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Mobilfunkbetreiber T-Mobile US hofft auf den Mega-Deal mit Sprint

Die US-Tochter treibt Umsatz, Kundenzahl und Bewertung der Deutschen Telekom. Doch erst eine Fusion mit Sprint würde das Geschäft lukrativ machen.
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Telekom: T-Mobile US hofft auf den Mega-Deal mit Sprint Quelle: AP
Kochshow von John Legere im Stadion von Seattle

Die Telekom investiert mächtig ins US-Geschäft.

(Foto: AP)

DüsseldorfWie wichtig John Legere für die Deutsche Telekom ist, zeigt sich in einer Zahl: 23.631.206 US-Dollar. So viel Vergütung inklusive Aktienoptionen weist die US-Tochter der Deutschen Telekom für ihren CEO für das Jahr 2017 aus. Für das vergangene Jahr liegen noch keine Daten vor.

Damit ist er der bestbezahlte Manager der Telekom und liegt deutlich vor Konzernchef Timotheus Höttges. Dieser erhielt laut Geschäftsbericht für das Jahr 2018 Bezüge in Höhe von 5,82 Millionen Euro. Für das Vorjahr waren es 5,67 Millionen Euro.

Legere ist jeden Dollar wert, zeigt sich das Spitzenmanagement in Bonn überzeugt. Der schrille US-Chef, der sich gerne beim Joggen und Kochen per Kurzvideo seinen Kunden präsentiert, steuert den wichtigsten Einzelmarkt der Telekom. Dem US-Chef ist es im vergangenen Jahr gelungen, die Zahl der Kunden um 9,7 Prozent auf 79,7 Millionen zu steigern. Der Umsatz kletterte um 2,2 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro. Und das bereinigte Ergebnis stieg um 8,3 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro.

Selbst die Telekom räumt ein, dass die hohen Wachstumsraten bei den Kunden zum Teil durch einen Trick erkauft werden. Zwar seien deutlich mehr Verträge etwa für vernetzte Geräte verkauft worden, allerdings verlangt T-Mobile US weniger Geld, wenn eine SIM-Karte etwa für eine smarte Uhr verkauft wird. Denn sie verbraucht deutlich weniger mobile Daten als etwa ein Smartphone.

Die Telekom verweist darauf, dass das den durchschnittlichen Umsatz je Vertragskunde (ARPU) belastet. Aus den von T-Mobile US veröffentlichten Daten lässt sich jedoch nicht herauslesen, wie viele SIM-Karten für smarte Endgeräte verkauft wurden und wie weit sich der ARPU in dieser Kategorie von dem bei Smartphones unterscheidet.

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Doch selbst ohne diesen Sondereffekt ist das Geschäft in den USA für die Telekom nicht so lukrativ wie etwa in Deutschland. Zwar konnte die US-Tochter ihre bereinigte Ebitda-Marge über die vergangenen drei Jahre steigern. Aber mit einem Wert von 27,6 Prozent lag T-Mobile US auch 2018 deutlich unterhalb der Marge des Geschäfts in Deutschland mit 39,7 Prozent.

Das hat die Telekom jedoch nicht davon abgehalten, mit ihrer US-Tochter jedes Jahr erheblich Geld zu investieren. Allein für das Jahr 2017 wies T-Mobile US Ausgaben in Höhe von 13,3 Milliarden US-Dollar aus, davon entfielen 8,1 Milliarden Dollar auf den Erwerb von Mobilfunkfrequenzen.

Im vergangenen Jahr lagen die Ausgaben bei 5,5 Milliarden Dollar, wovon nur 300 Millionen Dollar auf Frequenzen entfielen. Insgesamt hat T-Mobile US vom Jahr 2012 bis zum Jahr 2018 46,7 Milliarden Dollar investiert, davon 16 Milliarden Dollar für Frequenzen.

Höhere Renditen durch Fusion

Würde Höttges das Geld nach der erwarteten Gewinnmarge verteilen, müsste er stärker auf Deutschland oder andere Beteiligungen in Europa setzen. Aber in den USA lockt die Chance auf künftiges Wachstum. Bekommt die Telekom die Erlaubnis für den Zusammenschluss mit dem Rivalen Sprint, dürfte sie ihr Geschäft massiv ausbauen und deutlich höhere Renditen einfahren. Zwar beteuert Legere, durch den Zusammenschluss würden weder Stellen wegfallen noch Preise steigen. Langfristig dürfte T-Mobile US aber wohl die Marge durch geringere Kosten sowie höhere Renditen etwa durch andere Tarife erwirtschaften wollen.

Das Engagement in den USA ist eine Wette auf die Zukunft. Dafür nimmt die Telekom auch steigende Schulden in Kauf. Die Nettofinanzverbindlichkeiten des Konzerns erhöhten sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Milliarden Euro auf 55,4 Milliarden. Für den Anstieg waren zahlreiche Faktoren verantwortlich. Das Engagement in den USA gehört mit dazu. Dort wurde etwa neue Netzwerk-Ausstattung angemietet, ein Aktienrückkaufprogramm gestartet und darüber hinaus ein Aktienpaket der T-Mobile US von der Deutschen Telekom AG erworben.

Durch den Anstieg der Verbindlichkeiten verschlechterte sich die relative Verschuldung des Konzerns vom 2,3-Fachen des Ebitda im Vorjahr auf das 2,4-Fache: Bei gleichbleibender Ertragslage würde die Telekom also 2,4 Jahre brauchen, um ihre Außenstände komplett zurückzuzahlen.

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