Musikdienst Spotify Eine halbe Milliarde Dollar gegen Apple

Mit seinem neuen Musikdienst versetzt Apple die Konkurrenz in Aufregung. Nun rüstet sich Spotify mit einer Geldspritze gegen den iKonzern. Eine aktuelle Statistik zeigt: Das schwedische Start-up wächst derzeit rasant.
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Der Musikdienst gewinnt weiter Nutzer hinzu – jeder vierte entscheidet sich für die Premiumversion. Quelle: dpa
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Der Musikdienst gewinnt weiter Nutzer hinzu – jeder vierte entscheidet sich für die Premiumversion.

(Foto: dpa)

Düsseldorf / StockholmDer Musik-Dienst Spotify hat kurz vor dem Start des Konkurrenzangebots von Apple seine Kriegskasse mit mehr als einer halben Milliarde Dollar aufgefüllt. Die Finanzierungsrunde brachte insgesamt 526 Millionen Dollar (rund 465 Mio Euro) ein, wie die schwedische Firma am Mittwoch bestätigte. Eine neue Statistik zeigt zudem, dass die schwedische Firma weiter rasant wächst und inzwischen 20 Millionen zahlende Nutzer hat.

Teil der Geldspritze ist eine Investition von 115 Millionen Dollar vom Telekommunikations-Konzern Telia Sonera. Der führende Mobilfunk-Betreiber in Schweden und Finnland bekam dafür einen Anteil von 1,4 Prozent. Spotify wurde bei diesem Deal folglich mit gut 8,2 Milliarden Dollar bewertet. Unter den weiteren Geldgebern seien britische und kanadische Finanzinvestoren, berichtete das „Wall Street Journal“. Telekom-Unternehmen sind interessante Partner für Streaming-Dienste, weil sie deren Datenverkehr von den Volumen-Obergrenzen in Tarifen ausnehmen können.

Spotify hat inzwischen 75 Millionen Nutzer, von denen 20 Millionen die kostenpflichtige Version nutzen, wie aus aktuellen Zahlen des schwedischen Unternehmens hervorgeht. Ende 2014 waren es noch 60 Millionen Nutzer insgesamt und 15 Millionen Premiumkunden. Gleichzeitig wachsen auch die Ausschüttungen an die Musikbranche: Spotify habe bis heute mehr als 3 Milliarden Dollar an die Rechteinhaber ausgeschüttet, allein 300 Millionen Dollar davon im ersten Quartal.

Bei Apple spielt die Musik
Tim Cook und Jimmy Iovine bei der Präsentation von Apple Music
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Apple ist der größte Musikhändler der Welt, mit seiner Plattform „iTunes“ verdient der Konzern Milliarden. Doch der Trend ist klar: Die Nutzer schwenken von Download- zu Streaming-Diensten um, die direkt aus dem Internet spielen. Nun will Apple daher ein neues Kapitel im Musikgeschäft aufschlagen. Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco präsentierte der Konzern in einer rund zweieinhalb Stunden langen Präsentation unter anderem seinen neuen Dienst Apple Music. Zu diesem gehört unter anderem ein Streaming-Service, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden.

Quelle: dpa

Zugriff auf 30 Millionen Songs
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Das Abo kostet 9,99 Dollar im Monat, Familien erhalten einen Sondertarif von 14,99 Dollar für bis zu sechs Personen. Für den Abo-Preis bekommt man Zugriff auf 30 Millionen Songs, drei Probemonate gibt es kostenlos. Preise für Deutschland soll es näher zum Starttermin geben. Dazu kommt ...

Radio
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... der Start des kostenlose Internet-Radios Beats One. Apple bündelt damit alle seine Musik-Angebote in einer App.

Jimmy Iovine
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Apple Music soll außerdem eine Plattform sein, über die Fans ihren Lieblingskünstlern folgen und die Musiker neue Titel veröffentlichen können. Etwas ähnliches hatte Apple 2010 bereits mit dem Musik-Netzwerk „Ping“ versucht, das zwei Jahre später wegen Erfolglosigkeit eingestellt wurde.

Begeisterter Konzernchef
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Apple bündelt damit alle seine Musik-Angebote in einer App. Apple Music „wird die Art, wie Sie Musik erleben, für immer verändern“, versprach Konzernchef Tim Cook am Montag. Einzelne Songs wird man auch mit Hilfe der Siri-Sprachsteuerung aussuchen können.

Mehr Leistung für's iPhone
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Apple hatte noch weitere Neuerungen im Gepäck, vor allem rund ums iPhone und das neue Mobil-System iOS 9. Da dieses effizienter aufgebaut wurde, soll ein iPhone damit bei typischem Gebrauch eine Stunde länger laufen als bisher. Zudem gibt es einen neuen Stromsparmodus, der einige Funktionen abschaltet. Auf dem iPad können künftig auch zwei Apps nebeneinander angezeigt werden - allerdings nur auf dem neuesten Modell iPad Air 2.

Persönlicher Assistent
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Neue Funktionen sollen das iPhone zudem stärker zum persönlichen Assistenten machen. Es kann zum Beispiel automatisch Termine aus E-Mails erstellen oder ausgehend aus der Verkehrslage empfehlen, früher zu einem Termin loszufahren. Apple geht damit einen ähnlichen Weg wie Google. Der Internet-Konzern verfolgt diesen Ansatz bei seinem Dienst Google Now.

Spotify gilt als Marktführer bei Streaming-Angeboten. Allerdings macht Apple dem Start-up Konkurrenz: Der Konzern hatte am Montag seinen neuen Dienst vorgestellt, über den Kunden für einen monatlichen Festpreis unbegrenzt Musik über das Internet abrufen können. Zu dem Angebot gehört auch ein 24-Stunden-Radiosender im Netz. Experten trauen Apple angesichts Hunderter Millionen iTunes-Kunden und guter Kontakte in die Musikszene großen Erfolg zu. Bislang bot das Unternehmen nur den Download von Musik an.

Dem iKonzern droht allerdings Ärger mit den Wettbewerbsbehörden. Die Staatsanwaltschaften der Bundesstaaten New York und Connecticut prüfen, ob der Elektronikhersteller die Musiklabels unter Druck setzt, Apple Music zu bevorzugen. Es sei wichtig, den Streaming-Markt vor geheimen Absprachen und anderem wettbewerbsfeindlichem Verhalten zu schützen, sagte ein Sprecher der New Yorker Staatsanwaltschaft.

Medienberichten zufolge soll der Konzern darauf gedrängt haben, kostenlose Streaming-Dienste wie das Gratisangebot von Spotify nicht mehr zu unterstützen – Apple Music gibt es nur in einer kostenpflichtigen Variante. Ein Apple-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.

Apple startet eigenen Streaming-Dienst

  • chk
  • dpa
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