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Spotify-Chef Daniel Ek

Der Schwede hat Spotify zum Marktführer aufgebaut. Dauerhaft profitabel ist das Unternehmen aber noch nicht.

(Foto: Spotify)

Musik-Streaming Spotify macht erstmals Gewinn – dank eines Sondereffekts

Mit seinem Musikdienst hat Spotify einen neuen Markt geschaffen. Für Gewinne hat es bislang nicht gereicht – nun hilft ein Sondereffekt dem Konzern.
Update: 01.11.2018 - 15:03 Uhr Kommentieren

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify hat im vergangenen Quartal seinen ersten Gewinn geschafft – allerdings nur dank einer Beteiligung am chinesischen Konkurrenten Tencent Music. Durch eine Neubewertung der Aktien von Tencent Music bekam Spotify eine Steuergutschrift von 125 Millionen Euro und verbuchte unterm Strich einen Quartalsgewinn von 43 Millionen Euro. Der schwedische Musikdienst geht davon aus, dass es ab dem laufenden Quartal wieder wie gehabt rote Zahlen geben wird.

Die Zahl zahlender Abo-Kunden stieg binnen drei Monaten um vier Millionen auf 87 Millionen. Auf die kostenlose Version griffen 109 Millionen Nutzer zu – acht Millionen mehr als im zweiten Quartal. Zum Jahresende rechnet Spotify mit bis zu 96 Millionen Abo-Kunden. Das ist eine Million weniger, als Spotify bisher am oberen Ende der Schätzung erwartete. An der Prognose von bis zu 207 Millionen aktiven Nutzern insgesamt hält der Dienst dagegen fest.

Spotify ist gemessen an Nutzerzahlen die klare Nummer eins beim Musikstreaming. Apple Music kommt auf Platz zwei. Nach Zahlen aus dem Sommer hat der Apple-Dienst gut 50 Millionen Abo-Kunden – der iPhone-Konzern verzichtet auf eine Gratisvariante.

Weitere große Spotify-Konkurrenten bei Musik aus dem Netz sind vor allem Google mit seinem neu gestarteten Dienst Youtube Music und Amazon. Sie alle können sich dauerhafte Verluste im Musikgeschäft leisten, weil sie ihr Geld woanders verdienen – bei Spotify muss hingegen schließlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell stehen.

In dieser Situation werde Spotify weiterhin seine Prioritäten auf Wachstum statt Gewinn setzen, sagte Gründer und Chef Daniel Ek am Donnerstag und stellte damit letztlich weitere Verluste in Aussicht.

Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um ein Drittel auf 1,35 Milliarden Euro. Der Erlös pro Nutzer fiel aber im gleichen Zeitraum um sechs Prozent auf 4,73 Euro. Das liegt daran, dass viele die günstigeren Tarife für Familien und Studenten in Anspruch nehmen. Dieser Trend werde sich grundsätzlich auch weiter fortsetzen, sagte Finanzchef Barry McCarthy. Allerdings hat sich der Rückgang beim Umsatz pro Nutzer zuletzt deutlich verlangsamt – im zweiten Quartal lag er noch bei zwölf Prozent.

Die Anleger zeigten sich von den Zahlen und Aussichten enttäuscht: Die Spotify-Aktie fiel im frühen US-Handel um knapp neun Prozent.

Beim Streaming wird Musik direkt aus dem Internet abgespielt, statt zunächst auf die Geräte geladen zu werden. Der Erfolg von Abo-Modellen bei den Kunden sorgt dafür, dass die Erlöse der Branche wieder steigen, nachdem sie vor allem infolge der Musikpiraterie im Netz jahrelang gesunken sind. Zugleich hat sich der Niedergang des CD-Geschäfts noch weiter beschleunigt.

Spotify ist im April an die Börse gegangen und hat dabei den ungewöhnlichen Weg der Direktplatzierung gewählt. Der Kurs lag zwischenzeitlich um bis zu 40 Prozent über der Erstnotierung, derzeit beträgt das Plus immerhin noch rund zehn Prozent.

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