktionen ausgearbeitet.

Die Angebote von Drillisch zum Anfang hätten deutlich über den Mindestgeboten der Bundesnetzagentur gelegen, sagt Knapek. Auf den ersten Blick erschienen die Gebote als aggressiv, sie „sind aber vermutlich als ,Friedensangebot‘ an die Etablierten zu deuten, sich auf einem niedrigen Preisniveau gütlich zu einigen“.

Mit diesem Versuch ist Drillisch gescheitert. „Die Etablierten haben dieses Angebot jedoch deutlich und wiederholt zurückgewiesen und sogar Möglichkeiten angedeutet, wie sie Drillisch in der Auktion ,bestrafen‘ könnten“ – durch Überlassung eines kleinen, schwer nutzbaren, aber potenziell teuren Anteils des Spektrums, sagt Knapek.

Zu Beginn der Auktion war Drillisch noch meistbietend in zehn der 41 zur Verfügung stehenden Frequenzblöcke. Am Ende der 44 Runde am Freitagabend hatten die etablierten Netzbetreiber den Herausforderer aus einigen Blöcken vertrieben. Drillisch war nur noch in fünf Blöcken Meistbietender.

Der weitere Verlauf der Auktion hängt damit ganz entscheidend von Drillisch ab. „Alles deutet auf eine schnelle Einigung zwischen den Etablierten hin, wenn Drillisch nachgibt“, sagt Knapek. „Dann wäre die Auktion voraussichtlich sehr schnell beendet.“

Noch ist aber nicht klar, wie sich Drillisch verhalten wird. Die Firma könnte ihren Einsatz massiv erhöhen, um sich bessere Frequenzen zu sichern. Oder Drillisch könnte nicht bereit sein, deutlich mehr Geld für Frequenzen auszugeben. „Sollte Drillisch mittels der „Jump Bids“ auch ihre Zahlungsbereitschaft angedeutet haben, dann könnte die Auktion sogar nächste Woche schon zu Ende gehen“, sagt Knapek.

Welche Interpretation stimmt, dürften erst die nächsten Tage zeigen. „Es bleibt spannend“, sagt Knapek.

2015 wurden insgesamt 181 Runden in gut drei Wochen benötigt und 2010 sogar 224 Runden in sechs Wochen. Die Auktion ist erst vorbei, wenn keine Firma mehr höhere Gebote abgibt.

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