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Nach der Motorola-Übernahme Microsoft will Google-Gegner ködern

Microsoft wittert seine Chance beim angekündigten Kauf der Handysparte von Motorola durch Google. Der Softwareriese positioniert sich als Alternative für alle Handyhersteller, die nun Googles Android verlassen wollen.
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Microsoft-Chef Steve Ballmer während der Präsentation von Windows Phone 7. Quelle: Reuters

Microsoft-Chef Steve Ballmer während der Präsentation von Windows Phone 7.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfGoogle hat seinen Zwölf-Milliarden-Euro-Deal mit Motorola kaum verkündet, da wittert der Softwaregigant Microsoft die große Chance: nämlich sein eigenes Smartphone-Betriebsystem Windows Phone 7 als die große offene Alternative zu Googles Android zu positionieren. Windows Phone 7 sei nun die einzige Plattform, die allen Partnern die gleichen Möglichkeiten gebe, sagt Andy Lees, Chef der Mobilfunksparte bei Microsoft, in einem Statement. Eine klare Kampfansage an Google - und ein Versprechen an die Handybranche.

Mit offenen Armen will Microsoft all die Unternehmen aufnehmen, die nicht recht glauben wollen, dass Google auch nach dem Kauf von Motoroloa alle Handyhersteller gleich behandeln will. Damit zielt Microsoft auf die Achillesferse des Google-Deals ab und versucht in seiner aus der Computerwelt bekannten Rolle als Betriebssystem-Hersteller für alle zu punkten.

Offiziell ist in der schönen grünen Android-Welt auch am Tag nach der angekündigten Übernahme noch alles in Ordnung. Offiziell ist es kein Problem, dass Android-Erfinder Google die Mobilfunksparte von Motorola übernehmen will. Offiziell wollen all die anderen Handybauer wie Samsung oder HTC Googles Smartphone-Betriebssystem trotzdem weiter die Stange halten. Doch Experten wie Michael Gartenberg kaufen das den Unternehmen nicht ab.

“Das ist ihr Alptraum-Szenario”, sagt der renommierte Telekom-Spezialist des Marktforschungsinstitutes Gartner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Google ist von einem Partner zum Wettbewerber geworden.” Und da lässt sich Gartenberg auch dadurch nicht beirren, dass Google-Chef Larry Page betont, Google bleibe dem Erfolg des gesamten “Ökosystems” verpflichtet. Da helfen auch offizielle Statements von HTC, Samsung, Sony Ericsson Mobile Communications und LG Electronics nichts, die unisono den angekündigten Google-Motorola-Deal begrüßen.

“Sie tun jetzt so, als ob sie alle eine große glückliche Familie wären”, sagt denn auch Ashok Kumar, Analyst von Roadman & Renshaw, zu Bloomberg. “Aber die Wirklichkeit wird ganz anders aussehen, sobald Motorola erst einmal eine bevorzugte Stellung inne hat.” Und dabei, so Kumar, sei es völlig unerheblich, ob dies tatsächlich der Fall sei oder sich die Konkurrenz dies nur einbilde.  Das Ergebnis ist für Analysten am Ende dasselbe. “Egal, wie Google das auch dreht und wendet, sie werden alle miteinander im Wettbewerb stehen.”

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8 Kommentare zu "Nach der Motorola-Übernahme: Microsoft will Google-Gegner ködern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Apples Versuch, andere Computerbauer vom Mac zum überzeugen", sei gescheitert, schreibt das HB. Ohne Kontext kapiert das kein Mensch. Das ist rund 20 Jahre her, es war in der Zeit, als Steve Jobs draußen war. Das damalige Management hat noch mehr nicht auf die Reihe gekriegt. Heute ist es ganz anders: Würde Apple das Betriebssystem lose verkaufen, wäre es ein Verkaufsschlager. Apple verkauft aber aus verständlichen Gründen gerne eigene Hardware dazu. Der USP dieser Produkte ist weniger das schicke Design. Es ist vor allem der Umstand, dass MacOS darauf legal funktioniert.

  • Wenn die Android-Hersteller das gewollt hätten, hätten sie es längst gemacht. Von Google wegen Motorola zu Microsoft wechseln, die NOKIA schon offiziell eine herausgehobene Stellung bei Windows-Smartphones zugesichert haben? Also bitte! Was soll das? Außerdem haben Samsung und HTC längst Microsoft-Modelle nebenherlaufen.

