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Multi-Milliarden-Dollar-Deal Microsoft kauft Business-Netzwerk LinkedIn

Der Software-Riese Microsoft will den Xing-Konkurrenten LinkedIn für 26,2 Milliarden Dollar übernehmen. Satya Nadella, Chef des Windows-Konzerns, greift für das Business-Netzwerk tief in die Kasse – und hat große Pläne.
Update: 13.06.2016 - 17:58 Uhr 2 Kommentare

IT-Riese im Umbruch: Erfolgreichste Online-Karrierebörse gehört nun Microsoft

Redmond Microsoft will seine Position in Unternehmen mit dem milliardenschweren Kauf des Karriere-Netzwerks LinkedIn ausbauen. Der deutlich größere Konkurrent des deutschen Anbieters Xing werde dabei insgesamt mit 26,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 23,2 Milliarden Euro) bewertet, teilten die Unternehmen am Montag mit. In dieser Summe sind auch die Bargeld-Reserven von LinkedIn eingerechnet. Der Vertrag sei bereits unterzeichnet.

Microsoft bietet 196 Dollar pro Aktie. Das ist ein satter Aufpreis auf den Schlusskurs von 131,08 Dollar von Freitag. Im Vergleich zu Kursen im vergangenen Jahr ist es allerdings noch eine Art Schnäppchen: Die Aktie hatte zeitweise über 260 Dollar notiert. Die Transaktion soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, wie der Softwarekonzern am Montag mitteilte.

Bei LinkedIn können sich Nutzer in beruflichen Profilen vorstellen, nach neuen Jobs Ausschau halten und mit anderen Mitgliedern kommunizieren. Unternehmen nutzen das Portal auch für die Suche nach Mitarbeitern. Im ersten Quartal 2016 kletterte die weltweite Nutzerzahl von 414 auf 433 Millionen. Gemessen an der Zahl der Nutzer ist LinkedIn das größte berufliche Netzwerk der Welt.

In Deutschland dominiert nach Nutzerzahlen bei den Berufsnetzwerken die Plattform Xing, LinkedIn spielt im Vergleich dazu eine kleinere Rolle: Im deutschsprachigen Raum überschritt LinkedIn die Marke von acht Millionen Mitgliedern, die Angebote für die Personalsuche werden von 29 der 30 Dax-Unternehmen genutzt. Xing hat in Deutschland, Österreich und der Schweiz über zehn Millionen Mitglieder – beschränkt sich aber weitgehend auch auf diese Region.

Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte, das Team von LinkedIn habe ein „fantastisches Geschäft“ aufgebaut. „Zusammen können wir das Wachstum beschleunigen.“ Der Deal vereine „die weltweit führende professionelle Cloud und das global führende berufliche Netzwerk“, sagte Nadella. Der Kauf sei „ein Schlüssel für unsere kühne Vision, Produktions- und Wirtschaftsprozesse neu zu erfinden“. Auch die Bürosoftware Office 365 und Dynamics werde mit dem Kauf wachsen – „weil wir jeden Menschen und jedes Unternehmen auf der Welt damit ausstatten wollen“. Der Chairman des Karrierenetzwerks, Reid Hoffman, betonte: „LinkedIn wird heute noch einmal neu gegründet.“

Nadella führt Microsoft seit Februar 2014 und gab dem Unternehmen einen neuen Kurs. Traditionell lebte Microsoft vor allem davon, Windows-Software für PCs sowie seine Office-Büroprogramme zu verkaufen. Doch mit dem Schrumpfen des PC-Marktes ist die Geldmaschine Windows weniger verlässlich geworden. Und für Office gibt es günstige Konkurrenz unter anderem von Google sowie anderen Anbietern, die mobile Geräte im Visier haben.

Nadella setzt auf Abos statt auf Kauf-Software und gab das Ziel aus, Online-Dienste von Microsoft auf allen Plattformen verfügbar zu machen – also zum Beispiel auch auf Apples iPhones und iPads und Geräten mit dem Google-System Android.

LinkedIn, gestartet 2003, gehört zu den Veteranen unter den Online-Diensten. Die Firma ist seit Frühjahr 2011 an der Börse notiert. Das Karriere-Netzwerk solle seine Marke behalten und unter dem Dach des Microsoft-Konzerns unabhängig agieren. LinkedIn-Chef Jeff Weiner werde seinen Job behalten und direkt Nadella unterstehen. Das Karrierenetzwerk hat im vergangenen Quartal einen Verlust von 46 Millionen Dollar (40,9 Millionen Euro) eingefahren, im abgelaufenen Jahr betrug das Minus 166 Millionen Dollar (147,5 Millionen Euro).

LinkedIn setzt seit Jahren auf Datenanalyse zur Hilfe bei der Personalsuche. Zuletzt wurde auch die integrierte Blog-Plattform wichtig, über die bekannte Unternehmer wie zum Beispiel Virgin-Gründer Richard Branson Artikel veröffentlichen.

