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Mobilfunk Streit um die Netze der Zukunft – Wird es einen vierten Anbieter geben?

Ein vierter Netzbetreiber könnte den Wettbewerb ankurbeln und die Digitalisierung schneller vorantreiben. Doch der Aufbau würde Jahre dauern.
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Telekom, Vodafone und Telefónica wollen keinen vierten Mobilfunkbetreiber, der ebenfalls ihren Netzausbau nutzt. Quelle: dpa
Hochspannungsleitungen

Telekom, Vodafone und Telefónica wollen keinen vierten Mobilfunkbetreiber, der ebenfalls ihren Netzausbau nutzt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es geht um nicht weniger als die Basis für die digitale Wirtschaft der Zukunft. United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth (1&1, GMX, web.de) bekommt prominente Unterstützung für seinen Vorschlag, als neuer Netzbetreiber neben Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland den Ausbau der nächsten Mobilfunkgeneration 5G voranzutreiben.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, forderte am Freitag in einer Stellungnahme, dass die Vergabe der neuen Frequenzen auch einen vierten Netzbetreiber, also mehr Wettbewerb, fördern müsse.

Erst Wettbewerb sei schließlich „der zentrale Treiber für innovative Dienstleistungen zur Unterstützung der Digitalisierung der Wirtschaft“, sagte Mundt. Der Kartellamtspräsident erwähnte Dommermuth oder sein Unternehmen zwar nicht namentlich. Aber die Botschaft war klar: Die Behörde will lieber vier statt bisher drei Firmen um Kunden und Netzausbau konkurrieren lassen.

Die Aussagen gefallen Telekom, Vodafone und Telefónica gar nicht. Die Chefs der drei Mobilfunkbetreiber warnten zuletzt immer lauter vor dem Einstieg eines neuen Wettbewerbers in den Markt. Dommermuth sei ein „Trittbrettfahrer“, der sich mit seinem Vorstoß eine Mitnutzung ihrer Netze zu regulierten Preisen sichern wolle. Das würde Investitionen hemmen und den Netzausbau weiter schwächen.

„Wenn jemand glaubt, er löse die Infrastrukturprobleme in Deutschland mit einem vierten Netz, der ist aus meiner Sicht auf dem Holzweg“, hatte Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas im Interview mit dem Handelsblatt gewarnt.

Klar ist jedoch: Ein Neueinsteiger braucht zumindest am Anfang Zugang zu den bestehenden Netzen. Denn es wird Jahre dauern, überall in Deutschland Mobilfunkmasten zu errichten. Doch eine Verpflichtung der bestehenden drei Netzanbieter würde massiv in deren Geschäfte eingreifen.

In dieser Frage ist zunächst nicht das Bundeskartellamt, sondern die Bundesnetzagentur zuständig. Und die hatte in einem vertraulichen Bericht an ihren Beirat jüngst durchblicken lassen, dass sie keine Grundlage für eine Zwangsauflage von Telekom, Vodafone und Telefónica sieht. „Eine Verpflichtung zum Infrastruktur-Sharing oder zu National Roaming würde einen Eingriff in die Rechte der Mobilfunknetzbetreiber darstellen“, heißt es in dem Dokument.

In den nächsten Wochen will die Behörde ihren Plan für die Vergabe der Frequenzen vorlegen. Und das wird, so oder so, eine neue Zeit einläuten. Denn erst 5G macht die großen Zukunftstechnologien flächendeckend möglich. Autonomes Fahren, Blockchain, Internet der Dinge – die Datenverarbeitung braucht enorme Power.

Andere Länder haben sich im globalen Wettstreit schon wieder Fortschritte erkämpft – durch bessere Infrastruktur, die dann auch die Basis für Tausende neuer Unternehmen legen kann. Die Fachleute sind sich jedenfalls einig, dass die für Anfang nächsten Jahres geplanten Versteigerungen der neuen Frequenzen zugleich der Startschuss in die Zukunft sein werden – ob mit oder ohne Dommermuth.

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1 Kommentar zu "Mobilfunk: Streit um die Netze der Zukunft – Wird es einen vierten Anbieter geben?"

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  • Die Voraussetzung das 5G funktioniert ist ein flächendeckendes Glasfasernetz weil 5G Antennen mit Glasfaser angeschlossen werden müssen und weil der Radius eines 5G-Senders klein ist. Was aber Glasfasernetze betrifft, ist Deutschland laut OECD und FTTH Council europäisches Schlusslicht! Wie soll das also funktionieren mit "...5G macht die großen Zukunftstechnologien flächendeckend möglich."?

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