Nach Strafe der USA ZTE-Vorstand entschuldigt sich bei Mitarbeitern

Der chinesische Tech-Konzern ZTE muss eine Milliardenstrafe an die USA zahlen. In einem internen Memo gelobt Vorstandschef Yin Yimin nun Besserung.
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ZTE: Vorstand entschuldigt sich nach US-Strafe bei Mitarbeitern Quelle: Reuters
ZTE

Vorstandschef Yin Yimin (Mitte) auf einer Pressekonferenz im April.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfNach der Einigung mit der US-Regierung auf eine Strafe von einer Milliarde Dollar hat sich die Führung des chinesischen Smartphone-Herstellers ZTE bei den Mitarbeitern entschuldigt. Konzernvorstand Yin Yimin versprach in einem internen Memo, das den Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters vorliegt, die Verantwortlichen für das US-Lieferverbot zur Rechenschaft zu ziehen. Der reguläre Betrieb solle rasch wieder aufgenommen werden, sobald das „Problem geklärt“ sei.

„Wir müssen erkennen, dass diese Angelegenheit im Wesentlichen die Probleme in unserer Compliance-Kultur und unserem Management widerspiegelt“, schrieb Yin in dem Memo. Interne Kontrollen würden nun gestärkt, um ähnliche Vorfälle zukünftig zu vermeiden. Der US-Lieferstopp hätte dem Unternehmen „riesige Verluste“ beschert, man habe einen „katastrophalen Preis“ zahlen müssen.

ZTE beschäftigt in China 75.000 Menschen und ist nach Apple, Samsung und LG die viertgrößte Smartphone-Marke in den USA. Im April hatte die US-Regierung Strafmaßnahmen gegen den Tech-Konzern verhängt. Der Grund: ZTE soll gegen Iran- und Nordkorea-Sanktionen verstoßen haben und steht unter dem Verdacht, mit seinen Geräten US-Bürger auszuspionieren.

US-Zulieferern wie Qualcomm und Intel wurde für sieben Jahre verboten, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen – auf die das Unternehmen jedoch angewiesen ist. In der Folge stoppte ZTE zunächst seine Geschäfte mit US-Partnern und musste letztendlich sogar seinen Betrieb einstellen.

Mitte Mai erklärte US-Präsident Donald Trump überraschend, er arbeite mit Chinas Präsident Xi Jinping an einer Lösung des Problems. Am Donnerstag verkündete US-Handelsminister Wilbur Ross dann die endgültige Einigung: ZTE soll eine Geldstrafe in Höhe von einer Milliarde Dollar zahlen und zusätzlich ein Treuhandkonto in Höhe von 400 Millionen Dollar einrichten, um zukünftige Verstöße abzudecken. Weiterhin soll ZTE sein Management innerhalb von 30 Tagen austauschen, zudem soll ein Compliance-Team der USA in das Unternehmen eingesetzt werden.

Die Belastung von insgesamt 1,4 Milliarden Dollar dürfte für ZTE jedoch verkraftbar sein: Nach Angaben von Analysten der Jefferies Financial Group aus Hongkong verfügt der Konzern über umgerechnet 4,7 Milliarden Dollar an Rücklagen. Die Analysten glauben, dass ZTE ab Ende kommender Woche wieder normal produzieren könne.

Mit Material von Bloomberg und Reuters.

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