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Mobilfunkanbieter T-Mobile und Sprint feilen an letzten Details vor Fusion

Schon zum dritten mal in vier Jahren nehmen T-Mobile und Sprint einen Anlauf in Richtung Fusion. In den nächsten Tagen soll der Deal endlich stehen.
Update: 28.04.2018 - 12:24 Uhr Kommentieren
Fortschritt bei Fusionsgesprächen von T-Mobile und Sprint Quelle: dpa
T-Mobile USA

Die Telekom-Tochter will endlich den kleineren Konkurrenten Sprint übernehmen. Die Verhandlungen könnten nächste Woche abgeschlossen werden.

(Foto: dpa)

New York Erst vor fünf Monaten war die Mega-Fusion offiziell abgeblasen worden, nun kommt sie nach US-Medienberichten überraschend doch noch zustande. Demnach geht die Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem US-Rivalen Sprint zusammen – es ist eine Milliarden-Hochzeit, die die Kräfteverhältnisse auf dem umkämpften amerikanischen Mobilfunkmarkt neu definieren könnte. Der Deal hat enorme Dimensionen: Zusammen bringen die Unternehmen es auf einen Börsenwert von mehr als 80 Milliarden US-Dollar. Damit entstünde ein Konzern mit 127 Millionen Kunden, der den beiden Platzhirschen Verizon und AT&T deutlicher stärker auf den Leib rücken würde.

Die Unternehmen befänden sich in den letzten Zügen der Verhandlungen, bereits am Sonntag könne der Deal bekanntgegeben werden, berichtete der Sender CNBC am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Der Finanzdienst Bloomberg erfuhr von Insidern, dass die Deutsche Telekom bei einer Einigung 42 Prozent am fusionierten Konzern und 69 Prozent der Stimmrechte erhalten könnte. „Wir kommentieren grundsätzlich keine Medienberichte“, hieß es dazu am Samstag bei der T-Mobile-Mutter Telekom in Bonn. Analysten schätzen die Wahrscheinlichkeit höher ein, dass die Fusion diesmal über die Bühne geht.

Bei der Frage, mit welcher Bewertung Sprint in eine Fusion gehen soll, gingen die Berichte auseinander. Laut den von CNBC zitierten Kreisen sollen 6,5 Dollar je Aktie veranschlagt werden. Damit würde sich ein Gesamtwert von rund 26 Milliarden Dollar ergeben - das würde in etwa dem aktuellen Börsenwert entsprechen. Bloomberg berichtete hingegen von nur 6,1 Dollar pro Aktie, womit Sprint auf rund 24 Milliarden Dollar taxiert würde. T-Mobile brachte es zuletzt auf einen Börsenwert von rund 55 Milliarden Dollar.

Die Hoffnung auf eine baldige Einigung gab den Aktien der Deutschen Telekom Rückenwind. Die Titel gewannen am Freitag in der Spitze 1,8 Prozent und gehörten damit zu den stärksten Dax-Werten. Die Aktien des Sprint-Großaktionärs Softbank legten um gut vier Prozent zu.

Für die Bonner ist der Deal wichtig, schließlich hat sich das US-Geschäft zu einem Umsatzgaranten entwickelt. Die Deutsche Telekom wollte zu den Informationen keine Stellungnahme abgeben. Sprint, T-Mobile US und Softbank waren zunächst nicht zu erreichen.

Bereits 2014 wollten die Unternehmen zusammengehen, damals scheiterte das Vorhaben an kartellrechtlichen Bedenken. Im vergangenen Jahr dann fieberte die Börse erneut lange auf die große Hochzeit, letztlich konnte man sich aber nicht auf Preis und Besitzverhältnisse einigen.

Die US-Tochter des Bonner Telekom-Konzerns war die vergangenen Jahre auf der Überholspur, so dass Sprint sich jetzt mit der Rolle des Junior-Partners begnügen müsste. Für die Telekom ist das Happy End in dieser Partnersuche zugleich auch ein Schlussstrich unter ein US-Abenteuer, das zeitweise einem teuren Missverständnis glich.

Denn lange war die 2001 vom damaligen Telekom-Chef Ron Sommer für horrende 40 Milliarden Euro eingekaufte US-Sparte ein Sorgenkind. Neben lückenhafter Netzabdeckung beutelte den kleinen Mobilfunker etwa, dass man das beliebte iPhone von Apple nicht im Angebot hatte – die Kunden liefen in Scharen zur Konkurrenz über. 2011 scheiterte ein Verkaufsversuch an den Platzhirsch AT&T.

Ein Zusammenschluss würde T-Mobile/Sprint nicht nur Schub im Rennen mit Verizon und AT&T geben, sondern den Unternehmen auch eine bessere Position beim Aufbau der Netze für die Zukunftstechnologie 5G. Dafür werden hohe Investitionen fällig. Sprint besitze große Anteile des für das künftige 5G-Netz wichtigen 2,4 Gigahertz-Frequenzbands, sagte Gartner-Analyst Bill Menezes.

Gemeinsam könnten die Firmen ihren 5G-Aufbau deutlich beschleunigen. Ein solches Netz wird benötigt, damit riesige Datenmengen in Echtzeit transportiert und somit Milliarden Geräte vernetzt werden können. Das ist beispielsweise in der Industrie 4.0 und dem autonomen Fahren nötig. Für Gegenwind beim Sprint-Deal könnten jedoch noch die Wettbewerbshüter sorgen, die die Fusionspläne schon einmal durchkreuzt hatten.

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  • rtr
  • dpa
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