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Nach Skandal um Cambridge Analytica Facebook gibt Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten

Facebook-Nutzer können ihre Daten bald einfacher einsehen und löschen. Grund dafür ist nicht allein der Skandal um Cambridge Analytica.
Update: 28.03.2018 - 14:49 Uhr 1 Kommentar

„Brisant, wenn selbst große US-Firmen Facebook kündigen“

Menlo ParkKnapp zwei Monate vor dem Start der EU-Datenschutzverordnung macht es Facebook für Nutzer einfacher, ihre Daten einzusehen und zu löschen. Außerdem wird es künftig möglich sein, sämtliche Daten und bei Facebook hochgeladene Inhalte in Formaten herunterzuladen, mit denen sie zu einem anderen Dienst verlagert werden können. Das gehört zu den Anforderungen der europäischen Grundverordnung, die am 25. Mai in Kraft tritt. Die Neuerungen greifen aber weltweit.

Insgesamt soll es leichter werden, bisher oft verstreute Datenschutz-Einstellungen an einem Ort zu finden. Die Änderungen waren zur Anpassung an die neuen europäischen Regeln seit Monaten in Arbeit.

Das Online-Netzwerk ging bei der Ankündigung am Mittwoch aber auch auf den aktuellen Datenschutz-Skandal um den Missbrauch von Nutzer-Informationen durch Cambridge Analytica ein. Mitte März war bekanntgeworden, dass die britische Analysefirma Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern auf mutmaßlich unlautere Art eingesetzt hatte, um den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump zu unterstützen.

Seither hat Facebook an der Börse fast 100 Milliarden Dollar an Marktwert eingebüßt. Die bislang erfolgsverwöhnten Facebook-Anleger fürchten eine strengere Regulierung des Geschäfts.

„Die vergangene Woche hat uns gezeigt, wie viel mehr wir noch daran arbeiten müssen, unsere Regeln durchzusetzen und den Menschen zu helfen, zu verstehen, wie Facebook funktioniert und welche Optionen sie im Umgang mit ihren Daten haben“, schrieb die zuständige Facebook-Managerin Erin Egan. Das Unternehmen habe „laut und deutlich“ vernommen, dass es mehr tun müsse, um Menschen zu informieren.

Bei Anlegern sorgte die Nachricht, dass Facebook die Initiative ergreift, für ein Aufatmen. Die Aktie legte vorbörslich 1,7 Prozent zu. Rund um den Globus hatten sich zuletzt immer mehr Nutzer und Werbekunden von dem weltgrößten sozialen Netzwerk mit mehr als zwei Milliarden Mitgliedern abgewandt.

Während sich Facebook müht, den Skandal unter Kontrolle zu bringen, droht bereits neuer Ärger. Drei Nutzer verklagten den US-Konzern vor einem Bezirksgericht in Kalifornien wegen Verstößen gegen den Datenschutz bei seiner Messenger-App. Die Beschwerdeführer, die eine Sammelklage anstreben, werfen Facebook vor, Protokolle von Telefonaten und Textnachrichten vorzuhalten.

Um das Speichern von Nutzerdaten geht es auch in einem Fall in Neuseeland, der den Datenschutzbeauftragten des Landes veranlasste, den Konzern öffentlich an den Pranger zu stellen und zu erklären, Facebook habe das Gesetz gebrochen. Demnach untersagte das US-Unternehmen einem Bürger den Zugriff auf dessen persönliche Informationen, die auf den Konten anderer Nutzer gespeichert waren. Dies widerspreche dem Datenschutzgesetz, teilte der zuständige Landesbeauftragte John Edwards mit. Facebook wiederum erklärte, dass das Unternehmen die Beschwerde geprüft habe, aber noch nicht genügend Details für die Klärung vorlägen.

Der Datenskandal hat weltweit Politiker, Investoren und Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen, die Konsequenzen fordern. Firmenchef Mark Zuckerberg kündigte zuletzt bereits an, den Zugriff von Entwicklern auf Nutzerinformationen einzuschränken. US-Abgeordnete haben den 33-Jährigen eingeladen, im Kongress Rede und Antwort zu stehen. Insidern zufolge plant er, persönlich Stellung zu nehmen. Nach einem passenden Datum werde noch gesucht, sagte die Vorsitzende des Handelsausschusses, Elena Hernandez.

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  • dpa
  • rtr
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1 Kommentar zu "Nach Skandal um Cambridge Analytica: Facebook gibt Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten"

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  • Facebook lügt weiterhin und das Handelsblatt hilft dabei. Wie kann ich meine Daten einsehen oder gar löschen, ohne mich bei FB anzumelden? Warum soll ich FB erzählen, dass ich es bin, der sich hinter dem Gerät verbirgt, welches diese und jene Seiten besucht? Und FB weiss das, weil das Handelsblatt und andere leichtfertige Seitenbetreiber einen Button unter jedem Artikel plaziert haben, der FB genau dies erlaubt. Danke für dein Leichtsinn, Handelsblatt! Kannst du mir wenigstens verraten, was du davon hast?