Mobilfunkanbieter Währungskrise in Südamerika belastet Telefónica

Telefónica ist in der Zwickmühle: Bisher haben die Einnahmen aus Südamerika die Einbrüche auf dem Heimatmarkt ausgeglichen. Jetzt jedoch verfallen Währungen in Übersee. Das belastet Gewinn und Umsatz.
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Telefónica-Zentrale nahe Madrid: Der Betriebsgewinn ist 2013 um zehn Prozent auf 19,1 Milliarden Euro gesunken. Quelle: dpa

Telefónica-Zentrale nahe Madrid: Der Betriebsgewinn ist 2013 um zehn Prozent auf 19,1 Milliarden Euro gesunken.

(Foto: dpa)

MadridEinst eine Goldgrube, nun eine Bürde: Das umsatzstarke Lateinamerika-Geschäft belastet Telefonica. Der operative Gewinn des spanischen Telekomkonzerns brach voriges Jahr um zehn Prozent auf 19,1 Milliarden Euro ein, wie Telefonica am Donnerstag mitteilte. Noch stärker ging es in Südamerika bergab. Einer der Hauptgründe dafür ist der teils rapide Währungsverfall in einigen Ländern des Kontinents. Die Madrider sind damit in der Zwickmühle: In den vergangenen Jahren bügelten die sprudelnden Einnahmen aus Übersee die Einbrüche auf dem rezessionsgeplagten Heimatmarkt noch aus. Nun jedoch nicht mehr: Der Jahresumsatz sank um neun Prozent auf 57,1 Milliarden Euro. 2014 sollen die Erlöse aber wieder zulegen.

Beim Abbau des immensen Schuldenbergs kam Telefonica schon voran: Am Jahresende beliefen sich die Verbindlichkeiten noch auf 45,4 Milliarden Euro. Der Konzern hatte sich 47 Milliarden Euro als Ziel gesetzt. Telefonica gehört zu den am höchsten verschuldeten Unternehmen in Europa.

Den Überschuss steigerte Telefonica um 17 Prozent auf 4,59 Milliarden Euro. Allerdings war das Ergebnis 2012 auch von großen Abschreibungen überschattet. Seinerzeit musste der Konzern den Wert der Töchtern Italien und Irland wegen der schlechten Geschäftsentwicklung mindern.

Wegen der Probleme in Lateinamerika sucht der Konzern Wachstumsmöglichkeiten wieder auf dem alten Kontinent: So soll die deutsche Tochter O2 den Rivalen E-Plus für 8,6 Milliarden Euro übernehmen. Die Brüsseler Wettbewerbshüter prüfen den Fall derzeit. Schnell dürfte das nicht gehen: Der spanische Konzern rechnet erst im Sommer 2014 mit dem Abschluss der Transaktion.

Die geplante Fusion wäre ein Befreiungsschlag für Telefonica Deutschland - derzeit ist die Firma der kleinste Mobilfunk-Anbieter in Deutschland und rangiert weit abgeschlagen hinter dem Führungsduo aus Deutscher Telekom und Vodafone. Das Problem ist, dass Telefonica hierzulande ein ähnlich großes und kostspieliges Handynetz betreibt wie die Platzhirsche, aber nur etwa halb so viele Kunden zählt - dementsprechend mager sind die Gewinne.

  • rtr
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