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Nach Insolvenz Loewe sieht sich zurück auf Erfolgskurs

Beobachter haben während der Krise des TV-Geräteherstellers Loewe bereits das Aus der Traditionsmarke vermutet. Nun sieht sich Loewe selbst wieder auf dem richtigen Weg – nach eineinhalb Jahren Restrukturierung.
„Wir haben heute das beste Loewe Sortiment, das wir je im Markt hatten“, so der geschäftsführende Gesellschafter Mark Hüsgen. Quelle: dpa
Nach der Insolvenz in Eigenverwaltung

„Wir haben heute das beste Loewe Sortiment, das wir je im Markt hatten“, so der geschäftsführende Gesellschafter Mark Hüsgen.

(Foto: dpa)

Kronach/ Berlin Wer sich in diesen Tagen die Produktpalette von Loewe auf der Technik-Messe IFA in Berlin ansehen will, sucht vergeblich. Den angestammten Platz des traditionsreichen deutschen TV-Geräteherstellers in Halle 6 teilen sich mehrere andere Firmen. Aber das sei kein Zeichen der Krise, betont der geschäftsführende Gesellschafter Mark Hüsgen. „Es hat wirklich keinen finanziellen Hintergrund.“ Doch Loewe müsse als mittelständisches Unternehmen die personellen Ressourcen auf das bündeln, was wichtig sei: Neue Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. „Ich freue mich auf die IFA nächstes Jahr“, sagt er.

Vor eineinhalb Jahren übernahmen Hüsgen und sein Geschäftspartner Boris Levin das Kronacher Unternehmen - und die Lage war sehr ernst damals. Im Herbst 2013 hatte Loewe, tief in die roten Zahlen gerutscht, Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, ein schon gewonnener Investor sprang wieder ab.

Da Loewe kein börsennotiertes Unternehmen mehr ist, werden keine Geschäftszahlen veröffentlicht. Hüsgen sagt: „Ziel ist es, die Geschäftsjahre profitabel abzuschließen.“ Wie weit Loewe davon entfernt ist, bleibt unklar. „Entscheidend ist, dass wir wieder ein Wachstum und eine Präsenz im Markt sehen. Wir sind auf dem richtigen Weg.“, sagt Hüsgen.

Von Plasmaclustern und Teemaschinen
Smartphones
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Sharp liefert nicht nur Displays an Apple, sondern baut auch selbst Smartphones. Mit Super-Zeitlupe, Sharps bestem Display und manchmal wasserdichtem Design treten sie vor allem mit dem iPhone in Konkurrenz, sind aber auch dort unterlegen. 

(Foto: dpa)
Tablets
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Sharp hat bereits eine lange Tablet-Geschichte, stellte sich aber oft selbst ein Bein. Als das Unternehmen seinen ersten iPad-Konkurrenten auf den Markt brachten, bestanden die Macher darauf, dass es sich nur um einen farbigen eBook-Reader handele. Das Gerät war kein Erfolg. Auch das neue AQUOS PAD SH-05G dürfte ein Nischenprodukt bleiben

(Foto: AFP)
Plasmacluster
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Ein Hit des japanischen Herstellers sind Luftreiniger, die durch die Ionisierung von Luft Staub binden und Viren töten sollen und so zum Beispiel in Krankenhäusern eingesetzt werden können. Es gibt sie als Standgeräte, eingebaut in Klimaanlagen oder auch mobile Ionenschleudern für den Schreibtisch oder zum Umhängen um den Hals.

(Foto: dpa)
Solarzellen
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Bevor der Solarboom in Deutschland begann, waren die Japaner mal einer der größten Solarzellenhersteller der Welt. Inzwischen rangiert der Konzern unter ferner liefen. Und die einst gefeierte Pioniersparte ist ein weiterer Mühlstein um Sharps Hals. Im Bild ist ein Arbeiter in einer Sharp-Fabrik in Sakai im Westen Japans zu sehen.

(Foto: Reuters)
Fernsehgeräte
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Das größte Problem ist zugleich Sharps größter Erfolg: Der Pionier der Flach-TVs hat den Preiskampf gegen südkoreanische und chinesische Hersteller verloren.