Die abgenutzten Schlagwörter in Linkedin-Profilen
Platz 10: engagiert
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Wer in Karrierenetzwerken ein Profil anlegt, will sich von der Masse abheben – denkt man. Doch die Realität sieht ganz anders aus, wie eine aktuelle Analyse von Linkedin zeigt. Das Online-Karrierenetzwerk hat mehr als 400 Millionen Nutzeroprofile ausgewertet und daraus die Top zehn der meistgenutzten Schlagwörter ermittelt – in Deutschland und auf der ganzen Welt. Die Eigenschaft „engagiert“ geben sich die Deutschen 2015 weniger als die Nutzer aus dem Rest der Welt: Platz zehn hierzulande, Platz sieben international.

Quelle: Linkedin Deutschland, Österreich, Schweiz

(Foto: Imago)
Platz 9: erfolgreich
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Eine gesunde Portion Selbstbewusstsein ist gut für die Karriere. Doch die Begeisterung an sich selbst hält sich in Deutschland eher in Grenzen: Das Wort steht hierzulande auf Platz neun, im globalen Vergleich sogar auf Platz sechs. Viele Profile wirken gleich und austauschbar, von Individualität ist kaum etwas zu sehen.

(Foto: Imago)
Platz 8: Erfolgsgeschichte
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Wer glänzt nicht gern mit der eigenen Erfolgsgeschichte? Bei den Deutschen ist der Begriff beliebt – Platz acht. Im globalen Vergleich landet der Begriff auf den zehnten Platz. Doch allein der Begriff reicht nicht. Alexandra Kolleth, Mitglied der Geschäftsleitung Deutschland, Österreich, Schweiz sagt dazu: „Mitglieder sollten, um sich vom Wettbewerb abzuheben, aber immer auch gute Belege für ihre Beschreibung liefern. Erfolgreich abgeschlossene Projekte oder Empfehlungen, die auf eine bestimmte Eigenschaft Bezug nehmen, bieten sich hier an.“

(Foto: Imago)
Platz 7: verantwortungsvoll
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Nutzer verwenden oft dieselben Schlagwörter, um sich zu beschreiben. Auf Rang sieben der Top zehn der meistgenutzten Schlagwörter hierzulande folgt „verantwortungsvoll“. Die Nutzer außerhalb von Deutschland legen auf die Eigenschaft gar keinen Wert. „Wer Begriffe aus unserer Buzzword-Liste in seinen Profilen verwendet, muss diese nicht unbedingt löschen“, so Alexandra Kolleth.

(Foto: Imago)
Platz 6: Leidenschaft
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Sie gehen morgen gerne zur Arbeit und sehen in Ihrer Tätigkeit einen Sinn? Dann haben Sie Leidenschaft für Ihren Beruf. Bei den deutschen Nutzern landet dieser Begriff auf den sechsten Platz. Noch leidenschaftlicher gehen aber die Nutzer aus der ganzen Welt an die Arbeit heran.

(Foto: Imago)
Platz 5: Expertenwissen
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Wer im Job weiterkommen will, muss auf sich aufmerksam machen. Mit dem Begriff „Expertenwissen“ geht das allemal. Doch auch andere deutsche Linkedin-Nutzer geben das Wort an – Platz fünf. Internationale Nutzer verwenden es dagegen gar nicht.

(Foto: Imago)
Platz 4: kreativ
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Gute Einfälle kommen im Berufsalltag immer gut an. Deshalb sagen die Deutsch am vierthäufigsten von sich, sie seien „kreativ“. Im globalen Vergleich steht dieses Wort sogar noch weiter vorn: auf dem dritten Platz. Doch nicht alle Berufsgruppen legen auf dieselben Dinge wert: So beschreiben sich am häufigsten Marketingleute als „kreativ“...

(Foto: Imago)

Wettbewerbsexperte und Ex-Monopolkommissionschef Daniel Zimmer warnt bei der geplanten Übernahme des Berufsnetzwerk LinkedIn durch den Software-Riesen Microsoft vor möglichen langfristigen Nachteilen für den Wettbewerb:  „Für den Wettbewerb in Deutschland könnte die Fusion auf den ersten Blick Vorteile haben, weil mit der Zusammenlegung von Microsoft und LinkedIn der größte Konkurrent des führenden Berufsnetzwerks Xing gestärkt wird“, sagte Zimmer dem Handelsblatt. „Allerdings besteht auch hier wie bei vielen Plattformen langfristig die Gefahr der Monopolisierung. Diese könnte durch die Stützung von LinkedIn durch Microsoft verstärkt werden.“ 

Zimmer sieht sich in seiner früheren Annahme bestätigt, dass auch auf Digitalmärkten dominierende Unternehmen jederzeit mit dem Erstarken von Wettbewerbern rechnen müssen. „Der Fall zeigt, dass sich auch etablierte Unternehmen gern gegenseitig Konkurrenz auf neuen Feldern machen. Auch die Platzhirsche können sich also nicht zurücklehnen“, sagt Zimmer. 

  • dpa
  • afp
  • rtr
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