  • Diese Analyse ist Quatsch. Google hat bereits vorher schon unter eigenem Label Android-Geräte produziert, nur damals kam die Hardware in Lizenz von HTC. Google MUSSTE einen Patentpool kaufen, um sich gegen Angriffe auf Android zu wehren - und Motorola war da wohl das bessere Geschäft als der Nortel-Patentpool. Im Übrigen hat doch vor allem Microsoft das Problem der Firmenbindung. Das eigene System ist bisher am Markt nicht akzeptiert, und durch die enge Zusammenarbeit mit Nokia,die wohl auf den baldigen Aufkauf von Nokia durch Microsoft hinauslaufen wird, hat steht das Windows Phone deutlich weiter im Abseits als Android - zumal Android quelloffen ist und von Herstellern und Communities beliebig angepasst werden kann. Verlierer in dem Google/Motorola-Deal ist ganz eindeutig Microsoft, da jetzt das Druckmittel der Patente zwischen den einzelnen Konzernen ausgeglichen verteilt ist. Nokia ist allerdings weiterhin massiv unterbewertet - eine Patentschatztruhe mit einem mächtigen Kartendienst und etablierten Geräten sowie einem Betriebssystem (MeeGo), dass den Markt in Begeisterung versetzt hat und mit Vorschußlorbeeren überhäuft wird - und ein idealer Übernahmekandidat. Microsoft muß eigentlich zugreifen, da Nokia der letzte verbliebene Hardwarepartner von Microsoft ist, der auch tatsächlich noch in die Entwicklung neuer Hardware investiert. Aber selbst nach der Übernahme von Nokia wird Windows Phone am Markt seine Schwierigkeiten haben, es ist schließlich weder innovativ noch besitzt es irgend einen Lifestyle-Factor wie die Apple-Geräte, und das Policy-Management für den Business-Bereich, dass in Windows Mobile 6.5 noch hervorragend gelöst war, ist in Windows Phone 7 nicht mehr verfügbar.
    Meine Prognose als Marktbeobachter: Microsoft wird Nokia kaufen müssen, um sich überhaupt noch am Markt zu halten, wird aber langfristig kein eigenes "Ökosystem" etablieren können, da sämtliche Nischen, die WP7 eventuell besetzen könnte, bereits durch andere Anbieter belegt sind.

  • Ich lach' mich tot - welcher von Microsoft finanzierte Mitarbeiter hat diesen Artikel gleich noch geschrieben? Google hat in einem Statement schon lange verlauten lassen, dass die Mobilsparte von Motorola nicht der Geräte wegen interessant sei, sondern der Patente wegen. Motorola hat als Erfinder des Mobiltelefons einige davon, die Google zum Schutz von Android einsetzen möchte. Zu diesem mehr als 60% über den Marktpreis verteuerten Kauf wurde Google von Microsoft und Research in Motion (Blackberry) förmlich gezwungen, als der letzte große Patentpool viel zu überteuert gekauft wurde und jetzt Android das Leben schwer machen soll. Der Unterschied zwischen den "alten" Unternehmen im Business und den "jungen" ist, dass die alten versuchen sich auf ihrer Marktmacht auszuruhen, wogegen die neuen versuchen durch Innovation und Ingenieurskunst zu übertrumpfen. Das beste Beispiel dafür ist schließlich Microsoft: Erst den Markt einnehmen, dann Kunden abhängig machen, Kunden ausnehmen, Konkurrenz mit Patenten die Konkurrenz verbieten, Ideen "abkupfern" und patentieren und den Markt förmlich "einfrieren", weil Innovation ist ja schließlich teuer und wäre mit Arbeit verbunden. Bravo Microsoft, wirklich gute Strategie..

  • Von Android zu Microsoft Phone zu wechseln traue ich Samsung und HTC nicht zu. Da ist man von Microsoft schon viel zu lange überdrüssig. Ich behaupte mal, daß Google intelligent genug ist, zu wissen, daß man die anderen zusätzlich zu Motorola braucht, und diese dann auch pflegt.

  • Die Situation spielt Microsoft in die Karten...

    Microsoft stellt mit dem Mango Update nun auch die benötigte Funktionalität zur Verfügung um mit Android gleichzuziehen.

    Am Ende ist aber nach wie vor Apple mit seiner Plattform und seinem technisch ausgereiften Konzept der einzige Konzern der richtig Geld mit mobilen Geräten verdient.

    Derjenige der es schafft, Apples Konzepte schneller als andere zu kopieren wird sich am Ende auch die entsprechenden Marktanteile sichern können.

  • MS auf mobilen Geräten ist schon viele Tode gestorben: Tablet PCs, PDAs, Zune, Kin. Und Windows Phone 7 ist das nächste tote Pferd. Von einem "offenen System" im Vergleich zu Android zu sprechen, ist wirklich der Hohn. Denn Android ist Open Source, jeder Hersteller kann es auf seine Bedürfnisse anpassen, Windows Phone 7 wird dagegen als ein unveränderlicher Klotz von MS geliefert. Keine Chance für Hersteller, sich zu differenzieren.
    Auch sehe ich kein Risiko, dass Motorola übermäßig Vorteile erhält. Denn Kernkompetenz von Google ist weiterhin das Liefern und Organisieren von Inhalten, und die sollen auf so viele Smartphones wie möglich geliefert werden.

  • Also ich würde nicht auf die Offerte von MS eingehen