(Foto: dpa)
Haushaltsgeräte
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Sharp ist in Japan auch ein wichtiger Hersteller von Haushaltsgeräten. Kombinierte Mikrowellen-Backofen-Herde zum Stellen der Healsio-Reihe sind ein Bestseller. In Japan gibt es kaum eingebaute Öfen, sondern sie werden nachträglich in den Küchenschrank gestellt. Im Bild Sharps Staubsaugerroboter „Cocorobo“.

(Foto: AFP)
Teemaschine
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Die Japaner haben von Nestlés Kaffeemaschine gelernt. Mit den Kaffeekapseln für die Nescafé-Maschinen verdienen sich die Schweizer dumm und dösig. Sharp will ähnliches nun mit einer Maschine für grünen Tee kopieren. 

(Foto: Reuters)

„Wir mussten sicherlich auch Hürden überspringen, die wir am Anfang nicht gesehen haben. Aber wir sind heute da, wo wir vor eineinhalb Jahren sein wollten, was Marktposition und Wahrnehmung der Marke sowie Produktportfolio und Qualität betrifft.“ Und Loewe stelle Mitarbeiter ein, unter anderem in den Bereichen Software, Entwicklung und Design.

Auch die Gewerkschaft IG Metall zeigt sich zufrieden. „Ich höre im Moment nur gute Nachrichten“, sagt Jürgen Apfel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Coburg: „Es sieht recht stabil aus.“ Vor allem freue er sich darüber, dass im September auch wieder Azubis bei Loewe anfangen konnten.

Loewe will weiter in Deutschland produzieren

Gefertigt wird nach wie vor am Standort Kronach, auch wenn die Bauteile weitgehend aus Asien kommen. 480 Mitarbeiter sind bei Loewe dort beschäftigt. Das sind zwar weniger als vor der Krise - bei Kernfeldern wie Entwicklung habe man sich jedoch nicht verschlankt, betont der Chef. „Wir wollen das Know-how in Design- und Entwicklung in Deutschland halten.“

Zugleich sei ganz klar, dass Loewe in einem globalen Verbund produziere. „Wir werden aber auch weiterhin eine Produktion in Deutschland haben“, sagt Hüsgen - mit Betonung auf „eine“.

Hüsgen will als Investor mit langfristigen Absichten wahrgenommen werden. „Wir sehen das Engagement eher als Familienunternehmen denn als Investition. Wir sind nicht mit Kapitalbeteiligungsgesellschaften vergleichbar; diese Firma ist unser absoluter Fokus. Wir investieren nicht in fünf Firmen gleichzeitig, sondern wir investieren fokussiert.“

Die Produktpalette bei Loewe sei inzwischen wieder komplett. „Wir haben aus der Krise heraus ein komplett neues Sortiment aufgebaut“, sagt Hüsgen. Und er legt die Messlatte hoch: „Wir haben heute das beste Loewe Sortiment, das wir je im Markt hatten.“ Loewe konnte zuletzt in Deutschland im wachsenden Markt für Ultra-HD-Geräte zulegen, die dank vier Mal höherer Display-Auflösung schärfere Bilder bieten. Nach einem Marktanteil von 2,8 Prozent im Januar folgten zum Ende des ersten Quartals 2015 8,2 Prozent.

Es war der Wettbewerb mit den Giganten aus Fernost, der Loewe mit seiner Strategie, Kunden zum Kauf teurerer Geräte zu bewegen, in die Krise trieb. Loewe ist zu klein, um mit den großen südkoreanischen und chinesischen Konzernen im Massenmarkt mitzuhalten - und dort ist es schwer, im harten Preiskampf Geld zu verdienen.

Den Premium-Anspruch wolle Loewe weiter behalten, betont Hüsgen. „Wir werden die Produktpalette nach unten erweitern, in ein Segment, das man „erschwinglicher Luxus“ bezeichnen könnte. Aber auch ein günstigeres Gerät muss ein echter Loewe sein.“ Der Schwerpunkt beim Verkauf bleibe auf dem Fachhandel, „aber der Online-Vertrieb wird - in Partnerschaft mit dem Fachhandel - wichtiger werden“.

  • dpa
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